Gärtner verlieren ihren Spaß am Hobby

In der vergangenen Nacht musste die Feuerwehr Iserlohn zum weiten Mal in dieser Woche einen Brand in der Kleingartenanlage an der Oestricher Straße löschen. Erneut war es zu einem Einrbruch mit anschließender Brandstiftung gekommen.
In der vergangenen Nacht musste die Feuerwehr Iserlohn zum weiten Mal in dieser Woche einen Brand in der Kleingartenanlage an der Oestricher Straße löschen. Erneut war es zu einem Einrbruch mit anschließender Brandstiftung gekommen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
In der vergangenen Nacht brachen zum zweiten Mal in dieser Woche unbekannte Täter in die Kleingartenanlage an der Oestricher Straße ein und steckten anschließend die Gartenhäuser und Geräteschuppen in Brand.

Iserlohn..  Eigentlich sollte die Kleingartenanlage an der Oestricher Straße ein Ort sein, an dem die Parzelleninhaber zur Ruhe kommen, an dem sie vom Alltagsstress abschalten können. Doch diese Zeiten sind vorbei. Erst recht nach den jüngsten Vorkommnissen.

Schmierereien, Zerstörungen und Einbrüche – Zustände, an die sich die Hobbygärtner schon fast gewöhnt haben. Nun aber nimmt der Vandalismus Überhand. Innerhalb von nur einer Woche kam es zu zwei Brandstiftungen. Erst in der Nacht zu Montag verschafften sich Unbekannte Zutritt zu einem der Gärten und setzten dort eine Gartenlaube in Brand. In der vergangenen Nacht der gleiche Vorfall.

Erste Gärtner räumen bereits ihre Lauben aus

„Mittlerweile spielt auch die Angst mit“, sagt das Ehepaar Schlüter und wirkt dabei ganz konsterniert. Seit über 20 Jahren hegen und pflegen sie ihre Anlage am Gleisdreieck zwischen Oestricher und Karl-Arnold-Straße. Gerade erst sind sie dabei eine neue Terrasse vor ihrer Gartenlaube anzulegen. Aber auch sie stellen sich nach den verheerenden Anschlägen der vergangenen Tage und Wochen die Frage, ob sich solche Investitionen überhaupt noch lohnen. „Wenn man jedes Mal damit rechnen muss, dass es die eigene Laube ist, die gerade abgebrannt ist, macht das irgendwann keinen Spaß mehr“, so die Garteninhaberin.

Ihre Parzellennachbar gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie räumen schon aus. „Alles das, was wir zuhause gebrauchen und abstellen können, wollen wir erstmal sichern“, sagt die Rentnerin. Falls es dann zu einem Einbruch und einem Brand im eigenen Garten käme, habe man immerhin die wichtigsten Sache gerettet.

Diese Möglichkeit hatte die alte Dame, deren Laube in der vergangenen Nacht dem Brand zum Opfer gefallen ist, nicht mehr. Ihr liebevoll mit Muscheln dekorierte Geräteschuppen sowie die Gartenhütte sind komplett abgebrannt. Der Sachschaden beläuft sich auf insgesamt 3000 Euro. Der emotionale Schaden ist hingegen unaufwiegbar.

Polizei geht nicht voneinem Feuerteufel aus

Was alle jedoch beschäftigt, ist die Frage nach dem Warum? Darauf hat nicht einmal Polizeisprecher Dietmar Boronowski eine passende Antwort. „Wenn Menschen aus einem Garten einen Apfel klauen, weil sie Hunger haben, ist das ja noch irgendwie schlüssig. Diese Taten hier sind einfach willkürlich“, so Boronowski. Bei diesen Fällen handele es sich nach Angaben der Ermittler ganz klar um Einbruchsdelikte, deren Spuren durch die Brandlegung verwischt werden sollten. Von einem Feuerteufel, der gezielt nur die Gartenlauben in Brand gesteckt hat, geht die Polizei zum jetzigen Stand nicht aus.