Harmonische Welt-Musik
17.05.2009 | 17:03 Uhr 2009-05-17T17:03:00+0200
Iserlohn. Man nehme temperamentvollen Tango, ruhigen Jazz, eine Hand voll begabter Musiker, viel Leidenschaft und ein begeistertes Publikum. Das Ergebnis: Ein wundervoller Freitagabend beim „Jazz Campus” im voll besetzten Foyer der Fachhochschule Iserlohn.
Die Veranstalter des „Jazz Campus” wagten sich im Rahmen der „JazzKulturTage” 2009 zum ersten Mal an ein Doppelkonzert und kombinierten nach ihrem Motto „World music - Musik der Welt” zwei sehr verschiedene Musikstile, die jedoch trefflich miteinander harmonierten. In Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Henkelmann konnten mit dem „Trio Nuevo” und Beat Kaestli sehr bekannte Künstler auf die Bühne der FH gebracht werden.
Fulminant begann der Abend mit dem „Trio Nuevo” um den Saxophonisten Dick de Graaf und der leidenschaftlichen Interpretation des Nuevo Tango. Zusammen mit Michael Gustorff an der Geige und Hans Sparla am Akkordeon brachte der Niederländer das Flair der südamerikanischen Tanzmusik nach Iserlohn. Neben den bekannten Werken von Astor Piazzolla wie „Oblivion”, und „Balada para un loco” spielte das Ensemble auch eigene Arrangements von de Graaf. Hervorragend unterstützt wurden sie bei einem Teil ihres Programms von Freya Deiting, die als studierte Violinistin das Trio zum Quartett aufstockte. Den Liedtexten von Horacio Ferrer und Carlos Gardel lieh dabei die niederländische Sängerin Sandra Coelers ihre eindrucksvolle Stimme und ließ damit die Sonne Argentiniens über der verregneten Alexanderhöhe scheinen. Mit dem für Tango typischen schnellen Wechsel von purer Lebensfreude und tiefer Melancholie - ausgedrückt durch synkopische Rhythmen, Staccati und harmonische Wendungen - konnte die Gruppe vollends überzeugen.
Den zweiten Teil des Abends gestaltete, zwar ein wenig ruhiger als zuvor, aber auf ebenso hohem musikalischen Niveau, der Schweizer Beat Kaestli. Im Mittelpunkt stand der Jazz, dem sich der seit 16 Jahren in New York lebende Sänger verschrieben hat. Begleitet von einer Besetzung aus Klavier, Bass und Drums fanden in Kaestlis Liedern neben dem satten Jazz-Klang sogar Elemente des Bossa Nova ihren Weg. Auch eine Hommage an die eidgenössische Heimat des Sängers auf Schwyzerdütsch durfte an diesem Abend nicht fehlen. Am Ende des Konzerts konnten die meisten Besucher Kaestlis Meinung teilen: „Es hat mich gefreut, hier gewesen zu sein.”
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