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„Ich gehe mit einem guten Gefühl“

22.09.2011 | 17:38 Uhr
„Ich gehe mit einem guten Gefühl“
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Iserlohn.Die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung von Mann und Frau durchsetzen – mit diesem Ziel sind in den 80er Jahren in den Stadtverwaltungen der ganzen Republik Gleichstellungsstellen eröffnet worden. Erreicht hat man – oder besser frau – dieses Riesen-Ziel aber auch 25 Jahre nach der Einrichtung der Gleichstellungsstelle im Iserlohner Rathaus noch lange nicht. „Das können wir ja auch gar nicht“, sagt Iserlohns Gleichstellungsbeauftragte Mechtild Beike. „Wir können nur Impulse setzen.“

„Die Benachteiligung der Frauen zieht sich nach wie vor durch alle gesellschaftlichen Bereiche“, sagt Mechtild Beike, die am Freitag ihren letzten Arbeitstag hat, bevor sie in den Vorruhestand geht. Und auch nach 19 Jahren, in denen sie den Iserlohner Kampf um mehr Gleichberechtigung geprägt hat, gibt es immer noch Missstände, über die sie sich richtig aufregen kann. Dass Gewalt gegen Frauen immer noch eine alltägliche Sache ist, die viel zu wenig geächtet und von den betroffenen Frauen auch nach wie vor viel zu wenig angezeigt wird, geht ihr sehr nahe. Oder auch, dass sexistische Äußerungen und die Erniedrigung der Frauen zu Sexual-Objekten in der Gesellschaft, in den Medien, der Werbung, am Arbeitsplatz und überall zu den normalsten Dingen der Welt gehören, und dass auch hier die Frauen viel zu wenig Gegenwehr liefern, ärgert sie.

Und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Gleichstellung der beruflichen Chancen von Frauen und Männern – eine der wichtigsten Säulen der Arbeit von Gleichstellungsstellen – sei noch lange nicht erreicht.

Sie selbst musste nie Beruf und Familie unter einen Hut bekommen, denn Mechtild Beike hat keine Familie gegründet. Sie stammt aus dem Münsterland, wo sie auch heute noch zusammen mit ihrem Lebensgefährten lebt. Täglich ist sie nach Iserlohn gependelt. In Münster hat sie auch über den zweiten Bildungsweg Soziologie studiert, um in Ibbenbüren eine erste Stelle für eine wissenschaftliche Arbeit anzunehmen. Bevor sie 1992 die Iserlohner Gleichstellungsstelle von Annegret Bergmann übernahm, war sie bereits Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Greven.

Aber was genau macht eigentlich eine Gleichstellungsbeauftragte? Zum einen wirkt sie intern in die Stadtverwaltung hinein, begleitet alle Stellenausschreibungen, gestaltet strukturelle Veränderungen mit und legt Programme, Maßnahmen und Fortbildungen auf. In der Amtszeit von Mechtild Beike wurden auf ihr Betreiben hin zum Beispiel ein Mentoring-Programm für potenzielle Führungskräfte, ein Karrierenetzwerk für Frauen sowie Telearbeitsplätze für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingeführt.

Zum anderen wirkt sie nach außen in die Stadt hinein, wobei sich jede Gleichstellungsstelle je nach Bedarf eigene Schwerpunkte bilden kann. In Iserlohn hat Mechtild Beike vor allem mit Fachtagungen zu Themen wie „Häusliche Gewalt“ oder „Frauengesundheit“ Akzente gesetzt, sie hat mit zahlreichen Veranstaltungen einen großen Beitrag zur Stärkung der Frauenkultur in Iserlohn geleistet und sie hat als wahrscheinlich deutlichsten Schwerpunkt die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund vorangebracht. Auf das gute Verhältnis zu vielen ausländischen Frauen und das Vertrauen, das diese Frauen in Iserlohn geschöpft haben, ist sie besonders stolz. In diesem Rahmen hat die Gleichstellungsstelle auch den Anstoß zur Erarbeitung eines eigenen Iserlohner Integrationskonzeptes geliefert.

„Ich gehe mit einem guten Gefühl und blicke gerne zurück“, sagt Mechtild Beike angesichts der vielen positiven Entwicklungen und der vielen fruchtbaren Kooperationen, die ihre Zeit ausgemacht haben. Wie es mit der Gleichstellungsstelle weiter geht und ob sie in der bisherigen Form mit eindreiviertel Stellen weitergeführt wird, ist noch unklar. Im kommenden Jahr wird auch ihre Stellvertreterin Helena Haack in den Vorruhestand gehen, und eine Entscheidung über eine Neuanstellung ist noch nicht gefallen. Klar ist aber wie es mit Mechtild Beike weitergeht. „Ich bin kein Mensch, der ständig Urlaub macht oder lange im Bett liegt. Ich brauche Struktur und eine Herausforderung“, weswegen sie sich schon an der Uni Münster für das Fach Kunstgeschichte eingeschrieben hat.

Ralf Tiemann

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Kommentare
23.09.2011
15:43
Blockierter Kommentar.
von sogesehen | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.09.2011
02:14
„Ich gehe mit einem guten Gefühl“
von thorgot | #1

Impulse setzen?
Wie eine weibliche Person ohne Qualifikation in den Verwaltungsvorstand installieren?
Nunja, das ist ja gelungen!
Aber ansonsten... nichts!

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