Job-Coach schreibt ersten Ruhrpott-Krimi

Krimi-Autor Ralf Weißkamp
Krimi-Autor Ralf Weißkamp
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Der Iserlohner Ralf Weißkamp ist 1996 der Liebe wegen in die Waldstadt gezogen. Jetzt veröffentlichte er seinen ersten eigenen Roman „Schützenmaske“.

Iserlohn..  „Schreiben ist meine Berufung“, erzählt Ralf Weißkamp, der nach dem Studium der Sozialwissenschaften, Philosophie und Germanistik als freier Journalist seines Journalistenbüros „Ruhr-Presse“ für Tages- und Wochenzeitungen sowie Agenturen schreibt. „Geboren und aufgewachsen bin ich in Gelsenkirchen“, erzählt er über seine Herkunft. Der Liebe wegen sei er 1996 nach Iserlohn umgezogen.

Ralf Weißkamp brachte jetzt sein erstes Buch heraus, den Ruhrpott-Krimi „Schützenmaske“ (ISBN 978-3-945016-29-9). Er erläutert den Inhalt so: „Darin geht es um drei Hobbydetektive, die durch Zufall zusammenfinden: ein frustrierter Dozent, ein Taxifahrer und der Besitzer einer Bar. Das skurrile Trio ermittelt gemeinsam, nicht immer zur Freude des zuständigen Kommissars der Gelsenkirchener Kripo. Das Trio spielt auch in weiteren Büchern eine Rolle“, verrät der Krimiautor, dass er bereits die Fortsetzung im Köcher hat. „Meine Personen haben keine realen Vorbilder, sind reine Fantasieprodukte. Die Schauplätze und Ortschaften aber sind real. Die Handlung spielt in Iserlohn und Gelsenkirchen.“

Als Auslöser für diese Geschichte diente ihm eine Maske, auf die er im Internet stieß. Als er sich fragte, wer so etwas trägt, sei die Idee zu diesem Kriminalfall geboren. Ein Toter aus Iserlohn wird in einem Gelsenkirchener Park gefunden.

Sein Erstlingswerk erschien Anfang Oktober im Oldigor Verlag (www.oldigor.com), einige Zeit vorher bereits als E-Book (ISBN 978-3-945016-28-2). „Ich bin durch einen Artikel im IKZ auf den Verlag gestoßen und habe dann ein Exposé hingeschickt und geschrieben, es könne das erste einer Reihe sein, der noch ein oder zwei Bücher folgen – mit Erfolg “, erzählt er im Gespräch im Wichelhovenhaus. „Das war für mich eine positive Bestätigung. Einen Verlag zu finden, ist im Krimi-Genre sehr schwer“, weiß der belesene Autor. Die Texte schrieb er zunächst mit der Hand. „Die Eingabe am PC war die erste Bearbeitung des Textes“, beschreibt er den Entstehungsprozess, bei dem seine Frau ihn begleitete. „Ich habe immer Notizbücher oder Blöcke dabei, um die ersten Ideen aufschreiben zu können.“ Er ziehe sich dann bei seinen Spaziergängen im Wald oder unterwegs im Auto zum Schreiben zurück. Zuhause brauche er dazu ebenfalls Ruhe. Bei Stellen im Manuskript, wo es hängt, arbeite ich außerdem mit einem Diktiergerät für Ideen zu Titeln, Personen oder Namen.“ Bis zur Abgabe seines ersten Manuskriptes habe er eineinhalb Jahre gebraucht, für das zweite mit Unterbrechungen sechs Monate.

„Es war absolutes Neuland und ist ein Lernprozess“, beschreibt er die intensive Zusammenarbeit mit dem Lektorat, bis ein Manuskript dann druckreif sei. „Diese Erfahrungen haben beim zweiten Manuskript die Arbeit erleichtert und die Nacharbeit reduziert.“

Ralf Weißkamp arbeitet außerdem als Job-Coach beim Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft: „Ich begleite Leute zurück in den Beruf.“

Die mörderischen Folgen der demografischen Entwicklung

Zur Zeit hat er bereits weitere Manuskripte in der Mache, einen Krimi, der an die Geschehnisse in der „Schützenmaske“ anknüpft sowie ein Konzept zu einem Roman: „Der befasst sich mit den düsteren und mörderischen Folgen der demografischen Entwicklung in Deutschland.“ Nach der weihnachtlichen Ruhe seiner Helden will er sich auch darum kümmern, sein Buch der Öffentlichkeit bei Lesungen vorzustellen. „Lesen war immer ein liebes Hobby“, erzählt der Autor, der gedruckte Bücher bevorzugt, im Urlaub aber auch seinen E-Book-Reader mitnimmt. „Abgesehen vom Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren, gehöre ich keiner Autorengruppe an. Ich besuche aber regelmäßig das Literaturhotel“, erzählt er weiter. „Eine tolle Einrichtung, sehr anregend.“ Auf eine bestimmte literarische Richtung ist er nicht festgelegt.