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Gemeinsames Jahresprogramm als ökumenischer Meilenstein

19.01.2010 | 17:02 Uhr
Gemeinsames Jahresprogramm als ökumenischer Meilenstein

Iserlohn. Die Iserlohner Kantoren Ute und Hanns-Peter Springer von der Evangelischen Kantorei Iserlohn und Tobias Aehlig von der katholischen St.-Aloysius-Kirche haben am Dienstag erstmals ein gemeinsames Jahresprogramm vorgelegt und damit einen Meilenstein für die Ökumene in Iserlohn gesetzt.

Eng war die Zusammenarbeit auch schon im vergangenen Jahr, etwa als die drei Kantoren die komplette Orgel-Literatur Mendelssohns an verschiedenen Iserlohner Orgeln gespielt haben. Mit dem gemeinsamen Jahresprogramm, in dem beide Konfessionen den Iserlohner Kirchenmusikfreunden nun ein breites und enorm abwechslungsreiches Konzertprogramm ans Herz legen, hat die Zusammenarbeit aber eine ganz neue Qualität gewonnen.

Ein Grund für das Programm liegt darin, dass sich beide Seiten auch in ihrer musikalischen Arbeit hervorragend ergänzen, was sowohl Ute und Hanns-Peter Springer als auch Tobias Aehlig unterstreichen. Während die Arbeit der Kantorei stark durch ihre bereits etablierten Chöre geprägt ist, konzentriert sich Tobias Aehlig, dessen Chöre sich noch im Aufbau befinden und hauptsächlich in der Liturgie besonderer Gottesdienste zum Einsatz kommen, noch verstärkt auf Orgelmusik. Und in diesem Bereich verwirklicht er in diesem Jahr ein besonders ambitioniertes Projekt: Zum Bach-Jahr 2010 wird er zwischen dem 21. März (325. Geburtstag) und dem 28. Juli (260. Todestag) in 14 Konzerten den kompletten Bach auf der Orgel spielen - teilweise unterstützt von seiner Choralschola, seinem „Jungen Chor” aber auch von der ev. Kantorei. Dazu finden sich auf katholischer Seite mehrere weitere Instrumentalkonzerte sowie die Termine der „Nach(t)klänge” in St. Aloysius.

Die Kantorei hat ihrerseits unter der Leitung von Hanns-Peter Springer mit Mozarts „Requiem” plus Klarienettenkonzert (gespielt von Roland Kirch) am 14. März und Bachs Weihnachtsoratorium I-III am 26. Dezember erneut zwei große Aufführungen in Vorbereitungen. Im Bereich der Kinder- und Jugendkantorei von Ute Springer stechen die beiden Kindermusicals „Nach uns die Sintflut” am 23. Mai und „Suleilas erste Weihnacht” am 11. Dezember aus dem breiten Angebot heraus. Der Junge Chor „5nach5” fährt Mitte September auf Konzertreise nach Celle und wird sein neues Programm am 24. September in der Obersten Stadtkirche vorstellen. Ergänzt wird das Programm der Kantorei durch zahlreiche Kooperationen etwa mit der Musikschule oder mit der Grundschule Bleichstraße, durch die vielen „kleineren” Angebote wie den „kleinen Marktmusiken” und durch hochklassige Gastkonzerte etwa des Knabenchors „Capella Vocalis Reutlingen” am 24. April. Einen besonderer Termin ist auch der 13. November, an dem Hanns-Peter Springer, Tobias Aehlig und Gotthard Gerber Bachs „Kunst der Fuge” an drei Tasteninstrumenten in der Obersten Stadtkirche spielen.

Gestaltet wurde das 54 Seiten starke Heftchen, das neben den insgesamt 60 Konzert-Veranstaltungen auch einen Informationsteil sowie einen übersichtlichen Inhaltsschlüssel enthält, von dem Hemeraner Kirchenmusiker Christoph Ramb, der durch seine musikalischen Aktivitäten als Organist und Chorleiter ohnehin ein Scharnier zwischen der katholischen und evangelischen Kirchenmusik darstellt. Finanziert wurde der Druck durch Werbeanzeigen, was Hanns-Peter Springer besonders freut: „Es hat mich überrascht, wie viele Firmen unsere Idee eines ökumenischen Programms gut fanden, wie viele sich mit der Kirchenmusik identifizieren und gesagt haben: ,wir machen mit'.”

Das Programmheft liegt an allen öffentlichen Stellen aus und ist als pdf-Datei unter www.kantorei-iserlohn.de und www.musica-sacra-iserlohn.de abrufbar.

Ralf Tiemann

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