Große musikalische Vielfalt trotz struktureller Umbrüche

Die evangelischen Kirchenmusikdirektoren Hanns-Peter und Ute Springer stellten zusammen mit dem katholischen Regionalkantor Christopher Brauckmann (re.) das neue „Ökumenische Jahresprogramm“ vor.
Die evangelischen Kirchenmusikdirektoren Hanns-Peter und Ute Springer stellten zusammen mit dem katholischen Regionalkantor Christopher Brauckmann (re.) das neue „Ökumenische Jahresprogramm“ vor.
Foto: Ralf Tiemann
Was wir bereits wissen
Ute und Hanns-Peter Springer stellen zusammen mit Christopher Brauckmann das neue „Ökumenische Jahresprogramm“ vor.

Iserlohn..  „Wir können uns sehr vieles vorstellen“, macht Christopher Brauckmann deutlich, dass es an Ideen und auch an dem Spaß an einem noch vielfältigeren ökumenischen Konzertangebot in der Stadt weder auf evangelischer noch auf katholischer Seite mangelt. Für ihn als neuen Kantor der Aloyius-Kirche gelte aber, dass alles nur Schritt für Schritt geht. Als Regionalkantor muss er den ganzen Pastoralverbund Iserlohn und das Dekanat Märkisches Sauerland im Blick haben, und in diesem Zusammenhang hält ihn der strukturelle Umbruch im Bistum Paderborn ebenfalls in Atem. Die Zusammenlegung der Gemeinden zu größeren pastoralen Räumen spiegelt sich auch auf kirchenmusikalischer Ebene wider, wo es jetzt gelte, die Weichen für die Zukunft zu stellen, um dem Aussterben der klassischen Kirchenchöre zu begegnen, die Jugend mitzunehmen und gleichzeitig das Profil des „Collegium Vocale“ an St. Aloysius als Konzertchor auf möglichst hohem Niveau weiter zu schärfen.

Fortführung der Ökumene ist großes Anliegen

Zeit für die ganz großen ökumenischen Würfe und gemeinsamen Konzert-Zyklen, wie sie das Iserlohner Konzertpublikum in der Vergangenheit schon kennengelernt hatte, bleibt da derzeit noch nicht. „Ich bin durchaus noch in der Phase, hier anzukommen und zu schauen, was möglich ist“, sagt Brauckmann, der erst vor etwa einem halben Jahr seine Arbeit in Iserlohn aufgenommen hat und nun zusammen mit den Kantoren der Ev. Versöhnungs-Kirchengemeinde, Ute und Hanns-Peter Springer, das erste „Ökumenische Jahresprogramm“ vorstellen kann, das er selbst mitgestaltet hat. Denn die Ökumene in Iserlohn durch das gemeinsame Angebot und enge Absprachen weiter voranzutreiben, ist ein großes Anliegen beider Seiten.

Das Programm kann sich natürlich trotz aller struktureller Umbrüche auch in diesem Jahr sehen lassen. Das Kantorat an der Obersten Stadtkirche setzt seine beliebten Konzertreihen fort – die Iserlohner Marktmusiken mit zum Teil recht ungewöhnlichen Besetzungen in der Reformierten Kirche und die „Atempausen bei Kerzenschein“ in der Adventszeit in der Obersten Stadtkirche. Auch die sommerliche Reihe „Kirchen klingen“ auf Kirchenkreisebene läuft weiter. Dazu lädt die Kantorei zu ihren großen Konzerten ein: Am Sonntag, 26. April, steht das vergleichsweise selten aufgeführte „Himmelfahrts-Oratorium“ mit Orchester und Gesangssolisten auf dem Programm, und am Sonntag, 15. November, geht es mit den „Musikalischen Exequien“ von Heinrich Schütz zwar etwas intimer in der Besetzung, aber keineswegs uninteressanter in musikalischer Hinsicht zu. Ein besonderes Konzert verspricht die Hommage an den Iserlohner Flötisten Hans-Martin Linde am Pfingstmontag, 25. Mai, zu dessen 85. Geburtstag zu werden, bei dem der in Fachkreisen höchst bekannte Musiker und Komponist nach Möglichkeit selbst anwesend sein will. Ebenso soll auch das bereits zur Tradition gewordene Sommerkonzert der Kantorei mit Imbiss und Begegnung auf dem Kirchplatz bis in die Nacht am Samstag, 15. August, erneut ein stimmungsvoller Höhepunkt werden – diesmal unter dem Titel „Chor, Orgel, Kleinkunst“. Hanns-Peter Springers Wunsch ist es hier, noch mehr verborgene Plätze rund um die Oberste Stadtkirche zu entdecken.

Um die Entdeckung neuer Orte geht es auch in der Aloysius-Gemeinde, wo ohne Zweifel die feierliche Einweihung des neuen Pfarrheims am Pankratiustag, 10. Mai, im Mittelpunkt steht. Mit dem neuen Saal, einer Dachterrasse und einem neuen Kirchplatz ergeben sich hier viele neue Möglichkeiten, die Christopher Brauckmann unter Umständen schon bei den vier Terminen der nächsten „Sommerklänge“ vom 7. bis 28. Juli nutzen möchte. Daneben steht bei den Chören der „Musica Sacra“ an St. Aloysius wieder vor allem die festliche Gestaltung der besonderen Gottesdienste im Jahreszyklus auf dem Programm.

Ute Springer übernimmt Aufgaben für die Landeskirche

Einen großen Teil des Jahresprogramms nimmt natürlich auch wieder die Ev. Kinder- und Jugendkantorei ein. Denn von den zusätzlichen Aufgaben, die Ute Springer im Landeskirchlichen Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Haus Villigst übernimmt, wo sie nun in der musikalischen Fortbildung von Kirchenangestellten, in der beratenden Gemeindebegleitung und in verschiedenen landeskirchlichen Gremien tätig ist, bleibt ihre Leitung der Kinderkantorei unberührt. Mit mehreren Musicals und Singspielen für alle Altersklassen geben die Kinder und Jugendlichen dem Konzertprogramm wieder einen ganz eigenen und munteren Akzent. Wobei der Junge Chor „5nach5“ erneut auf Reisen geht und beim Evangelischen Kirchentag Anfang Juni in Stuttgart mit einem eigenen Konzert zum Programm gehört. Über diese Ehre freut sich Ute Springer ebenso wie darüber, dass bei dem Märchenspiel „Der Garten des Riesen“ am 13. Juni das Mittelstufenorchester von Edyta Pietrasch-Szyszko mitwirkt und damit auch die Zusammenarbeit mit der Musikschule Iserlohn vertieft wird.