Kalthof geht jetzt kostenlos ins Netz

Freies WLAN für Handys, Tablets oder PCs mit Funkempfänger: Julian Bogdanski, Dr. Bernd Volker Dresp und Jonas Pöhler  (v. l.) stellten das Freifunk-Projekt in Kalthof vor.
Freies WLAN für Handys, Tablets oder PCs mit Funkempfänger: Julian Bogdanski, Dr. Bernd Volker Dresp und Jonas Pöhler (v. l.) stellten das Freifunk-Projekt in Kalthof vor.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
In der Praxis Dresp wurde jetzt der erste Router des Vereins Freifunk installiert. Nun werden weitere private und gewerbliche Unterstützer gesucht.

Kalthof..  Drahtlos, praktisch, gut: In der Zahnarztpraxis Dresp wurde am Freitag der erste WLAN-Router des Vereins Freifunk Rheinland im Iserlohner Ortsteil Kalthof installiert. Die gute Nachricht für die Bürger: Die Nutzung des drahtlosen Netz-Zugangs ist hier und in Reichweite des Funksignals absolut kostenfrei, eines Passwortes bedarf es ebenfalls nicht.

Damit allerdings – wie von den Initiatoren erhofft – der ganze Ortsteil bald in den Genuss kostenlosen Internets kommt, werden nun weitere Unterstützer gesucht, die bereit sind, die Router bei sich zu Hause oder im Gewerbebetrieb installieren zu lassen.

Wichtig für die „Freiwilligen“: Die Bereitstellung und Installation der Geräte ist kostenlos. Eine Beeinträchtigung der eigenen Datensicherheit besteht nicht, auch muss nicht gehaftet werden, wenn Dritte über das drahtlose Netz illegal beispielsweise Musik runterladen.

„Datensicherheit ist ein wichtiges Thema dabei“

„Das Thema Datensicherheit ist auch für meine Praxis natürlich besonders wichtig. Das WLAN läuft darum separat“, erklärt Praxisinhaber und FDP-Ratsmitglied Dr. Bernd Volker Dresp. Die Partei hatte auch einen Antrag auf freies WLAN in Iserlohn gestellt – der sich somit allerdings bereits wie von selbst erledigt hat.

Verantwortlich für die schnelle Umsetzung – in Iserlohns Zentrum gibt es bereits sieben Router – sind der Computer-Verein „Chaos Treff Iserlohn“, Freifunk Rheinland und als Finanzier die Stadtwerke Iserlohn.

Julian Bogdanski und Jonas Pöhler vom „Chaos Treff“ erklären, wie das Freifunk-Konzept funktioniert, dem sich deutschlandweit bereits mehr als 40 Städte und Gemeinden angeschlossen haben: „Die Router vernetzen sich untereinander, verbessern so die Leistungsfähigkeit des gesamten Netzes“, erklärt Bogdanski.

Die Daten werden dann verschlüsselt an den Betreiber Freifunk übermittelt, weshalb die so genannte Störerhaftung entfällt. Wer also einen Router bei sich aufstellt, ist nicht haftbar, wenn ein Nutzer illegal Daten aus dem Internet über den Anschluss hinunterlädt.

Damit nun in Iserlohn und auch im Ortsteil Kalthof das Netz möglichst flächendeckend wird, werden weitere Personen gesucht, die Router aufstellen – je mehr, desto besser. Dabei kann zwischen zwei Router, die an einen Internet-Zugang angeschlossen sind, sogar einer ohne Netz-Verbindung geschaltet werden, um die Gesamtreichweite des Netzes zu verbessern.

„Die Stärke des Funksignals hängt vom Router und von der Leitung ab; und natürlich davon, wie viele Wände ein Signal stören“, erklärt Julian Bogdanski weiter. „Im Durchschnitt dürfte die Reichweite des Funk-Signals 50 bis 100 Meter betragen.“

Außenantennen verbessern Reichweite des Netzes enorm

Bei freier Sicht und fehlender Bebauung könne ein Signal aber auch Reichweiten von bis zu 2,5 Kilometern erreichen. „Es besteht auch die Möglichkeit, Außenantennen installieren zu lassen, etwa an Laternen, um die Reichweite zu verbessern“, erklärt Jonas Pöhler weiter.

Weitere Informationen zu den Freifunkern und Möglichkeiten, sich an dem Projekt zu beteiligen gibt es unter www.freifunk-iserlohn.de; per E-Mail an info@freifunk-iserlohn.de, auf Facebook oder unter 02371/6582603.