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Wermingser Straße 19 /...

Großes Ladenlokal soll entstehen

09.12.2011 | 17:14 Uhr
Großes Ladenlokal soll entstehen
Nach den Vorstellungen des Projektentwicklers und des Architekten soll der Neubau mit seiner Front zur Wasserstraße keine Zäsur zum bisherigen Erscheinungsbild bedeuten.

Iserlohn. In Sachen Wermingser Straße 19 sind die Würfel gefallen, der Abriss ist nunmehr ab Januar geplant. Anders stellt sich die Situation beim Gebäude Wasserstraße 18 (ehemals Buchhandlung) dar. Dieses Gebäude wurde vorläufig unter Denkmalschutz gestellt (wir berichteten). Allerdings gibt es Signale, dass am Ende doch der ursprüngliche Plan realisiert werden kann, beide Gebäude abzureißen, um dann einen durchgängigen Neubau zwischen Wermingser Straße und Wasserstraße zu realisieren - mit einem entsprechend großen Ladenlokal über eine oder auch zwei Etagen, für das es bereits einen Interessenten geben soll.

Matthias Rahloff, Geschäftsführer der Amarix Immobilien-Consulting GmbH, von der Eigentümergemeinschaft mit der Entwicklung der Objekte beauftragt, begründet die Bevorzugung eines Neubaus mit dem Zustand der beiden Alt-Immobilien. Die Wermingser Straße 19 sei in der „Kochlöffel-Ära“ - teils mit massiven Betonzwischendecken - völlig verbaut worden und daher nach heutigen Maßstäben nicht mehr einzelhandelstauglich. Es fehle ein einheitliches Niveau.

Ursprünglich sei es geplant gewesen, an der Wermingser Straße 19 die Fassade - auch wenn nicht denkmalgeschützt - zu erhalten. Inzwischen sei man aber zu dem Ergebnis gekommen, dass die Fassade in ihrer Substanz derart schwach sei, dass sie sich in einem vernünftigen und zumutbaren Rahmen nicht erhalten lasse. Der beauftragte Architekt Jürgen Siebert verspricht allerdings eine neue, im Umfeld durchaus „beruhigend“ wirkende Front, die einige Grundzüge der jetzigen Fassade durchaus aufnehme - ohne diese aber zu imitieren.

Zur Wasserstraße 18: Hier schickt Matthias Rahloff seinen Überlegungen voran, dass er die bislang von Stadt und Landesdenkmalamt getroffenen Entscheidungen, die in der vorläufigen Unterschutzstellung mündeten, ausdrücklich respektiere. Er machte aber zugleich deutlich, dass an einen Erhalt mit einer entsprechenden Grundsanierung aus seiner Sicht nicht zu denken sei. Beauftragte Ingenieure und Statiker hätten festgestellt, dass tragendes Balkenwerk marode sei, teilweise Pilzbefall vorliege und auch die Fassade nahezu komplett baufällig sei. Somit sei ein Erhalt wirtschaftlich nicht zumutbar. Ein Sachverständiger sei in einem Gutachten zu dem Ergebnis gekommen, dass massivste Maßnahmen notwendig seien, um das Gebäude überhaupt wieder zeitgemäß nutzbar machen zu können. Und nach diesen Maßnahmen sei der Denkmalwert des Gebäudes nicht mehr gegeben.

Dem Ergebnis dieses Gutachtens hat sich inzwischen auch die Stadt Iserlohn angeschlossen - nach dem man zusätzlich eigene Untersuchungen vorgenommen hat. Wie Baudezernent Olaf Pestl auf Anfrage erklärte, habe man das auch dem Landesdenkmalamt mitgeteilt und die Behörde um eine Stellungnahme gebeten.

Rahloff hofft nun, dass binnen drei Monaten doch noch eine Abrissgenehmigung für die Wasserstraße 18 ausgesprochen werden könne. Das würde für die angestrebte Gesamtlösung zeitlich auch noch halbwegs in dem Rahmen passen. Für die Wasserstraße 18 versprechen Rahloff und Sie­bert eine Fassade, die die Optik der jetzigen in wesentlichen Teilen aufnimmt.

Und wenn die Genehmigung ausbleibt? Dann werde man die Maßnahme Wermingser Straße 19 alleine realisieren, und sich bei der Wasserstraße 18 auf Sicherungsmaßnahmen beschränken - und abwarten, was die Zukunft bringt.

Stefan Drees

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