IGW hat sich für 2015 ehrgeizige Ziele gesetzt

Das geplante IGW-Neubauprojekt an der Rahmenstraße soll mit seiner modernen Architektur auch gehobenen Wohnansprüchen gerecht werden.
Das geplante IGW-Neubauprojekt an der Rahmenstraße soll mit seiner modernen Architektur auch gehobenen Wohnansprüchen gerecht werden.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
In Sachen Stadtentwicklung sieht IGW-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Schmitt die Quartiersentwicklung rund um den Fritz-Kühn-Platz als ein wesentliches Ziel an.

Iserlohn..  Das Jahr 2014 brachte für die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (IGW) personell wie auch von der Ausrichtung her bedeutsame Veränderungen mit sich. Zu Jahresbeginn löste der damalige Baudezernent Olaf Pestl - nachdem er die Gesellschaft seit April 2013 kommissarisch geleitet hatte - auch offiziell Holger Lohrbach auf der Geschäftsführer-Position ab. Und nachdem Renate Brunswicker ihren Rückzug aus der ersten Reihe der Kommunalpolitik bekanntgegeben hatte, war klar, dass nach der Kommunalwahl auch der Aufsichtsratsvorsitz neu zu besetzen wäre. Hier wurde am 27. August 2014 Michael Schmitt (CDU) einstimmig an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt. Und mit dem Aufgabenfeld Stadtentwicklung sollte die IGW im abgelaufenen Jahr auch inhaltlich neues Terrain betreten.

Größte Wohnungsgesellschaft in Iserlohn

Michael Schmitt, der als Diplom-Ingenieur und Abteilungsleiter Werksplanung und -erhaltung eines mittelständischen Unternehmens auch einschlägige berufliche Erfahrungen mitbringt, sieht im Aufsichtsratsvorsitz eine sehr interessante Aufgabe, die ihm viel Spaß mache. Die IGW könne mit Fug und Recht stolz darauf sein, die größte Wohnungsgesellschaft in Iserlohn zu sein. Und auch im neuen Bereich Stadtentwicklung habe die IGW bereits erste Duftmarken setzen können. Schmitt erinnert daran, dass die Ansiedlung dieses Aufgabenfeldes nicht von allen Parteien positiv gesehen worden sei. Positive Impulse seien von der Klausurtagung des IGW-Aufsichtsrates in Bochum ausgegangen. In der Ruhrgebietsstadt wird der erweiterte Aufgabenzuschnitt schon seit Jahren erfolgreich praktiziert.

In Sachen Stadtentwicklung sieht Schmitt die Quartiersentwicklung rund um den Fritz-Kühn-Platz als ein wesentliches Ziel an. Hier seien mit dem Erwerb der Fischer-Häuser bereits erste Voraussetzungen für eine nachhaltige Umgestaltung geschaffen worden. „Das ist ein tolles Projekt“, sagt Schmitt. Und auch das IGW-Engagement im Mühlentor sei vielversprechend, um in dieser problematischen Innenstadtzone erste Impulse zu setzen. Der Aufsichtsratschef hofft darauf, dass diese Bemühungen Vorbildcharakter für Eigentümer umliegender Immobilien besitzen und private Investitionen nach sich ziehen. Als eine städtische Schlüsselaufgabe sieht Michael Schmitt, der als CDU-Ratsherr auch Vorsitzender des Planungsausschusses ist, die Entwicklung des Schillerplatz-Areals an. Hier wünscht er sich innerhalb der geplanten Entwicklungsgesellschaft neben der IGW ausdrücklich auch die Einbeziehung der Sparkassen-Tochter S-Projekt Iserlohn. Es habe sich bereits bei der Iserlohner Bewerbung als Standort einer Sparkassenakademie herausgestellt, dass IGW, Stadtverwaltung und S-Projekt sehr zielstrebig zusammenarbeiten können. So werde auf sinnvolle Weise Know-how gebündelt.

