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"Gebote": Name eine Sünde?

20.06.2007 | 09:24 Uhr

Iserlohn. (rd/-ee-) Noch bis zum 28. August ist die Ausstellung von Jana Eilhardt mit dem Titel "Zehn Gebote. Zehn Druckgrafiken" in der Reformierten Kirche an der Wermingser Straße zu sehen.

Die Künstlerin aus Halver, geboren 1969 in Dessau, studierte Elektrotechnik an der TU Ilmenau und - nach achtjähriger Berufstätigkeit - Grafikdesign, Illustration und freie Kunst an der Ruhrakademie Schwerte. Die Arbeiten zu den Zehn Geboten entstanden 2005 im Rahmen der Diplomarbeit in Schwerte und sind seither als Wanderausstellung in ganz Deutschland unterwegs. Mit ungewohnter Bildsprache setzt Jana Eilhardt nicht nur die Inhalte der zehn Gebote in Bild und Anfrage um, sie konfrontiert gleichzeitig ihre Bilder mit Zitaten des Soziologen Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer der Universität Gießen.

Im Rahmen der Vernissage am Dienstag setzte sich auch Superintendent Albert Henz mit den Zehn Geboten und den Bildern auseinander. "Alles, was man nicht darf", damit seien die Gebote behaftet. Es sei eigentlich eine Sünde, sie "Zehn Gebote" zu nennen. Gott habe den Menschen die Freiheit geschenkt, die "Gebote" seien dazu niedergeschrieben worden, diese Freiheit zu erhalten, nicht aber, um sie nachhaltig zu beschneiden. Teilweise seien die Gebote auch falsch und zugespitzt aus dem Hebräischen übersetzt worden. Für Henz ist der zentrale Mittelpunkt der "Gebote" der Satz "Nicht sollst du anderen das Leben nehmen". Und so sieht es offenbar auch die Künstlerin. Jana Eilhardt setzt dieses Bild zentral in die Mitte und lässt es mit grell roter Farbe hervorstechen - vor dem Halbrund der anderen neun Gebote. Die Bilder sind eine Kombination aus Siebdruck und Holzschnitt, teilweise wurde dabei Papier aus geschredderten alten DM-Scheinen verwendet. Pfarrer Andres Michael Kuhn brachte dem Vernissage-Publikum im Interview Künstlerin und deren Gedanken näher.

Weitere Veranstaltungen zur Ausstellung sind ein Vortrag von Prof. Reinhard Achenbach, Ordinarius für Altes Testament an der Ev.- theol. Fakultät der Uni Münster zu: "Die Zehn Gebote - ihr ursprünglicher Sinn und ihre bleibende Bedeutung" am Freitag, 24. August, um 20 Uhr in der Reformierten Kirche sowie die Finissage mit dem Titel "Wegweisungen in die Freiheit" am Dienstag, 28. August, 20 Uhr mit Statements zu ethischen Grundfragen und Musik von"Time and again".

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