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Hospitäler verhandeln über Einsparungen

16.06.2011 | 18:04 Uhr
Hospitäler verhandeln über Einsparungen
Über Gehaltseinbußen für Beschäftigten des St.- Elisabeth-Hospitales wird derzeit mit der Mitarbeitervertretung verhandelt. Foto: Josef Wronski

Iserlohn.Gibt es Abstriche beim Weihnachtsgeld oder Kürzungen bei anderen Gehaltsbestandteilen? Die Katholische Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis verhandelt aktuell mit ihren Mitarbeitervertretungen über Einsparungen in Höhe von 1,25 Millionen Euro im Personalbudget. Das erklärte Geschäftsführer Thomas Wülle im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die von der Unternehmensleitung gewünschten Kürzungen betreffen die rund 1000 Beschäftigten der drei Krankenhäuser St. Elisabeth, St. Marien und St. Vincenz mit der Krankenhausapotheke, der Verwaltung und der Krankenpflegeschule in Iserlohn: In Iserlohn arbeiten rund 500 Frauen und Männer, in Menden 400 und in Balve 100. Wann und in welcher Höhe diese Kürzungen greifen sollen, ist derzeit noch offen. Gleichzeitig hat sich die Hospitalvereinigung eine Steigerung der Patienten- und Fallzahlen verordnet.

Hintergrund ist nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Wülle die schwierige Situation der gesetzlich gedeckelten Krankenhausfinanzierung. In NRW werden dafür unterdurchschnittliche Preise für die Leistungen erstattet. NRW liegt an zehnter Position im Ranking der Preise, die für ärztliche und pflegerische Leistungen bezahlt werden. Außerhalb der Hochleistungsmedizin an Universitätskliniken bekommen die Hospitäler weniger Geld für ihre Leistungen, so Wülle. Er spricht von einer kontinuierlichen Deflationierung der Preise. Dieses Finanzierungssystem zwinge alle Kliniken dazu, das Leistungsniveau in der fachlichen Tiefe oder bei den Patientenzahlen zu steigern. Und wenn man den Status Quo erhalte, bedeute das unweigerlich die Schließung.

Deshalb sei es die Strategie der Katholischen Hospitalvereinigung, im Wettbewerb am Markt weiter zu wachsen: „Wir sind mit großen Schritten auf Wachstumskurs“, erklärt Thomas Wülle den Diversifizierung- und Spezialisierungskurs. Iserlohn sei seit wenigen Wochen regionales Traumazentrum, sekundiert Pflegedirektor Thomas Mende.

„Wir werden mittelfristig nicht umhin kommen, die Fallzahlen zu erhöhen. Es ist eine mittelfristige Überlebensfrage. Wenn wir attraktiv bleiben wollen, müssen wir uns entwickeln“, betont Thomas Wülle.

In den aktuellen Pflegesatzverhandlungen mit den Krankenkassen drohe, dass sie die Leistungssteigerungen allenfalls zu 35 Prozent erstatten. „Vor dem Hintergrund der Verhandlungen haben wir die unternehmerischen Ideen ins Spiel gebracht, mit den Mitarbeitervertretungen zu verhandeln, einen Teil der tariflichen Umsetzungen nicht zu zahlen“, berichtet Wülle weiter, dass die Beschäftigten bereits darüber informiert wurden. „Sollte es anders kommen, werden wir die einbehaltenen Gelder bei positivem Jahresabschluss wieder auszahlen. So selten ist es nicht, dass Mitarbeiter kirchlicher Träger auf Gehaltsteile verzichten“, weiß Thomas Wülle. „Es geht darum, dieses in diesem Jahr aufgetretene Risiko abzufedern. Das Risiko liegt in den aktuellen Pflegesatzverhandlungen.“

Auch das Evangelische Bethanien-Krankenhaus befindet sich auf einem Sparkurs bei gleichzeitiger Ausweitung seines Leistungsspektrums: Wie berichtet, sind eine Million Euro als Summe von zusätzlichen Einnahmen und Einnahmen die Zielvorgabe der Geschäftsführer angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im Lande.

„Die Schere geht auseinander zwischen den Budgets und den Tarifsteigerungen“, erläuterte Geschäftsführer Bernd Löser die Bredouille aller Krankenhäuser – ganz gleich ob evangelisch oder katholisch. Das erfordere strukturelle Änderungen, die in Schritten erfolgen. Er nennt als erstes die Ausweitung der Leistungen bei gleichem Personalstand. Die Arbeitszeiten werden stärker flexibilisiert an den Bereichen gestaltet. Außerdem werde bei den Sachkosten gespart, somit kommen etwa große Verträge auf den Prüfstand. Bei den Personalkosten stehen derzeit keine Einsparungen an, so Löser.

Im vergangenen Jahr erhielten die Bethanien-Beschäftigten nur 50 Prozent des Weihnachtsgeldes. Für dieses Jahr sei nicht auszuschließen, dass ebenfalls nur 50 Prozent zur Auszahlung komme, sagte Geschäftsführer Bernd Löser weiter. Das hänge davon ab, wie sich das Geschäftsjahr entwickelt. Erst im August stehen für das Bethanien-Krankenhaus die Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern an. Eine Streichung der Einmalzahlung von 240 Euro, wie sie beim letzten Tarifabschluss erzielt wurde, erteilten die Beschäftigten bei einer jüngsten Mitarbeiterbefragung eine deutliche Absage. Erfreulich habe sich die Auslastung im ersten Quartal entwickelt.

Cornelia Merkel

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Kommentare
20.06.2011
17:15
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von Eskmann | #2

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19.06.2011
23:43
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von Eskmann | #1

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