Gigantischer Sanierungsbedarf an der Parkhalle
12.02.2010 | 19:00 Uhr 2010-02-12T19:00:00+0100
Iserlohn. Bis zu fünf Millionen Euro müssen von der Stadt in die Hand genommen werden, wenn die Parkhalle auf der Alexanderhöhe auch in der nächsten Dekade noch der zentrale Ort für Großveranstaltungen bleiben soll.
Zu diesem Ergebnis kommt ein unserer Zeitung vorliegendes Gutachten, das das Kommunale Immobilienmanagement in Auftrag gegeben hatte. Mit den Konsequenzen, die aus diesem gigantischen Investitionsbedarf resultieren, wird sich der Werksausschuss des Immobilienmanagements in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Die 63 Seiten starke Untersuchung liegt den Ratsfraktionen seit kurzem vor.
Für den Veranstaltungsort Iserlohn kommt die Expertise einer Bankrotterklärung gleich, zumal in dem Investitionsbetrag noch nicht einmal die Kosten für den Brandschutz sowie für attraktivitätssteigernde Maßnahmen enthalten sind. Schwarz auf weiß listen die von der Verwaltung beauftragten externen Bauexperten vielmehr auf, welche Maßnahmen allein erforderlich sind, um den Hallenkomplex erhalten zu können. Mit rund einer halben Million schlagen beispielsweise die Dacheindämmung und die Dämmung zu buche, bis zu einer Million Euro könnte die nötige Modernisierung der Gebäudetechnik kosten, für neue Elektroinstallationen in dem 38 Jahre alten Bau rechnet er mit knapp 700 000 Euro. Erneuert werden müsste überdies der komplette Bodenbelag (500 000 Euro), die Ausbesserung der Stahlkonstruktion der Halle würde rund 400 000 Euro kosten. In seiner Bewertung kommt der Gutachter schließlich zu dem Ergebnis, dass mit den von ihm aufgezeigten Maßnahmen „eine Ertüchtigung der Halle angestrebt werden” könne, jedoch dadurch kein Neubaustandard erreicht werde.
„Wir können das Thema nicht auf die lange Bank schieben und noch Jahre warten”, erkennt derweil Baudezernent Olaf Pestl deutlichen Handlungsdruck. Welche Schlussfolgerungen aus dem Gutachten allerdings letztlich zu ziehen seien, darüber müsse die Ratspolitik entscheiden. Ohne einer entsprechenden politischen Willensbildung vorgreifen zu wollen weist derweil KIM-Leiterin Claudia Zawada darauf hin, dass die Investitionen in die Halle spätestens ab 2012, möglicherweise aber auch schon im kommenden Jahr fällig werden. „Meine ganz persönliche Meinung ist es, dass wir angesichts der finanziellen Dimension einer Sanierung einen Neubau anstreben sollten, der sich dann auch mit seiner technischen und multimedialen Einrichtung auf dem Stand der Zeit befinden würde. Auf diese Weise könnte die Alexanderhöhe auch wieder an Bedeutung gewinnen als wichtiger Veranstaltungsort in der Region”, so KIM–Leiterin Zawada.
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