Iserlohn als „das andere musikalische Amerika“

Der Iserlohner Sänger Jens Dreesmann setzte in der Gala der Big Band der Musikschule
Der Iserlohner Sänger Jens Dreesmann setzte in der Gala der Big Band der Musikschule
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Big Band der Musikschule spielte die Höhepunkte aus Frank Sinatras Gesamtwerk im Goldsaal

Iserlohn..  In diesem Jahr wäre Frank Sinatra 100 Jahre alt geworden. Das nahm sich die Big Band der Musikschule zum Anlass, ein großes Konzert mit Stücken des amerikanischen Sängers, Entertainers und Oscarpreisträgers zu geben.

„Es ist nach 2009 und 2012 bereits die dritte Gala im Goldsaal“, stellte Leiter Roland Kirch zu Beginn mit einem Strahlen fest. Dem Klarinettisten war schon früh am Abend anzumerken, dass er richtig Lust darauf hatte, mit seinem Ensemble Frank Sinatras Musik zum Besten zu geben.

Big Band spielte auch Sinatra-Titel aus den 30er Jahren

Während des Abends wurden die verschiedenen Stücke chronologisch gespielt. Kirch gab vor vielen Liedern Informationen zur Entstehung, weswegen er kurz nach Konzertbeginn feststellte: „Am Anfang seiner Karriere, also in den 30er Jahren, war Sinatra nicht der Bekannteste.“ Trotzdem sparte die Big Band auch diese Zeit natürlich nicht aus, als der Sänger vor allem als Lead-Sänger der Harry-James-Band auf der Bühne stand. Der erste Song des Abends war der Jazzstandard „April in Paris“ aus dem Jahr 1932, den auch Sinatra in seiner Karriere sang.

Einige Lieder kamen gänzlich ohne Gesang aus. Die Instrumentalisten hatten ihr Publikum trotzdem längst um den Finger gewickelt und Roland Kirch meinte mit einem Augenzwinkern: „Die Leute, die Sie da hören, sind alle von hier. Da brauchen wir keinen aus New York.“ Der Saal applaudierte zustimmend. Und auch als der Iserlohner Sänger Jens Dreesmann wenig später zum ersten Mal die Bühne enterte, war klar: „Iserlohn ist heute das andere musikalische Amerika.“

Besonders lauter Applaus für „The Party’s Over“

Kirch erklärte im weiteren Verlauf, dass sein Ensemble jedes Jahr versucht, ein sehr schwieriges Stück in das Repertoire aufzunehmen. Während der Gala spielte die Big Band eines davon. „The Party’s Over“ aus dem Jahr 1956 fordere musikalisch einiges, so Kirch: „Ob Sie es glauben oder nicht, das Stück ist wahnsinnig schwer zu spielen.“ Auch deswegen brandete nach dieser Darbietung besonders lauter Applaus auf.

Von den 1930er, über die 40er und 50er Jahre spielte sich die Iserlohner Big Band so langsam hin zu Sinatras großen Las-Vegas-Shows in den 60ern. Seine regelmäßigen Auftritte in „Sin City“ gaben der Stadt einen besonderen Coolness-Faktor, den auch Dreesmann mit stilechtem Hut am Sonntag verkörperte. Außerdem forderte er das Publikum zwischendurch zum Mitmachen auf: „Schnipsen Sie ruhig auf die Zwei und die Vier, das war in Amerika so üblich.“ Natürlich durfte stellvertretend für diesen Abschnitt in Sinatras Karriere der Welterfolg „My Way“ nicht fehlen, ebenso wie das berühmte „New York, New York“. Dieses Lied sang Sinatra ab Ende der 1970er Jahre regelmäßig.