Gardinenpredigt vor den Vorstandswahlen

Zahlreiche SGV-Mitglieder wurden bei der Versammlung im Forsthaus Löhen geehrt und ausgezeichnet.
Zahlreiche SGV-Mitglieder wurden bei der Versammlung im Forsthaus Löhen geehrt und ausgezeichnet.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
SGV Iserlohn findet bei der Versammlung im Forsthaus Löhen erst auf der Zielgeraden eine handlungsfähige Führungsriege.

Iserlohn..  Auf den letzten Metern der Zielgeraden ist es der Abteilung Iserlohn des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) gelungen, doch noch einen handlungsfähigen Vorstand auf die Beine zu stellen. Ausgangslage war, dass sowohl der 1. Vorsitzende Wolfgang Höll als auch sein Stellvertreter Bodo Meyer erklärt hatten, bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Forsthaus Löhen nicht mehr kandidieren zu wollen. Beim altersbedingten Rückzug von Bodo Meyer blieb es auch, Wolfgang Höll konnte aber dazu bewegt werden, nochmals das Amt des 1. Vorsitzenden für zwei Jahre zu bekleiden. Die Bedingung dafür war, dass er künftig bei seiner Arbeit mehr Unterstützung erfährt. Dafür sollen auch einige neue Gesichter im Vorstand sorgen.

Jedes Mitglied soll Werbeträger sein

Den Wahlen vorangegangen war eine Art Gardinenpredigt von Harald Kahlert, Vize-Präsident des SGV-Gesamtvereins. Er hatte in den vergangenen Tagen auch viele Fäden gezogen, um die jetzt gefundene Lösung zu ermöglichen. Kahlert erinnerte daran, dass der frühere Präsident Alois Steppuhn die Abkürzung SGV einmal als „Sehr guter Verein“ uminterpretiert habe und dass die Iserlohner SGV-Abteilung in den besten Tagen nach dem IBSV zweitgrößter Verein in Iserlohn gewesen sei. Jedes Mitglied solle Werbeträger für den eigenen Verein sein und ihn so attraktiv für neue Mitglieder machen.

„Aber haben wir noch dieses Wir-Gefühl?“, fragte Kahlert in die Runde der etwa 50 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung. Oder: „Wer bringt mal etwas neues in den Verein ein?“ Wenn es so weiter gehe, könne man sich überlegen, wann Schluss ist, versuchte Kahlert die SGV-Mitglieder aufzurütteln. Der Vorsitzende könne nicht alles machen. Statt im Hintergrund Dinge zu kritisieren, müsse der Vorstand unterstützt werden. „Wolfgang Höll hat vor vier Jahren gesagt, dass heute sein letzter Tag ist“, erinnerte Kahlert. Da könne es doch nicht sein, dass alle weggeguckt hätten, anstatt zu überlegen, wer ein geeigneter Nachfolger sein könne. Zumal der SGV in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiern wolle. Abschließend äußerte Kahlert die Hoffnung, dass der SGV Iserlohn, ein „Sehr guter Verein“, nach den Wahlen auch eine gute Zukunft habe.

David Wilkinson in Abwesenheit gewählt

Und so sieht die Lösung aus: In Abwesenheit wählte die Versammlung David Wilkinson zum Stellvertreter von Wolfgang Höll. Wolfgang Fischer bleibt Schatzmeister, soll seine neugewählte Stellvertreterin Regine Honert schnell einarbeiten, so dass sie in einem Jahr verantwortlich den Schatzmeister-Posten übernimmt. Fischer soll dann als weiterer stellvertretender Vorsitzender ebenfalls Wolfgang Höll unterstützen. In Abwesenheit zum Beisitzer gewählt wurde Stefan Schmidt. Er soll sich verstärkt um die jüngeren SGV-Mitglieder kümmern und dafür sorgen, dass diese wieder zahlreicher werden. Ebenfalls als Beisitzerin gewählt wurde Christine Chyra. Sie soll sich insbesondere um die Partnerschaft mit Chorzow kümmern.

Wiedergewählt wurden die Fachwarte: Erwin Borgolte (Wandern und Freizeit), Dieter Mucker (Wege), Anneliese Goetz (Kultur und Brauchtum), Ernst Landskron (Wanderheim, „Hüttenwart“) und Irma Landskron (Senioren). Vorläufig unbesetzt bleibt das Amt des Fachwartes für Natur- und Umweltschutz.

Im Vorfeld der Vorstandswahlen berichteten die Fachwarte über ihre Tätigkeiten, der Schatzmeister stellte den Kassenbericht vor.