Großer Erfolg für den großen Schnuppertag

Am Samstagnachmittag kamen nicht nur Kinder in die Musikschule, die sich zum ersten Mal an einem Instrument versuchten. Junge Musiker, deren Talent bereits Blüten zeigt, führten dem Publikum ihr Können vor.
Am Samstagnachmittag kamen nicht nur Kinder in die Musikschule, die sich zum ersten Mal an einem Instrument versuchten. Junge Musiker, deren Talent bereits Blüten zeigt, führten dem Publikum ihr Können vor.
Foto: IKZ

Iserlohn..  „Komm rein“, sagt Musiklehrer Eugen Momot zu der kleinen Lisann, „das Keyboard wartet schon auf Dich.“ Die Sechsjährige, die in Begleitung ihrer Mutter Susanne Jörgens und ihrer jüngeren Schwester Leonie im Musikschulgebäude an der Gartenstraße unterwegs ist, setzt sich nur zögerlich vor das riesige Elektro-Instrument. Momot schaltet einen Unterlegrhythmus ein, dann drückt Lisann beinahe schüchtern ein paar Tasten. Sagen wir es mal so: Sie weiß, dass man mit fremden Sachen vorsichtig umgehen muss. Dabei müsste ihr das Keyboard doch vertraut vorkommen. „Ich habe auch eins zu Hause“, erzählt sie. „Dazu habe ich ein Heft mit bunten Noten. Und wenn man die passenden Farben auf die richtigen Tasten legt, dann kann ich richtig spielen.“

Dem Beispiel der drei jungen Frauen, nämlich einer Visite bei der Musikschule, sind am Samstag zahlreiche weitere Besucher aus vielen verschiedenen Kulturkreisen gefolgt. Die hatte schließlich zum großen Schnuppertag eingeladen und im Vorfeld damit geworben, dass Instrumente ausprobiert oder Musikbeiträge unter freiem Himmel erlebt werden können. Sogar das Basteln eigener Instrumente war im Angebot. Und wo Kinder sind, darf natürlich die Hüpfburg nicht fehlen.

Leidenschaftlich folgten die Musiker von morgen dem Aufruf der Schule, die zahlreichen Instrumente auszuprobieren. Alle schaffte natürlich niemand„Allein die Zahl der Percussion-Instrumente liegt jenseits der fünfzig“, erklärte Musikschulleiter Paul Breidenstein. Zeitweise entstand der Eindruck, dass alles, vom Cembalo bis zur Violine, gleichzeitig ausprobiert wurde. Es störte auch niemanden, dass dabei von musizieren keine Rede sein konnte. Überhaupt einen Ton aus Tuba, Trompete oder Posaune zu bekommen, bedeutete schon ein Erfolgserlebnis.

Die Behauptung, Breidenstein wäre zufrieden mit dem Treiben in und außerhalb der alten prachtvollen Villa, wäre indes untertrieben. „Es ist herrlich, alles läuft so wie in meiner Idealvorstellung.“ Die Atmosphäre war tatsächlich mitreißend. Entspannte Eltern, faszinierte Kinder, sympathische Lehrer und tolles Wetter – es blieb einfach kein Wunsch offen. Selbst wer es weniger mit Instrumenten, sondern mehr mit dem Gesang hatte, war an der Gartenstraße 39 an der richtigen Adresse. Wer ins Zimmer mit dem „Jazz-Gesang“-Schild an der Tür ging, traf dort auf Ariane Baumgartner und ihre US-amerikanische Kollegin Amy Antin. Die beiden räumten erstmal mit dem Irrtum auf, man könne bei ihnen ausschließlich den Jazz-Gesang erlernen. „Wir decken alles ab, unterrichten auch Songwriting“, erklärte Baumgartner. Ihre Kollegin schilderte einen für diesen Schnuppertag üblichen Vorgang: „Jemand kommt zu uns und singt etwas vor. Bei den ganz Kleinen handelt es sich in der Regel um „Alle meine Entchen“, die Älteren wählen meistens Titel aus den Charts. Anschließend reden wir darüber und zeigen Möglichkeiten auf, zu uns in den Unterricht zu kommen.“

Die nächste Möglichkeit, wieder bei der Musikschule hinein zu schnuppern, gibt’s am 31. Oktober – dann stehen zu Halloween Schnuppergruseln und Musikschnuppern in der Außenstelle in Letmathe auf dem Programm.