Im dicken Fell durch die Iserlohner Innenstadt

„Fursuits
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Foto: Michael May IKZ
„Furries“ nennen sich die Zeitgenossen, die an „anthropomorphen Tieren“ in Wort, Bild und Schrift interessiert sind. Die Bewegung stammt aus den USA und erreichte Deutschland Mitte der 1990er-Jahre.

Iserlohn..  Beim Einkaufsbummel einem Affen oder einem Wolf über den Weg zu laufen, erscheint in Iserlohn unwahrscheinlich. Doch in der vergangenen Woche passierte genau das zahlreichen Passanten: Eineinhalb Stunden trieb sich eine tierische Truppe in der City herum, in Geschäften, beim Bäcker und unter freiem Himmel

„Furries“ nennen sich die Zeitgenossen, die an „anthropomorphen Tieren“ in Wort, Bild und Schrift interessiert sind. Die Bewegung stammt aus den USA und erreichte Deutschland Mitte der 1990er-Jahre. Eine Untergruppe sind die Träger der „Fursuits“, also von Kunstfellanzügen. Sie treffen sich kostümiert bei eigenen Festivals oder besuchen Veranstaltungen. Und sie präsentieren sich im öffentlichen Raum, einfach so und ohne Ankündigung.

„Leute bespaßen“ – so beschreibt der Hemeraner Marcel Papke das Ziel der Truppe, mit der er als ziviler Begleiter unterwegs war. „Es geht immer mindestens einer ohne Fursuit mit, weil es manchmal Idioten gibt, die die Kostüme zerstören wollen“, so der 25-Jährige. Er selbst besitzt noch keinen Fellanzug, weil die Anschaffungskosten schnell mal 1000 Euro erreichen können. Denn um sich in einen Werwolf, in einen Affen oder eine Katze verwandeln zu können, betreiben die „Furries“ großen Aufwand. Entweder entwerfen und fertigen sie das Kostüm selbst, oder sie beauftragen einen Profi damit.

„Die Fertigstellungsdauer ist abhängig vom Aufwand: Es muss ja auch Technik verbaut werden.“, so Papke, denn schließlich sollen sich Ohren oder Kiefer bewegen oder Augen leuchten können. Zwischen drei Wochen und mehreren Monaten kann die Herstellung dauern.

„Das ist spontan aus Langeweile entstanden“

Mit ihm sind „Furries“ aus Iserlohn, Dortmund und Hagen durch die Innenstadt gezogen. „Das ist spontan aus Langeweile entstanden“, so der Hemeraner. Er und die Gleichgesinnten verabreden sich zu derartigen Aktionen über das Internet oder via Handy. Neben den oben beschriebenen negativen Reaktionen ernten die Fellträger jede Menge positive Resonanz. In der vergangenen Woche wollten viele Kinder die riesigen Kuscheltiere streicheln, Erwachsene ließen sich mit der Truppe fotografieren.

Um Erfahrungen auszutauschen, neueste Kostüm-Ideen vorzustellen oder die nächste Aktion – Papke und seine Mitstreiter wollen demnächst den Sauerland-Park besuchen – zu planen, treffen sich die „Furries“ aus der Region ein Mal monatlich in Dortmund.