In „Iser-Kid-City“ pulsiert das Leben

Schon vor und direkt nach der offiziellen Begrüßung auf dem Marktplatz von „Iser-Kid-City“ machten sich die Einwohner der Kinderstadt an die Arbeit, um ihre ersten „Iserlohnis“ zu verdienen.
Schon vor und direkt nach der offiziellen Begrüßung auf dem Marktplatz von „Iser-Kid-City“ machten sich die Einwohner der Kinderstadt an die Arbeit, um ihre ersten „Iserlohnis“ zu verdienen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Schon vor der offiziellen Begrüßung stürzten sich die Kinderstadt-Einwohner am Montag in die Arbeit.

Iserlohn..  Vor dem Einwohnermeldeamt im Rathaus der Kinderstadt in der Läger standen die Neu-Bürger am Montagmorgen noch Schlange, als nebenan in der Redaktion des „Iser-Kid-City-Anzeigers“ Lea (9), Lilly (9) und Louisa (8) schon mit Heimatzeitungsmitarbeiterin Dana Schmies über den Fragen für ihr erstes Interview brüteten.

Ein Artikel über den „Beautysalon“ sollte es werden, wo aber erst einmal sich die neuen Mitarbeiterinnen gegenseitig die Nägel lackierten und Locken in die Haare drehten – zum Lernen, aber auch in Ermangelung von Kunden. Denn die mussten ja am Montag auch erst einmal Geld verdienen, bevor sie es wieder im Schönheitszelt oder anderswo ausgeben konnten. Und die 122 Kinder, die in der ersten Spielwoche dabei sind, stürzten sich regelrecht in die Arbeit, noch bevor Petra Lamberts vom Kinder- und Jugendbüro sie überhaupt offiziell in „Iser-Kid-City“ begrüßen konnte.

Wird heute der Bau eines Freibades beschlossen?

Da wurde in der Holzwerkstatt noch der richtige Umgang mit den Werkzeugen erläutert, während nebenan in der Produktion sieben fleißige Arbeiterinnen bereits gespannt darauf warteten, mit der Fertigung von Fimo-Kugelschreibern („Aber mit reichlich Glitzer!“) beginnen zu können. Die Gärtnerei konnte sich vor willigen Arbeitskräften kaum retten, musste nach zehn Minuten bereits melden, dass alle 14 Stellen besetzt sind. Auch auf der Baustelle war der Arbeitseifer riesig, wurden die großen, zugleich aber kinderleichten Caroxsteine schon mal auch ohne Plan und Anweisung probehalber aufeinander geschichtet und wieder abgebaut. „Ich hatte früher Baustellen mit 100 Leuten, da war ich ruhiger als jetzt mit den zehn“, meinte Bernhard Oenning mit einem Schmunzeln. Der 80-jährige Bauingenieur, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert in Iserlohn lebt, war früher bei der Bundesbahn für den Bau von Brücken, Gleisen und Weichen verantwortlich und ist erstmals als Betreuer in der Kinderstadt dabei. Seine Enkelin, die ein Mitarbeiter-Praktikum in „Iser-Kid-City“ macht, hatte auf ihren patenten und fitten Opa verwiesen, war man doch händeringend auf der Suche nach einem Fachmann für den Baubereich. Und ist es immer noch, denn Oenning kann leider nur eine Woche mithelfen. Interessierte Bauingenieure oder Architekten können sich also gerne noch melden.

Einen Experten aus der Finanzwelt braucht „Iser-Kid-City“ indes nicht, denn mit Franz-Josef Löhr ist erneut ein ausgewiesener Fachmann an Bord, der sich am Montag sehr zuversichtlich zeigte, dass das Geldsystem der Kinderstadt wieder funktionieren wird: „Wir recyceln dazu die Scheine vom letzten Mal, es werden keine ,Iserlohnis’ neu gedruckt“, schloss der frühere Dresdner-Bank-Direktor und Dozent der Frankfurter School of Finance diese Inflationsgefahr aus. Auch die Hilfe von Notenbanken werde man nicht in Anspruch nehmen müssen. Die Geldströme kamen am Montag schnell in Bewegung: Kaum dass die Einwohner ihre ersten acht „Iserlohnis“ in einer Stunde verdient hatten (alle bekommen übrigens stets die gleiche Summe, nur der jeweilige Firmenchef einen mehr wegen der Verantwortung), ließen sie sich ihre sechs „Iserlohnis“ auszahlen. Denn zwei werden direkt als Steuer einbehalten.

Über die Verwendung der munter sprudelnden städtischen Einnahmen (schon 54 „Iserlohnis“ waren es nach einer Stunde) entscheidet der Bürgermeister von „Iser-Kid-City“, der am Dienstagmorgen gewählt wird, gemeinsam mit den Einwohnern auf der mittäglichen Bürgerversammlung. Vorgeschlagen wurde am Montag schon angesichts der erwarteten Temperaturen der Bau eines Freibades.