„Iser-Kid-City“ diesmal wieder in der Läger

Die Organisatoren stellten mit Bürgermeister Dr. Ahrens und einigen der zahlreichen Mitarbeiter und Helfer das Programm der „Kinderstadt 2015“ vor.
Die Organisatoren stellten mit Bürgermeister Dr. Ahrens und einigen der zahlreichen Mitarbeiter und Helfer das Programm der „Kinderstadt 2015“ vor.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Wegen der Bauarbeiten auf dem Fritz-Kühn-Platz findet die „Kinderstadt 2015“ auf dem Platz neben der neuen Freizeitanlage in der Läger statt. Vom 29. Juni bis 17. Juli können Kinder ab der 2. Klasse und bis 13 Jahren bei dem Planspiel kennen lernen, wie das Leben in einer Stadt funktioniert. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Iserlohn..  Noch braucht es einiges an Fantasie, um sich vorzustellen, dass auf dem Platz hinter dem ehemaligen Umkleidegebäude des Läger-Sportplatzes in den ersten drei Wochen der Sommerferien reges Treiben herrscht, wenn dort die „Kinderstadt 2015“ ihre Pforten öffnet.

„Das passt mit den Zelten, der Bühne und den Werkstätten, wir haben es ausgemessen. Und wir machen es uns hier richtig schön zwischen Wald, Wiese und Parkplatz“, sagt Petra Lamberts vom Kinder- und Jugendbüro, das alle Kinder ab der 2. Klasse (also die jetzigen Erstklässler) und bis zum Alter von 13 Jahren zum vierten Mal zu diesem ganz besonderen Angebot einlädt.

Planspiel findet künftig alle zwei Jahre statt

Nach der Premiere in der ehemaligen Hauptschule Brüderstraße fand das Planspiel 2012 bereits einmal in der Läger, nämlich auf dem damals schon nicht mehr genutzten Sportplatz, statt. 2013 wurde dann der Fritz-Kühn-Platz zu „Iser-Kid-City“. Als klar wurde, dass für das Projekt, das in der Pilotphase über Mittel der Sozialen Stadt finanziert worden war und das künftig nach dem politischen Beschluss vor allem aus städtischen Haushaltsmitteln und im jährlichen Wechsel mit „Kids und Kunst“ durchgeführt werden soll, wegen der Bauarbeiten dort diesmal kein Platz ist, habe man auch überlegt, in andere Stadtteile zu gehen. „Aber das wäre irgendwie komisch gewesen, denn ,Iser-Kid-City’ gehört in die südliche Innenstadt“, macht Petra Lamberts deutlich. Wobei natürlich wieder Kinder aus ganz Iserlohn willkommen seien. Während der Bereich der Kinderstadt so wie bei den letzten Malen wieder komplett eingezäunt wird, bleibt die neue Freizeitanlage nebenan die ganze Zeit zugänglich. „Das wird aber quasi unser Spielplatz, was bedeutet, dass unsere Kinder für die Nutzung des Freizeitbereichs ,Iserlohnis’ als Eintritt bezahlen müssen.“

Möglichkeiten, diese zu verdienen und so den Kreislauf des Geldes kennen zu lernen, werde es wieder genügend geben in der von den Kindern selbst verwalteten Stadt: im Rathaus mit seinem Einwohnermeldeamt (das wieder von Magdalena Kramer von „Continue“ betreut wird) und der Jobvermittlung, in der Zeitungsredaktion (die wieder von der Heimatzeitung unterstützt wird), in der Radio-Werkstatt, im Geldinstitut, im Kiosk, beim Friseur, im Beautysalon und Sportstudio, in der Bäckerei und Gastronomie, in der Holzwerkstatt und,und,und...

Gesucht: Betreuer, Bauwagen und Architekt im Ruhestand

Die genaue Zahl der Arbeitsplätze (und damit auch der möglichen Zahl an Anmeldungen pro Woche) wisse man jetzt noch gar nicht genau. „Denn die Kinder entscheiden ja auch noch nach dem Start darüber, welche Firmen es noch geben soll und ob beispielsweise auch eine eigene Polizei wieder benötigt wird.“ Petra Lamberts rechnet aber mit mindestens 90 Plätzen pro Woche. Generell gelte wieder, dass die komplette Infrastruktur einer Stadt mit den Kindern nachempfunden und gelebt werden solle. Produktions-, Handwerks-, Dienstleistungs- und Verwaltungsbetriebe, Politik, Kultur, Wirtschaft, Freizeit und Medien – in allen Bereichen könne gearbeitet, geplant und gestaltet werden. Das Konzept sei das gleiche wie bei den ersten drei Auflagen. Einzige Ausnahme: Es wird diesmal keinen Kindergarten zur Betreuung der jüngeren Geschwisterkinder geben. Um Demokratie zu üben, findet an jedem Tag eine Bürgerversammlung statt, um sich dort gemeinsam über das Stadtgeschehen, Probleme und Ideen zur Veränderung auszutauschen und zu diskutieren. Jede Woche wird auch wieder ein Bürgermeister gewählt.

Auf die Begegnung mit seinen „Amtskollegen“ freut sich Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens bereits ebenso wie auf den Austausch mit den Eltern und Großeltern, die immer Freitagsnachmittags zum jeweiligen Wochenabschluss des Planspiels „Iser-Kid-City“ betreten dürfen: „Die Kinderstadt ist die schönste Veranstaltung“, kommt Dr. Ahrens regelrecht ins Schwärmen: „Es ist einfach toll zu erleben, wie die Kinder das alles so selbstständig machen und regeln.“

Zahlreiche Unterstützer aus Institutionen und Organisationen tragen dabei im Hintergrund zum Gelingen bei. „Wir brauchen jetzt aber noch einen jungen Betreuer, um das dreiköpfige Team vom Förderverein Lokalfunk zu unterstützen, einen weiteren Betreuer für die Baustelle mit den Caroxsteinen, wobei am besten ein Architekt im Ruhestand wäre, der vor den Arbeiten einen Plan machen kann, und eine Schneiderin“, sagte Petra Lamberts. Außerdem werde für die Radio-Werkstatt noch ein Bauwagen oder etwas Vergleichbares gesucht.