Ich kriege Schnappatmung, wenn ich nervös bin

Die 23-jährige Nachwuchsautorin Lena Schätte
Die 23-jährige Nachwuchsautorin Lena Schätte
Foto: Michael May IKZ
Die Nachwuchsautorin Lena Schätte spricht über die Entstehung ihres Erstlingswerks „Ruhrpottliebe“.

Iserlohn/Hagen..  Die 23-jährige Krankenschwester in spe legt beim Besuch in unserer Redaktion ihren Roman „Ruhrpottliebe“ auf den Tisch und streicht über das stilisierte Herz über der Skyline von Dortmund, das ihr 191-seitiges Erstlingswerk ziert. „Es ist eine Mischung aus autobiografischem und fiktiven Geschichten“, umschreibt Lena Schätte ihr Erstlingswerk.

„Ich schreibe seit der Grundschule und lese viel“

Schauplätze des kurzweilig und humorvoll geschriebenen Buches über das Erwachsenwerden der Hauptfigur sind Hagen und Dortmund. „Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die zu Hause ausgezogen ist und ihr selbstständiges Leben in die Hand nimmt“, umschreibt sie den Inhalt ihres Buches, dessen Hauptfigur Dana ihr in vielen Dingen sehr ähnlich ist. Auf der Suche nach der großen Liebe testet Dana auch eine Internetplattform für Singles an. Ob es ein Happy-End gibt, will sie nicht verraten. Ihren Kapiteln stellt sie jeweils Zitate von Autoren (Nick Hornby bis Tennessee Williams), Filmen (Pulp Fition) oder aus Songs zum Beispiel von Frida Gold voran.

„Ich schreibe seit der Grundschule, mal mehr mal weniger“, sagt Lena Schätte.Was sie sonst macht in ihrer Freizeit außer scheiben? „Ich lese extrem viel, liebe Harry Potter und Bücher von Tommy Jaud. Von den deutschen Slammern gefällt mir Patrick Salm. Außerdem gehe viel auf Festivals und in Konzerte“, beschreibt die leidenschaftliche Bahnfahrerin ihre kulturellen Interessen. „Ich liebe es rockig und gitarrenlastig.“

Ihre ersten Lesungen absolvierte Lena Schätte in der Stadtbücherei Altena, in der Gesamtschule in Werdohl und in Hagen beim „Poetry Slam“. „Ich brauche erst mal Übung“, gibt sie sich selbstkritisch. „Ich nuschele noch viel. Ich kriege Schnappatmung, wenn ich nervös bin.“

Bis zu ihrem 13. Lebensjahr lebte Lena Schätte mit ihrer Familie in Altena. Wegen der Ausbildung bei der Krankenpflegeschule des Bethanien-Krankenhauses zog es die 23-Jährige zunächst nach Iserlohn. Vor einem Jahr wechselte die Nachwuchskrankenschwester ihren Wohnort und zog nach Hagen. Dort liebt sie den kreativen Austausch mit einer Gruppe von Autoren aus Hagen, die sie über die Volkshochschule kennen gelernt hat. „Als ich das Manuskript fertig hatte, bin ich in Buchhandlungen gegangen und habe mir viele Bücher angeschaut, die vom Titel, von der Optik und inhaltlich für mein Buch in Frage kommen. Ich habe einige Samstage in Buchhandlungen verbracht“, beschreibt die Jungautorin ihre hartnäckige Recherche. „Dann habe ich 30 Verlage angeschrieben und viele dicke Pakete geschnürt. Einige wollten eine Probe und mit sieben Verlagen kam es zum Dialog.“ Lena Schätte erinnert sich noch gut an die entscheidende Wende Ende 2013: „Der Marlon-Verlag in Moers konnte sich mit Ruhrpott identifizieren. So ist es dann was geworden. Dass ich so ein Glück hatte, ist wirklich toll. “ Bei der Bearbeitungsphase des Manuskriptes mit Cover und Werbung habe sie dann viel über den Literaturbetrieb gelernt.

Und wie sind die ersten Reaktionen aus ihrem Umfeld? Mit breitem Grinsen verrät die junge Autorin: „Durchweg positiv. Was anderes hätte ich auch nicht erwartet, weil sie wissen, es ist mein Baby.“ Auch bei Amazon sind die ersten Kunden-Rezensionen mehr als positiv: Die ersten vier Meldungen haben die höchste Sternchenzahl vergeben. Die begeisterte Leserreaktionen reichen von „Tolles Buch mit Suchtfaktor“ bis zu dieser Einschätzung: „Wahnsinnig witzig und trifft Beziehungen und Dates von heute einfach auf den Kopf! Ich hab so oft laut gelacht und bloß gedacht ,Das könnte ich sein’. Definitiv empfehlenswert!“

Lena Schätte: Ruhrpottliebe

Marlon-Verlag

ISBN 978-3-943172-45-4

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