In der Krypta des Jazz-Schlagers
13.09.2007 | 12:23 Uhr 2007-09-13T12:23:27+0200Das war schon allerhand, was Götz Alsmann seinem Publikum am Mittwochabend im Parktheater alles aufgetischt hat. "Mein Geheimnis" heißt sein nagelneues Programm, in dem er sich tatsächlich daran machte, einige Geheimnisse um sich, seine Herkunft, sein Rep
Die anderen Geschichten waren - wie gesagt - glatt gelogen, dafür aber umso unterhaltsamer. Zum Beispiel die Mär, dass sein überaus talentierter Percussionist einst die Stadt Hameln mit einem drei Meter langen Digeridoo von einer schlimmen Elch-Plage befreit hat oder dass er die Songs seines einzigartigen Programms aus "Liedern, die sonst keiner singt," bei archäologischen Ausgrabungen in der "Krypta des Jazzschlagers" entdeckt hat.
Womit wir endlich bei der Musik wären, die ja das eigentliche Anliegen dieses Tausendsasser der deutschen Unterhaltungskunst ist, und bei der sich der vielseitig interessierte und begabte Musikwissenschaftler und Musiker einmal mehr ganz und gar auf den "Jazz-Schlager" gestürzt hat - wunderbare Melodien aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, die er (Klavier und Gesang) mit seiner dreiköpfigen Rhythmus-Combo (Bass, Schlagzeug, Perkussion) und dem glänzenden Solisten Altfrid M. Sicking am Vibraphon auf überaus abwechslungsreiche, farbige und tanzbare Weise umsetzte. Natürlich beglückte er sein Publikum, das in erster Linie aus langjährigen Fans bestand, mit einer seiner typischen Einlagen an der Okulele, die kaum einer so wundervoll beherrscht wie er.
Im zweiten Teil seiner Show schaffte es dann der großartige Entertainer doch, über seinen Schatten zu springen, sich für ein Viertelstündchen schweigend an den Flügel zurückzuziehen und dem Percussionisten und Band-Benjamin Markus Passlick, der just am Mittwoch seinen 44. Geburtstag feierte, die Bühen zu überlassen und dem Publikum so die einmalige Möglichkeit zu geben, an dessen mannigfaltigen Talenten teilzuhaben. Und der nutzte seine Chance und ließ mit seiner charmanten und schüchtern stammelnden Art, sowie mit der Flöte in der Hand nicht nur das Publikum, sondern auch seine Band-Kollegen Tränen lachen.
Auch das trug dazu bei, dass das Publikum am Ende restlos begeistert war und Alsmann mit Band frenetisch feierte.
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