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Fußball-Euphorie nimmt langsam Fahrt auf

10.06.2012 | 16:08 Uhr
Fußball-Euphorie nimmt langsam Fahrt auf
Etwa 250 Fans haben das Deutschland-Spiel in der Schauburg verfolgt. Foto: Josef Wronski

Iserlohn.   Seit Samstag sind auch die Iserlohner im EM-Fieber. Volle Kneipen und hupende Autos waren während des Deutschland-Spieles und danach zu erleben.

Bis Freitag war von einer Fußball-Euphorie noch nicht viel in Iserlohn zu spüren. An Häusern und Autos waren deutlich weniger Flaggen als in den Vorjahren zu sehen. Das hat sich am Samstag schlagartig geändert: Die schwarz-rot-goldene Deko haben viele wohl erst zum Deutschland-Spiel herausgeholt.

Während Jugendliche - ausgestattet mit Fahnen, Pfeifen, Blumenketten und dergleichen - bereits am frühen Nachmittag die Innenstadt bevölkerten, strömten die Älteren pünktlich zum Anpfiff in die Kneipen. Und in das Jugendcafé „Checkpoint“ der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde: Dorthin hatten der Männertreff und die Jugendarbeit zum Public Viewing eingeladen. Manfred Kipp erklärte: „Die Jugendlichen und die Männer sollen sich auf diese Weise näher kommen.“ Außerdem gebe es im „Checkpoint“ zahlreiche Besucher mit Migrationshintergrund, die durch das gemeinsame Fußball-Schauen ebenfalls integriert werden sollen. Bunt gemischt waren dann auch die etwa 50 Besucher, die sich aus Männern und Frauen, Jung und Alt sowie verschiedenen Nationalitäten zusammensetzten.

Verschiedene Generationen und Nationen waren im „Checkpoint“ zu Gast. Foto: Wronski

Wesentlich lauter und enger ging es im Bistro Schauburg, wo sämtliche EM-Begegnungen übertragen werden, zu. Etwa 250 Personen versammelten sich dort, um der Nationalmannschaft die Daumen zu drücken. Immer wieder skandierten sie Fangesänge, während das Spiel zunächst vor sich hindümpelte. Von der Hochzeitsgesellschaft, die nebenan feierte, schlich sich immer mal wieder ein Gast vor das Bistro, um einen Blick auf das Spiel zu erhaschen. Etwa ein Dutzend Männer, Frauen und Kinder drängte sich um den vor dem „Pura Luna“ aufgestellten Fernseher. Als Mario Gomez in der 72. Minute endlich das Tor geschossen hatte, war der Jubel allerorts unüberhörbar.

Und pünktlich zum Abpfiff um 22.38 Uhr hob ein Hupkonzert an. Zahlreiche Fußballfans machten ihrer Begeisterung lautstark Luft, als sie ihre Runden durch die Innenstadt drehten. Auch hier waren es Einzelne, die ihre Autos bereits dermaßen geschmückt hatten, als hätte Jogi Löws Team bereits die EM gewonnen. Die Kneipen, Restaurants und sogar Kioske in der Innenstadt leerten sich nach dem Sieg zusehends. Vor den Türen bildeten sich Trauben von Menschen, die den deutschen EM-Auftakt noch einmal analysieren wollten. „Da sieht man doch, dass das Public Viewing auf dem Schillerplatz fehlt“, erklärte Niko Link (36), nachdem er die Schauburg verlassen hatte. Den Gastronomen gönne er aber ihren vermutlich höheren Umsatz.

Insgesamt verlief der Abend in Iserlohn ruhig. Die Polizei, die zu den Deutschland-Spielen mehr Beamte einsetzt, meldet keine besonderen Vorkommnisse. Die Beamten, die sich vorsorglich unter der Karstadt-Brücke postierten, hatten nicht viel zu tun.

Jennifer Katz



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