Internationales Interesse an OP-Methoden

Ihre schonenden Operationsmethoden stellten Dr. Nikolas Vesa und Dr. Ursula Roghmann bei einer internationalen Fachtagung in Rumänien vor.
Ihre schonenden Operationsmethoden stellten Dr. Nikolas Vesa und Dr. Ursula Roghmann bei einer internationalen Fachtagung in Rumänien vor.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Ein Ärzteteam aus dem St.-Elisabeth-Hospital war jetzt im Fortbildungseinsatz an einer rumänischen Universitätsklinik unterwegs

Iserlohn..  Auf großes Interesse stieß jetzt in internationalen Urologen-Kreisen eine Operationsmethode, mit der in Iserlohn seit Jahren auch hochbetagte, schwerstkranke Krebspatienten möglichst schonend behandelt werden. Davon berichteten Dr. Nikolaus Vesa, Leitender Oberarzt der urologischen Abteilung am St.-Elisabeth-Hospital, und seine Kollegin Dr. Ursula Rogh­mann (leitende Oberärztin Anästhesie) im Gespräch mit unserer Zeitung.

Operation wurde inzwei Hörsäle übertragen

Zusammen mit seinem Landsmann Dr. Razvan Mihai Minciu (Urologie) stellten Dr. Vesa, der gute Beziehungen zu seinem Geburtsland pflegt, und Dr. Ursula Roghmann Anfang April in einem dreitägigen Workshop an der Universitätsklinik Timişoara (Rumänien) unter anderem Techniken zur radikalen Zys­tektomie, also der Blasenentfernung und dem Blasenersatz, vor.

Dazu hatte Hein van Poppel, einer der führenden Mediziner auf diesem Gebiet und verantwortlich für die Aus- und Fortbildung bei der europäischen Gesellschaft für Urologie, das Ärzteteam des St.-Elisabeth-Hospitals eingeladen.

Es besitze in Fachkreisen eine gute Reputation, berichtet der Dr. Vesa mit berechtigtem Stolz. Nicht zuletzt auch durch die seit 2012 laufende Kooperation der Urologischen Abteilung des St.-Elisabeth-Hospitals mit dem Euregionalen Comprehensive Cancer Center am Universitätsklinikum Aachen.

Die „Iserlohner Methode“ beruhe darauf, dass er vergleichsweise schnell trocken mit der elektrischen Schere operiere, die Narkosezeit kürzer sei und Patienten auch weniger Blut verlieren, also bei ähnlichen Eingriffen. Im Schnitt verliere der Patient bei einem großen Eingriff bis zu eineinhalb Liter Blut. Bei der vierstündigen Operation an der Uni-Klinik in Timişoara, die in zwei Hörsäle übertragen wurde, waren es gerade mal 300 Milliliter. „Wir haben versierte Operateure, die aufgrund der Anzahl der Operationen und der langjährigen Berufserfahrungen ein stimmiges Gesamtkonzept entwickelt, es handelt sich um eine blutarme und schonende Vorgehensweise“, erläutert Dr. Rogh­mann. Die Blasenentfernung und der Blasenersatz dauere bei ihnen bis zu vier Stunden. Sie setze dabei auf eine kombinierte Narkose: Zusätzlich zur Vollnarkose arbeitet sie mit einem Schmerzkatheder. Das habe den Vorteil, dass die Vollnarkose nicht so stark sein müsse, weil man den Schmerz punktuell mit dem Schmerzkatheder ausschalten könne. Ziel sei es, dass die Patienten nach der OP wach, orientiert und schmerzarm sind, sich auf die Bettkante setzen und am nächsten Tag das Bett verlassen können, um weiter mobilisiert zu werden. Von den kurz wirksamen Medikamenten und der Regionalanästhesie profitieren ältere Menschen, weil sie schneller wieder fit sind. Bei der OP werden sie kontinuierlich gewärmt. Das sei gut für die Wundheilung.