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Iserlohn verzeichnet Anstieg der Umsatzsteuer

18.02.2010 | 17:19 Uhr

Iserlohn. Selbstanzeigen sind beim Finanzamt verstärkt nach den Medienberichten über die Schweizer Daten-CD eingegangen. Wie viele, darf nach wie vor nicht veröffentlicht werden. Sprechen konnte Finanzamtsleiter Eberhard Vogelsmeier allerdings über das für Iserlohn besondere Steueraufkommen.

Wenn das Iserlohner Finanzamt zum Gespräch einlädt, gibt es derzeit nur eine brennende Frage: Wie viele Steuersünder haben sich selbst angezeigt? Eine Zahl darf Leiter Eberhard Vogelsmeier nach einer Entscheidung des Landesfinanzministeriums nicht nennen. Insbesondere in kleineren Finanzamtsbezirken sollen, so die Vorgabe, alle Spekulationen über mögliche Steuersünder oder gar Rückschlüsse auf Einzelfälle vermieden werden. „Nach ersten Schätzungen scheinen die hinterzogenen Beträge tendenziell deutlich höher zu sein, als der Durchschnitt der vergangenen Jahre”, so Vogelsmeier. Allerdings reiche die Summe nicht aus, um eine Daten-CD zu kaufen. Wer über eine Selbstanzeige nachdenke, sollte berücksichtigen, dass diese vollständig sein müsse und die komplette Zahlung der Steuern zuzüglich Zinsen zu leisten sei.

Was das vergangene Jahr angeht, so konnte Vogelsmeier das Iserlohner Finanzamt als „Unikat” darstellen: Entgegen dem Trend stieg das Umsatzsteueraufkommen hier von 2008 auf 2009 um 22,51 Prozent. Die Ursache sei in den örtlichen Strukturen begründet: Eine Vielzahl der Fertigungsbetriebe tätigt steuerfreie Auslandsumsätze. Gleichzeitig wird für sie der Vorsteuerabzug fällig, wenn die Firmen Waren oder Material einkaufen. Bislang, so Vogelsmeier, musste das Finanzamt daher eher Geld ausbezahlen als einfordern. Durch die Krise im vergangenen Jahr haben die meisten Unternehmen ihre Ausgaben heruntergefahren, so dass das Finanzamt weniger Umsatzsteuer auszahlen musste. Darüber hinaus habe die Abwrackprämie in der Autobranche für höhere Umsatzzahlen gesorgt. Insgesamt lag das Umsatzsteueraufkommen 2009 bei 263 071 954 Euro.

Im Bereich der Lohnsteuer gab es ein Minus von sechs Prozent: Das bedeutet einen Rückgang von 305 682 347 auf 287 353 972 Euro. Hier mache sich vor allem die Kurzarbeit positiv bemerkbar. Insgesamt verzeichnete das Iserlohner Finanzamt einen Rückgang von 0,63 Prozent beziehungsweise 4,4 Millionen Euro - und rangiert damit auf Platz 19 unter den 52 Ämtern der Oberfinanzdirektion Münster.

Das Bürgerbüro erfreut sich bei den Steuerzahlern nach wie vor großer Beliebtheit: Die Mitarbeiter nahmen 2009 allein mehr als 15 000 Steuererklärungen entgegen, hinzu kamen mehr als 4500 Auskünfte, fast 5000 Ermäßigungsanträge und vieles mehr. Vogelsmeier muss warnen: „Mit Blick auf die zu bearbeitenden Rentenbezugsmitteilungen kann die Bearbeitung von Steuererklärungen jetzt länger dauern. Wer sie einreicht, braucht derzeit vor einem Vierteljahr nicht nachzufragen.” Gestiegen sind die elektronischen Steuererklärungen um 20,24 Prozent auf 13 975. Künftig, so Vogelsmeier, werde kaum noch ein Weg an der „Elster” vorbeiführen.

Die Insolvenzverfahren sind zwar mit 450 weiter rückläufig, jedoch wird die Wirtschaftskrise durch die Regelinsolvenzen deutlich: Waren es 2008 noch 91 Verfahren, so gab es im vergangenen Jahr bereits 138. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank von 370 auf 312 Fälle.

Neu in Iserlohn ist die Zentralamtsfunktion für die Land- und Forstwirtschaft. „Bei der höchst komplizierten Bearbeitung ist umfangreiches Wissen notwendig, daher die Entscheidung für die Zusammenlegung”, so Vogelsmeier. Zum Zuständigkeitsbereich gehören neben dem bisherigen nun auch Dortmund, Bochum, Hattingen, Witten, Hagen, Schwelm, Altena und Lüdenscheid. Um etwa 5500 Fälle kümmern sich die acht Mitarbeiter seit 1. Dezember 2009.

Jennifer Katz

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