Heimischer Experte in Sachen Bismarcktürme

Der gebürtige Sümmeraner Jörg Bielefeld hat im vergangenen Jahr mit dem Landschaftsfotografen Alfred Büllesbach das Buch „BISMARCKTÜRME.Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis“ veröffentlicht.
Der gebürtige Sümmeraner Jörg Bielefeld hat im vergangenen Jahr mit dem Landschaftsfotografen Alfred Büllesbach das Buch „BISMARCKTÜRME.Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis“ veröffentlicht.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Der Sümmeraner Jörg Bielefeld veröffentlicht im Internet und im Fachbuch Wissenswertes über die Bismarcktürme im In- und Ausland. Er bedauert, dass er bei den Jubiläumsfeierlichkeiten nicht dabei sein kann.

Iserlohn..  Wenn am Samstag das Jubiläum des Iserlohner Bismarckturms ansteht, wird ein besonderer Freund dieses Bauwerkes nicht dabei sein können: der gebürtige Sümmeraner Jörg Bielefeld. Er ist ein Experte für Bismarcktürme im In- und Ausland. Der 48-jährige Beamte betreibt im Internet eine Seite und widmet sich ausführlich dem Thema aus historischer und architektonischer Sicht. Er gibt Anfahrtsbeschreibungen, Öffnungszeiten und Ansprechpartner zu den einzelnen Türmen weiter.

Mit dem Landschaftsfotografen Alfred Büllesbach brachte Bielefeld 2014 auch das Buch „Bismarcktürme. Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis“ im Morisel-Verlag heraus, das auf 180 Seiten 240 Abbildungen enthält. Den 31. März als ursprünglichen Termin für die Feierlichkeiten hatte er sich frei gehalten. Aber morgen ist er zu seinem Bedauern verhindert.

Er bedauert außerdem, dass der Bismarckturm nicht mehr durch die Stadt Iserlohn betreut wird, lobt aber im gleichem Atemzug das Engagement von Jörg Traut und dem Arbeitskreis Pater Beda, der für die Öffnung von Frühjahr bis Herbst an einem Sonntag im Monat sorge.

Ausflüge mit Eltern und Schule brachten Faszination

Wie er dazu kam, sich für Bismarcktürme zu interessieren? „Ich war in meiner Jugend mit meinen Eltern am Iserlohner Bismarckturm. Unsere Spaziergänge führten oft dorthin“, erzählt Bielefeld. Auch mit den Mitschülern des Märkischen Gymnasiums und Dr. Wilhelm Bleicher habe er diesem Bauwerk seinen Besuch abgestattet. Und dann habe er angefangen zu recherchieren, wann er gebaut wurde und wo es weitere Türme gibt. Dazu habe er bereits im Stadtarchiv wichtige Quellen gefunden.

„Das Hobby hat seither großen Raum eingenommen“, berichtet Bielefeld von etlichen Reisen im In- und Ausland, bei denen er Fotos machte und alle verfügbaren Informationen und Bildmaterial sammelte. Im Jahr 2001 ging seine Webseite an den Start: „Sie soll dazu einladen, sich mit der weitgehend unbekannten Geschichte der Bismarcktürme zu beschäftigen“, erklärt der passionierte Hobbyhistoriker. Demnach ist das Iserlohner Exemplar einer von 173 Bismarcktürmen und -säulen in Deutschland, Frankreich, Tschechien, Polen, Russland, Österreich, Kamerun und Chile. Darüber hinaus gab es 67 dieser Bauwerke in Dänemark, Papua-Neuguinea und Tansania, die nicht mehr existieren. Bielefeld verweist außerdem auf den Blog mit Informationen zu Turmjubiläen, Sanierungen, TV- und Radio-Beiträgen sowie neue Bildergalerien zu diesem Thema.

Zahlreiche Förderer wollenBauwerke öffnen

Bielefeld ist „Mitglied in einem guten Dutzend Bismarckturm-Fördervereinen“, deren Anliegen es ist, die Türme wieder zugänglich zu machen. Beispielsweise in Fröndenberg, Hagen, Unna, Herford, Dresden, Gießen und Itzehoe. Im Internet gibt er Anregungen, wie Bauwerke, die seit Jahren verschlossen waren, wieder zugänglich gemacht werden können. „Leider sind die Türme in vielen Ortschaften seit Jahren verschlossen oder im sanierungsbedürftigen Zustand“, weiß er. Andererseits seien Städte vielfach auf der Suche nach Attraktionen, um Touristen, Wanderer und Bürger anzulocken. Der Iserlohner Bismarckturm liege wie viele andere an Wanderwegen und biete gute Aussichtsmöglichkeiten: „Ich war zuletzt im Februar 2011 auf dem Bismarckturm, habe mir damals bei der Stadtinfo Iserlohn den Schlüssel ausgeliehen. An diesem Wintertag hatte man eine wundervolle Aussicht in fast alle Richtungen.“