Jetzt hat der Rat eine Wahl

Bald Gesamtschulstandort? Die private Internatsschule am Seilersee.
Bald Gesamtschulstandort? Die private Internatsschule am Seilersee.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Vor der Ratsentscheidung am 23. Juni hat Kämmerer Friedhelm Kowalski den Fraktionsvorsitzenden jetzt per elektronischer Post mitgeteilt, dass sich die potenziellen Gesamtschulstandorte Bömberg und Seilersee nach Verhandlungen mit Eigentümer Dietrich Walther nunmehr in einer finanziell „vergleichbare Größenordnung“ befinden.

Iserlohn..  Für die Iserlohner Schulpolitik ist es die wohl wichtigste Entscheidung der letzten Jahrzehnte: Am Dienstag, 23. Juni, soll im Rat die Entscheidung über den Standort der zweiten Gesamtschule getroffen werden. Nach aktuellem Stand der Dinge haben die Politiker nunmehr tatsächlich die Wahl und die Alternative, ob sie sich für den Bömberg oder den Seilersee entscheiden.

Gesamtkosten betragen rund zwei Millionen Euro jährlich

Nach langen und intensiven Verhandlungen mit Dietrich Walther, Eigentümer der Gebäude auf dem Campus am Seilersee, die erst zur Wochenmitte abgeschlossen werden konnten, teilt Kämmerer Friedhelm Kowalski den Fraktionsvorsitzenden in einer unserer Zeitung vorliegenden E-Mail mit, dass der Standort Seilersee in eine finanziell „vergleichbare Größenordnung“ gelangt wie der Standort Bömberg. Bis Montag, so heißt es in der elektronischen Post weiter, sollte es möglich sein, eine Drucksache mit vertiefenden Angaben zu erstellen, so dass eine Beratung in der Sondersitzung des Schulausschusses am Mittwoch,17. Juni, erfolgen könne.

Zuvor war in der Fraktionsvorsitzendenbesprechung am vergangenen Montag Einvernehmen erzielt worden, dass die Finanzverwaltung für die Unterbringung der Schule am Seilersee bei den Verhandlungen mit Eigentümer Walther angestrebt werden sollte, die Miet- oder Kaufkonditionen so zu gestalten, dass die jährlichen Folgekosten im Durchschnitt von 30 Jahren auf rund zwei Millionen Euro pro Jahr begrenzt werden können. Dies dürfte demzufolge die Größenordnung sein, mit der die Finanzierung der Errichtung, die Abschreibung sowie der Betrieb der zweiten Gesamtschule jährlich zu Buche schlägt, gleich an welchem der beiden Standorte. Unabhängig von der Standortfrage hat sich in dieser Woche der Förderverein der neuen Gesamtschule gegründet. Bei dem Treffen im Gebäude der ehemaligen Hauptschule im Wiesengrund, die das Domizil der ersten Jahrgänge der Schule sein wird, bis der endgültige Standort baulich hergerichtet worden ist, waren neben zahlreichen Eltern auch Gesamtschul- Konrektorin Meer-Walter anwesend sowie der von der Bezirksregierung eingesetzte Schulorganisator Daniel Asmuth, der hoch gehandelt wird als Leiter der neuen Gesamtschule. Vorsitzende des Fördervereins ist Claudia Kleinschmidt, ihr erster Stellvertreter ist Frank Haupt, zweite Stellvertreterin Diana Griegel-Gasparini.

Förderverein wünscht sich den Standort Seilersee

Innerhalb des Fördervereins gibt es derweil eine große Mehrheit, die, könnte sie es entscheiden, den Schulstandort am Campus Seilersee wählen würde. „Die Lage ist super, die Erreichbarkeit mit Bussen hervorragend“, erklärt Claudia Kleinschmidt im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch die Räumlichkeiten machten einen gut geeigneten Eindruck, so die Vorsitzende, die sich beim jüngsten Tag der offenen Tür des privaten Aufbaugymnasiums ein Bild von den Gebäuderessourcen verschaffen konnte. Positiv zu bewerten ist aus Kleinschmidts Sicht auch die Nähe zur BiTS, da die Bildungseinrichtungen voneinander profitieren könnten. Der Bömberg hingegen erscheint den Fördervereinsmitgliedern problematisch angesichts der massiven Widerstände der dortigen Anwohnerschaft.