Iserlohn bei Aufträgen Top-Region

Stimmung gut, Auftragslage top, allerdings besteht Nachholbedarf im Bereich Internet: Christian Tummescheit (v.l.) und Thomas Kanditt stellten die Ergebnisse der Commerzbank-Studie vor.
Stimmung gut, Auftragslage top, allerdings besteht Nachholbedarf im Bereich Internet: Christian Tummescheit (v.l.) und Thomas Kanditt stellten die Ergebnisse der Commerzbank-Studie vor.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Bei der Commerzbank wurden jetzt die Ergebnisse einer Studie zur Stimmung im Gewerbe mit bis zu 2,5 Millionen Jahresumsatz vorgestellt. In einigen Punkten weichen die Werte deutlich von den bundesweiten Vergleichszahlen ab.

Iserlohn..  Die Stimmung unter Freiberuflern, Handwerkern und Gewerbetreibenden mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro in Iserlohn ist insgesamt zuversichtlich. Sorgen bereiten vor allem der Fachkräftemangel und die zunehmende Konkurrenz aus dem Internet, die das stationäre Gewerbe unter Druck setzt.

Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von der Commerzbank beim Meinungsforschungsinstitut Ipsos in Auftrag gegeben wurde. Bundesweit wurden rund 1800 Geschäftskunden befragt – auch jene anderer Bankinstitute, 30 davon in Iserlohn. Die Studie wurde jetzt in der Iserlohner Commerzbank-Filiale von Christian Tummescheit, Mitglied der Geschäftsführung, und Thomas Kanditt, dem Leiter der Geschäftskundenberatung vorgestellt.

Das Ergebnis: 30 Prozent der Befragten sehen die wirtschaftliche Entwicklung in Iserlohn als „sehr gut“ (bundesweit: 37 Prozent) an, 53 Prozent (b.: 44 Prozent) als stabil. Nur 13 Prozent der Befragten sahen eine Verschlechterung gegenüber den Vormonaten (b.: 18 Prozent).

Der Grund für die positive Grundstimmung dürfte laut der Studie wohl in den vollen Auftragsbüchern der Gewebetreibenden liegen: 47 Prozent (b.: 31 Prozent) der Befragten sahen die Auftragslage als besser als noch vor sechs Monaten an, immerhin 43 Prozent (b.: 50 Prozent) empfanden sie als stabil. „90 Prozent der Iserlohner Geschäftskunden sehen die Auftragslage als positiv oder stabil an. Das ist bundesweit der Topwert für eine Stadtregion bei der Studie“, sagt Thomas Kanditt. „Der Grund ist der gute Branchenmix und der hohe Anteil an produzierendem Gewerbe hier vor Ort.“

Auch für das laufende Jahr erwarten die Iserlohner Freiberufler und Gewerbetreibenden mehrheitlich weiterhin eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. 23 Prozent (b.: 23 Prozent) glauben an „eine Stabilisierung auf hohem Niveau mit positiver Entwicklung in 2015“; 47 Prozent (b.: 48 Prozent) rechnen mit einer stabilen Entwicklung mit „kurzfristigen Rückgängen“. Nur 27 Prozent (b.: 25 Prozent) rechnen mit einer Verschlechterung der Lage. „Nach Wirtschaftskrise und Kurzarbeit wirkt sich die bessere Auftragslage nun positiv auf die Stimmung aus“, erklärt Thomas Kanditt.

Furcht vor Fachkräftemangel und Internet-Konkurrenz

Das größte Risiko für ihre Geschäftsentwicklung sehen 27 Prozent (b.: 19 Prozent) der Befragten in Iserlohn in ausbleibenden Aufträgen. Weitere Risiken sehen 23 Prozent (b.: 22 Prozent) im Fachkräftemangel sowie 15 Prozent (b.: 11 Prozent) in der zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet.

„Durch das Internet hat die Stadtgrenze ihre Bedeutung verloren“, sagt Thomas Kanditt. „Die Freiberufler und Unternehmer investieren darum gezielt in moderne Informationstechnik, Personal und Marketing.“

Mit 53 Prozent (b.: 38 Prozent) planen mehr als die Hälfte der Iserlohner Geschäftskunden Investitionen im IT-Bereich. Auch in den Bereichen Personal (43 Prozent: 39 Prozent) und Marketing (43 Prozent: 37 Prozent) planen die Waldstadt-Gewerbetreibenden höhere Investitionen als der bundesweite Durchschnitt.

Offenbar gibt es aber vor allem im Bereich Internet Nachholbedarf: Nur 10 Prozent (b.: 21 Prozent) der Iserlohner Befragten sind geschäftlich im Internet aktiv, 30 Prozent teilweise (b.: 21 Prozent), ganze 60 Prozent kaum (b.: 56 Prozent).

Christian Tummescheit zieht ein Fazit: „Die Studie zeigt: ,Die Lage der Wirtschaft ist stabil, der Investitionswille vorhanden. Im IT-Bereich müssen einige aber ihre Hausaufgaben noch machen.’“