Eines ist für Michael Schmitt ganz wichtig, und da befindet er sich auch absolut im Einklang mit IGW-Geschäftsführer Olaf Pestl: „Das Engagement in Sachen Stadtentwicklung darf nicht auf Kosten der bisherigen Kernaufgaben gehen.“ Gemeint ist damit natürlich vor allem die Vermietung und der Erhalt des Wohnungsbestandes, der immerhin rund 2000 Einheiten umfasst. Auch hier, so Schmitt, habe sich die IGW klare, ehrgeizige und auch zukunftsweisende Ziele gesetzt. Da gelte es zum einen, den Wohnungsbestand so zu entwickeln, dass er den Anforderungen der demografischen Entwicklung gerecht wird. Die energetische Sanierung der Gebäude soll ebenfalls weiter vorangetrieben werden. Hinter dem Slogan „Wohnen gestern und heute“ verbirgt sich die Zielsetzung der Gesellschaft, sich wandelnden Marktanforderungen anzupassen, beispielsweise bezüglich der Wohnungs-Grundrisse. 25 Prozent des Gebäudebestandes stammen aus den Jahren 1919 bis 1949, 36 Prozent aus den Jahren 1950 bis 1960. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es die genannten Zielsetzungen durchaus in sich haben. So will man 2015 rund 35 Euro pro Quadratmeter Wohnraum in die Bestandspflege investieren.

Gegründet worden ist die IGW seinerzeit auch, um den Iserlohnern bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können. Dieser sozialen Verantwortung, so Michael Schmitt, wolle das Unternehmen auch künftig gerecht werden. In diesem Kontext sieht Schmitt auch die Beteiligung am Wohnprojekt 170 Grad oder die Kooperation mit Pflegediensten oder der Ev. Jugendhilfe. „Wir fühlen uns auch sozialpolitischen Herausforderungen verpflichtet“, sagt der Aufsichtsratschef.

Schlieperblock: Mit dem Land im Gespräch bleiben

Wachsende Bedeutung werde außerdem dem Thema Denkmalschutz beigemessen. Als Beispiel nennt Schmitt den Schlieperblock. Auch wenn erste Bemühungen, das Projekt in einem Förderprogramm zu platzieren, gescheitert sind, werde die IGW mit dem Land im Gespräch bleiben. Denn eines sei klar: Die sicherlich wünschenswerte Entwicklung oder Renovierung der Objekte sei nur mit Fördermitteln möglich. Schmitt: „Die Einflussmöglichkeiten der IGW sind auf Grund des Denkmalschutzes zwar stark eingeschränkt.“ Dennoch zeigt sich der Aufsichtsratsvorsitzende nach Jahren des Stillstandes optimistisch, handfeste Konzepte für eine erfolgsversprechende Umwandlung dieses Gebietes ausmachen zu können.

Es sind also viele Felder, auf denen die IGW unterwegs ist. Im Gespräch mit unserer Zeitung lenkt der IGW-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Schmitt den Blick auch auf das große Neubauprojekt an der Rahmenstraße. Sehr attraktive Wohnungen, die durchaus gehobenen Wohnansprüchen gerecht werden, sollen dort entstehen. Auf die Frage, ob es denn die Aufgabe der IGW sei, sich auch in diesem Markt-Segment zu engagieren, sagt Schmitt: „Es macht durchaus Sinn, sich breiter aufzustellen und verschiedene Zielgruppen mit Wohnraum zu versorgen.“

Angesichts der großen Aufgabenvielfalt ist Michael Schmitt überzeugt, dass mit Olaf Pestl der richtige Mann die Geschäfte der IGW führt. „Ich habe Pestl bereits in seiner Zeit als Baudezernent kennen und schätzen gelernt. Daran hat sich auch in seiner neuen Funktion nichts geändert.“ Olaf Pestl gehe besonders ideenreich an die Themen heran. Und so habe er in relativ kurzer Zeit schon viel bewegt, meint Schmitt. Und gemeinsam mit Olaf Pestl freut sich Michael Schmitt bereits auf das Jahr 2016. Denn dann kann die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft ihr 125-jähriges Bestehen feiern.