Gefangen in der virtuellen Welt

Mitwirkende der geplanten Aufführung am Berufskolleg Hansaalleeberichten lebhaft von eigenen Erfahrungen mit Süchten.
Mitwirkende der geplanten Aufführung am Berufskolleg Hansaalleeberichten lebhaft von eigenen Erfahrungen mit Süchten.
Foto: Michael May IKZ
Die Theaterproben für das Stück „Virtuell Reality“ im Berufskolleg laufen auf Hochtouren.

Iserlohn..  Die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG vom Berufskolleg des Märkischen Kreises wollen in ihrem Stück „Virtuell Reality“ auf das Thema Computersucht aufmerksam machen.

Ziel des kreativen Kooperationsprojekts zwischen der Stadt Iserlohn und dem Berufskolleg Iserlohn ist es, Gleichaltrigen unterschiedliche Theaterstücke näher zu bringen. Einige Schüler präsentierten zuvor schon klassische Stücke wie „Die Physiker“, doch bereits im letzten Jahr entwickelten sie mit „Froschkönig Reloaded“ ein eigenes Theaterstück, das auf eine überaus positive Resonanz gestoßen ist.

„Inhaltlich“, so Ralf Schlüter, Leiter der Theater AG im Gespräch mit der Heimatzeitung, „geht es im weitesten Sinne um Spielsucht, im engeren Sinne aber um Computersucht“. Die beiden Protagonisten, erklärt Studiendirektor und Schauspieler Ralf Schlüter, werden in die virtuelle Welt eines Computerspiels mit zahlreichen bekannten und unbekannten Spielfiguren gesogen und müssen dort Abenteuer bestehen und eine Aufgabe erfüllen, um wieder in die reale Welt zu gelangen. An der Entwicklung des Stückes ist auch Roman Wissenbach, ein ehemaliger Schüler des Berufskollegs und heute Theaterpädagoge, beteiligt. Unterstützt wird die Theater-AG auch von Karl-Heinz Heun, Abteilungsleiter des Fachbereichs Gestaltung. Eventuell stellt die Abteilung Ernährung und Hauswirtschaft für die Premiere ein Büfett her. Hier sind die letzten Absprachen noch nicht getroffen worden.

„Wir sind schon recht weit“, ist Schlüter in dieser sehr frühen Phase der Proben überzeugt, denn die ersten Szenen sind bereits geschrieben worden und die komplette Handlung ist in gemeinsamer Arbeit entwickelt worden. Daran können noch kleine Änderungen erfolgen, aber die Struktur ist „festgezurrt“.

Am Dienstag äußerten sich die zwischen 17 und 20 Jahre alten Schauspieler bei einer der ersten Proben im Gespräch mit der Heimatzeitung dazu, wie sie ihr neues Stück sehen und welche Gedanken sie hierzu haben.

Einig war man sich darin, dass Jugendliche heutzutage täglich mit Süchten konfrontiert werden. Diese seien oft Schuld an schlechten Noten. „Häufig lenken soziale Plattformen oder das Fernsehen vom Schulleben ab“, so eine der Darstellerinnen.

Der Wunsch auf virtuelle Figuren zu treffen wird wahr

Zurzeit probt die Gruppe freiwillig einmal wöchentlich nach dem regulären Unterricht, vor der Premiere soll es allerdings noch zu einer Probenwoche kommen. „Bei dem Stück dürfen wir Schüler eigene Vorschläge mit einbringen, bei der Umsetzung und dem Zusammensetzen unserer verschiedenen Ideen helfen uns jedoch Ralf Schlüter und Roman Wissenbach.“ Für einige der Schüler ist dies der erste Auftritt auf einer Bühne, andere hingegen sind schon länger dabei und spielten schon in vorigen Vorstellungen mit.

Im Gespräch skizzieren sie dann den Inhalt des neuen Stücks, in dem zwei Protagonisten im Vordergrund stehen, die durch einen Computer in eine virtuelle Welt gelangen, in der sie verschiedene Aufgaben bewältigen und am Ende einen Bösewicht stürzen müssen, um wieder in die Realität zu entfliehen. Dabei treffen sie, so berichten die Schüler, auf bekannte Charaktere aus Videospielen wie zum Beispiel Zelda oder Ezio aus „Assassins Creed“, die sie dabei unterstützen. Aber nicht nur die Computersucht spielt in diesem Stück eine Rolle, auch andere Abhängigkeiten werden thematisiert.

Beim Tag der offenen Tür des Berufskolleg am Samstag, 31. Januar, (9.30 bis 13 Uhr) wird eine öffentliche Probe dieses Theaterstücks zu sehen sein.