„Iserlohner“-Brauerei stellt Produktion Ende des Monats ein

Die Privatbrauerei Iserlohn steht vor dem Aus.
Die Privatbrauerei Iserlohn steht vor dem Aus.
Was wir bereits wissen
Das Ende der Privatbrauerei Iserlohn rückt näher: Insolvenzverwalter Dirk Andres verkündete den Mitarbeitern am Freitag, dass die Produktion bereits Ende des Monats eingestellt werde, zudem wurden Kündigungen vorgelegt. Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein Wunder.

Iserlohn.. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird bis zum 31. März die letzte frische Flasche Iserlohner Pilsener das Gelände der Privatbrauerei Iserlohn im Grüner Tal verlassen haben und das Unternehmen im 113. Jahr seines Bestehens sein unternehmerisches Ende erleben. In einer Betriebsversammlung hat Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres den noch verbliebenen 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgeteilt, dass die Produktion zum Monatsende eingestellt wird. Gleichzeitig wurde den Mitarbeitern zum gleichen Termin die Kündigung zum Gegenzeichnen vorgelegt. „Es war kein Hauch Hoffnung mehr spürbar“, erklärte später ein bedrückter Betriebsratsvorsitzender Ralf Treske gegenüber der Heimatzeitung.

Bis zuletzt hatten er und seine Kollegen gehofft, dass sich die leisen Ankündigungen der vergangenen Woche, potente Investoren würden sich für die Brauerei interessieren, in der Tat erfüllen könnten. Doch Dr. Dirk Andres hatte in der Versammlung erklärt, dass er an Geldern aus dubiosen Quellen kein Interesse haben könne. Er brauche, so wurde er später zitiert, „Überweisungsträger und keine Geldkoffer“.

Nicht erfüllbare Forderungen

Gerüchte der ganz besonderen Art waren im Verlauf der letzten Wochen noch einmal genährt worden, als zufällige Beobachter glaubten, den ehemaligen Geschäftsführer der Brauerei, Christian Rolinck, auf dem Gelände gesehen zu haben. Auch in der Branche war zu diesem Zeitpunkt bereits an verschiedenen Stellen die Information aufgetaucht, Rolinck habe in der Tat Interesse am Kauf des maroden Unternehmens gezeigt. Auf telefonische Anfrage der Heimatzeitung gab er sich noch am Morgen des Freitag allerdings ziemlich zugeknöpft.

Brauerei Zwar bestätigte er in der Tat vorsichtig grundsätzliches Interesse, erklärte aber auch, man sei aktuell von einer Entscheidung mehr als weit entfernt. Gegenüber den Mitarbeitern soll Dr. Andres bei der gestrigen Zusammenkunft erklärt haben, dass Rolinck nicht erfüllbare finanzielle Forderungen an den Insolvenzverwalter gehabt hätte, denen dieser als seriöser Abwickler niemals hätte nachkommen können.

Verhandlungen rund um den Sozialplan

Für die nächsten Tage stehen nun weitere Verhandlungen rund um den Sozialplan an. Ralf Treske kann hier allerdings nur für die Mitarbeiterschaft in Iserlohn sprechen. Obwohl der Abfüllbetrieb in Wesel mit Iserlohn bereits vor Monaten verschmolzen wurde, bekam der Iserlohner Betriebsrat keine Möglichkeit, die Kolleginnen und Kollegen in die Arbeit und Überlegungen einzubeziehen. Ralf Treske: „Einen Weseler habe ich nie zu Gesicht bekommen.“

Am Rande: Ebenfalls nicht zu Gesicht bekommen haben die Beschäftigten gestern die Geschäftsführung der Privatbrauerei. Weder Inhaber Michael Hollmann noch Geschäftsführer Lars Junker nahmen an der Versammlung teil.