Hochkaräter vor kleiner Kulisse

Die Woodhouse Jazz Band bei ihrem Auftritt im Henkelmann.
Die Woodhouse Jazz Band bei ihrem Auftritt im Henkelmann.
Foto: IKZ
Die bekannte Woodhouse Jazz Band aus Mülheim spielte am vergangenen Samstag leider nur vor kleinem Publikum im Jazzclub Henkelmann.

Iserlohn..  Die Woodhouse Jazz Band ist eine Institution – seit rund 62 Jahren gehört die Mülheimer Formation zu den Großen Namen der europäischen Jazz- und Swing-Szene. Seit den Gründungstagen mag die Besetzung wechseln, qualitativ vereint die Band allerdings seit vielen Jahren Instrumentalisten unter einem Dach, die sich durch ihr großartiges Spiel perfekt ergänzen.

Schwache Besucherresonanz wegen des Pokalendspiels

Echte Hochkaräter also, die da am Samstagabend im Jazzclub Henkelmann zu einem musikalischen Streifzug durch die Jazz-Historie eingeladen hatten. Und auch, wenn die Band schon auf internationalen Bühnen solch klangvolle Namen wie Till Brönner, Bill Ramsey oder Paul Kuhn begleitete, hatte man an diesem Abend ein wenig das Nachsehen, denn König Fußball sorgte auch hier dafür, dass sich weniger Besucher als sonst im Henkelmann auf einen entspannten Hörgenuss eingestellt hatten. Aufgrund des DFB-Pokalendspiels blieben einige Plätze leer, gerade einmal 20 Gäste hatten den Jazz dem Passivsport vor dem TV vorgezogen.

Denen, die gekommen waren, attestierte Tyrid Cornelissen vom Henkelmann jedoch, die bessere Wahl getroffen zu haben. Schließlich müsse man sich nun nicht über das Versagen von Borussia Dortmund ärgern. Fußball konnte den Besuchern auch herzlich egal sein, denn die Musiker Hinderik Leeuwe (Trompete und Flügelhorn), Waldemar Kowalski (Klarinette und Saxofon), Horst Janßen (Posaune) Georg Derks (Klavier), Andreas Scheel (Bass) und Rolf Drese am Schlagzeug servierten Jazztunes vom Feinsten. Standards aus Blues, Bossa-Nova und Modern Swing, von Rolf Drese so arrangiert, dass die einzelnen Titel viel Freiraum für Improvisation und Soli der einzelnen Instrumente bot.

Unterbrochen wurde der fiedele Streifzug durch die Musikgeschichte immer nur dann, wenn Horst Janßen die Folgetitel ansagte, um galant kleine, augenzwinkernd vorgetragene Werbebotschaften in eigener Sache zu streuen: „Es empfiehlt sich, heute schon an Weihnachten zu denken, um seine Lieben mit einem besonderen Geschenk zu erfreuen. Wie wäre es beispielsweise mit einer CD, die wir selbst aufgenommen haben?“

Solch charmanter Eigenwerbung konnten die Zuhörer kaum widerstehen. Trotz des schwachen Besucherzustroms lieferte die Woodhouse Jazz Band einen gelungenen Abend, für den sich Tyrid Cornelissen noch mal ausdrücklich bei der Kulturinitiative Iserlohn (KUI) bedankte. Die war als Hauptsponsor eingetreten und hatte so das Konzert mit den Mülheimer Musikern erst ermöglicht.