„Gym Crowd“: die große Fitnessrevolution?

Nico Schwarzpaul, Albert Schaper, Gerrit Pönninghaus und Maximilian Klein
Nico Schwarzpaul, Albert Schaper, Gerrit Pönninghaus und Maximilian Klein
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Vier Studenten der BiTS mischen die deutsche Startup-Szene auf. Ziel ist es, mit ihrem Netzwerk die Vorteile von Discounter-Fitnessstudios mit denen der privat geführten Studios zu kombinieren und somit den Kunden einen ganz neuen Markt zu eröffnen.

Iserlohn..  Anstatt die Sonne während ihres Auslandssemesters im warmen Santa Barbara in Kalifornien zu genießen, gingen die beiden Studenten der Business and Information Technology School (BiTS) Nico Schwarzpaul und Gerrit Pönninghaus lieber ihrem Hobby nach. Es sollte sich herausstellen, dass das die richtige Entscheidung war.

Vier Monate lang waren die beiden Sportfanatiker tagtäglich zusammen im Fitnessstudio. Sie wurden zu einem eingespielten Team, halfen und motivierten sich gegenseitig. Zurück aus der großen weiten Welt und wieder angekommen im kleinen aber feinen Iserlohn standen sie dann allerdings vor einem Problem: Beide trainieren in unterschiedlichen Studios. Die gemeinsamen Workouts schienen Geschichte zu sein. Doch dann kam die zündende Idee: „GymCrowd“!

Aus der Not eine Tugend gemacht

„Wir haben nach einer Lösung für unser eigenes Problem gesucht und sie mit diesem Konzept gefunden“, sagt Gründer Nico Schwarzpaul. Und die klingt schlüssig. Die Plattform „Gym Crowd“ bietet seinen Nutzern ein Netzwerk von privatgeführten Fitnessstudios in ganz Deutschland, das gegen einen monatlichen Betrag von 49,90 Euro genutzt werden kann. Ebenso wird ein Prepaidmodell angeboten, bei dem pro Training zehn Euro vom Guthaben abgebucht werden. „Wir verbinden mit unserer Idee ,Gym Crowd’ die Vorteile der Discounter-Studios, die in vielen Städten nutzbar sind und die der privat geführten Studios, die es meist nur in einer Stadt gibt, dafür aber hohen Wert auf Service und Qualität legen“, beschreibt Pönninghaus die Vorzüge ihres Konzepts. Es gäbe etliche Kunden, die in qualitativ hochwertigen Studios trainieren möchten und eine entsprechende Beratung wünschen, aber auch gleichzeitig auf ein großes Netzwerk an Studios angewiesen sind, da sie beruflich häufig unterwegs sind. Genau diesen Markt wollen die zwei Gründer, die für ihre Idee zudem noch Albert Schaper als Geschäftsführer und Maximilian Klein als Vertriebler gewinnen konnten, bedienen.

Dementsprechend ist das erste große Ziel folgerichtig: ein flächendeckendes Netzwerk von privat geführten Studios, von denen maximal drei Filialen einem Inhaber gehören dürfen, aufzubauen. Dafür fahren die Vier, deren Büro sich in den Räumlichkeiten der BiTS befindet, quer durch Nordrhein-Westfalen. „Von Iserlohn über Hagen bis nach Bielefeld waren wir in den letzten Tagen überall in NRW unterwegs“, sagt Klein. Bis Ende des Monats wollen sie für das westlichste Bundesland einen Prototypen an den Start bringen. Gelingt dies, soll ein deutschlandweiter Ausbau folgen. „Dafür führen wir bereits Gespräche mit den ersten Studios in sogenannten Business-Städten wie Düsseldorf, München oder Berlin“, fügt Klein hinzu.

Und das Wichtigste: Diese Gesprächen fallen positiv aus. Etliche Studios haben bereits ihren Nutzen aus der Idee ziehen können. „Die Studios können durch uns ja auch nur profitieren. Es kommen weder Kosten noch erhöhter Aufwand auf sie zu. Wir generieren ihnen lediglich Kunden, die sie normalerweise nicht erreichen würden“, sagt Albert Schaper, der bereits einige Erfahrungen in der Startup Welt gemacht hat. Praktisch würde das Ganze dann so aussehen: Ein Nutzer, der bei „Gym Crowd“ registriert ist, geht mit seine Chipkarte zu einem im Netzwerk angebotenen Studio. Dort loggt er sich mit seiner Karte ein und kann das Studio nutzen. Der Inhaber des Studios erhält im Anschluss von der Firma „Gym Crowd“ die entsprechend vereinbarte Vergütung.

Aber nicht nur bei den Studios, sondern auch bei den Dozenten der BiTS kommt die Idee durchweg positiv an. Somit ist es schon fast nicht verwunderlich, dass der Business-Plan des Konzeptes im Fach „Entrepreneurial Finance“ als Sieger aus einem uniinternen Wettbewerb hervorgegangen ist. Nun wird sogar geprüft, ob die Idee das Potenzial für das große Finale des Laureate-Netzwerkes, zu dem die BiTS ja bekanntlich gehört, in Miami in sich trägt. Momentan stehen die Chancen gut.

Unendlich viele Möglichkeiten der Expansion

Vor allem wenn man betrachtet, welch Entwicklungspotenzial das gesamte Konzept hinter „Gym Crowd“ noch hat. „Wenn man den Grundstein gelegt hat, können wir das Konzept quasi unendlich ausbauen. Wir könnten ein Premium-, ein Sauna- oder ein Kombi-Paket anbieten. So könnten wir noch eine breitere Masse ansprechen“, beschreibt Schaper die Zukunftsmöglichkeiten. Und wer weiß, vielleicht führt der Erfolg die vier Studenten ja noch einmal zurück an den Ort, an dem ihre Idee entstand. Dann aber werden sie mit Sicherheit die wohlverdiente Sonne Santa Barbaras genießen und nicht im Fitnessstudio rumturnen. Das können sie ja dann auch in Deutschland – und zwar zusammen.