Ihr Credo ist Liebe zu allen Menschen

Dr. Martina Harbrink - Schlegel, Ärztin in der Werkstatt im Hinterhof, erhält am Internationalen Frauentag den ersten Fanny-van-Hees-Preis.
Dr. Martina Harbrink - Schlegel, Ärztin in der Werkstatt im Hinterhof, erhält am Internationalen Frauentag den ersten Fanny-van-Hees-Preis.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Dr. Martina Harbrink-Schlegel, Ärztin für Allgemeinnedizin, erhält am Weltfrauentag den ersten Iserlohner Fanny-van-Hees-Preis.

Iserlohn..  Dr. Martina Harbrink-Schlegel erhält am Internationalen Frauentag, dem 8. März, den ersten Fanny-van-Hees-Preis. Für die Iserlohner Allgemeinmedizinerin sprach sich jetzt die Arbeitsgemeinschaft Iserlohner Frauengruppen auf ihrer jüngsten Sitzung im Rathaus aus. Dr. Harbrink-Schlegel absolvierte mehrere Arbeitseinsätze bei Ärzte ohne Grenzen. Seit 15 Jahren engagiert sie sich für und in der Einrichtung „Werkstatt im Hinterhof“, wo sie täglich bis zu 120 schwerstkranke Patienten behandelt: Konsumenten legaler und illegaler Drogen, Obdachlose, psychisch Kranke, Prostituierte und die Kinder der Betroffenen.

Ihr Credo beschreibt sie so: „Ich liebe alle Menschen. Wir sind alle gleich.“ Wie Gleichstellungsbeauftragte Judith Mühlenhoff bei der Sitzung erklärte, ist es besonders hervorzuheben, dass Dr. Harbrink-Schlegel auf ein „normales“ Einkommen und die gesellschaftliche Anerkennung als Ärztin verzichte, um diesen Menschen am Rande der Gesellschaft in ihrer Minipraxis in der „Werkstatt im Hinterhof“ zu helfen: „Sie arbeitet ganz im Stillen und ist mit ganzem Herzen dabei. Sie leistet eine wertvolle Arbeit und verdient unsere Anerkennung.“

Bürgermeister Dr. Ahrens zeichnet Ärztin aus

Die Idee, eine besonders beispielhafte Frau mit einem Preis am Weltfrauentag zu ehren, importierte Judith Mühlenhoff aus der türkischen Stadt Ayancik, die sie im Rahmen eines interkulturellen Projektes im vergangenen Jahr besuchte. Zum Internationalen Frauentag zeigt die „birlik beraberlik – Frauen machen sich auf den Weg“ ein reich bebildertes „Reisetagebuch“. Sie wird am Sonntag, 8. März, um 18 Uhr im Löbbeckesaal im Beisein von Gästen aus Ayancik eröffnet. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft. An diesem Abend wird Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens den Fanny-van-Hees-Preis erstmals vergeben.

Diana Schönig stellte im Weiteren die Arbeit des Flüchtlingsnetzwerkes vor und beschrieb die vielfältigen und komplizierten rechtlichen und gesundheitlichen Probleme sowie die schwierige Situation in den beengten Flüchtlingsunterkünften der Stadt. Auch ging sie auf die Arbeit der 80 Ehrenamtlichen ein und verwies auch auf zehn Flüchtlingspatenschaften.

Bürger sind aufgefordert, Wohnungen bereitzustellen

Die Initiatorin des Flüchtlingsnetzwerkes, Diana Schönig, lobte die vielfältigen Anstrengungen der Flüchtlingsberatung und des Ordnungsamtes der Stadt für die derzeit 270 Flüchtlinge, die nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten suchen.

Sylvia Olbrich von den Grünen berichtete von schlimmen Zuständen in den fünf überbelegten Flüchtlingsunterkünften im Stadtgebiet. „Es überrollt uns einfach“, kommentierte Annegret Simon die Lage, bei der neben der Stadt auch die Bürger aufgefordert seien, Privatwohnungen zur Verfügung zu stellen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Iserlohner Frauengruppen diskutierte Möglichkeiten der Zusammenarbeit und will die Arbeit des Flüchtlingsnetzwerkes unterstützen. Über Details müsse jetzt im Vorstand und den jeweiligen Gruppen noch beraten werden.