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1600 Zuschauer kamen

Fulminantes Finale von „St. Niklas“

19.12.2010 | 18:50 Uhr
Fulminantes Finale von „St. Niklas“
Zum Schluss sangen alle gemeinsam die Lieder „Auf der MS Iserlohn“ und „Oh du Fröhliche“ auf der Bühne des Parktheaters. Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn. Es war eine Abstimmung mit den Füßen: Zweimal ein volles Haus im Iserlohner Parktheater, macht 1600 Fans der Kult-Veranstaltung „St. Niklas war ein Seemann“. Der maritime Weihnachtsabend wurde im ausverkauften Parktheater am Freitag- und Samstagabend mit langem Stehapplaus aufgenommen.

An zwei aufeinanderfolgenden Abenden erlebten die Besucher ein über fünfstündiges Programm, das neben besinnlichen vorweihnachtlichen und maritimen Liedern und Texten auch Schlagerunterhaltung zu bieten hatte. Das ist nicht mehr zu toppen.

Begeisterte Theaterbesucher wollten um kurz vor ein Uhr in der Frühe die vielen Darsteller vom Shanty-Chor des Marine-Vereins Iserlohn, Andreas Neumann und die vielen Überraschungsgäste an der Seite von Moderator Thomas Reunert gar nicht von der Bühne lassen. Gemeinsam hatten sie im fulminanten Finale „Oh du Fröhliche“ gesungen und natürlich auch die St.-Niklas-Hymne „Auf der MS Iserlohn“.

Mit ihrem langanhaltenden Applaus machten sie deutlich, dass sie auch im kommenden Jahr wiederkommen möchten und sich wie Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann eine Fortsetzung wünschen. Aber IKZ-Redaktionsleiter Thomas Reunert erklärte als Moderator, dass irgendwann Schluss sein müsse.

Bereits zum vierten Mal war die Seniorin Käthe Weller mit ihrem Mann in einer „St. Niklas“-Vorstellung „made in Iserlohn“. Kurzer Pausenkommentar der Seniorin: „Das Programm war besser als im vergangenen Jahr. Und Thomas Reunert ist als Moderator unübertroffen.“

Wie er sich die unterhaltsamen Bälle mit dem genialen Rezitator Andreas Neumann zuspielte, das war unnachahmlich. Auch wie er Bodo „Placebo“ Scheuch, „den Korvettenkapitän aus der Grürmannsheide“ immer wieder auf die Schippe nahm. Und beide zusammen bildeten dann „die Wildecker Scherzbuben“, wie Andreas Neumann alias Heinz Erhard flunkernd anmerkte.

Wenn die „Romantic Sailors“ vom Marineverein Iserlohn loslegen und auf musikalische Weise Seefahrtsromantik entfachen, dürfen die Fans gerne einstimmen. Ihr musikalischer Leiter Bodo Scheuch forderte sie geradezu auf zum Mitsingen bei maritimen Klassikern wie „Nimm mich mit Kapitän“, „An der Nordseeküste“ und „My Boney is over the Ocean“. Bei der „Kleinen weißen Möwe“ schunkelten die Zuschauer sogar obendrein hin und her. Begleitet von IKZ-Redakteur Ralf Tiemann am Klavier ließen sie sich zum Mitsingen des Evergreens „Ich war noch niemals in New York“ animieren. Mit von der Partie war natürlich wie immer auch die Oestricher Laienschauspielerin Gerda Trappe. Ihr widmete Thomas Reunert das Lied „Die Frau vom Nikolaus heißt Gerda“, das er der sichtlich gerührten „Mutter der Hafenkneipe“ mit Unterstützung des Shantychores und dem Publikum darbot.

Ein toller Überraschungscoup war der Auftritt der Iserlohner Stadtmusikanten. Sie gaben dem Publikum bereits einen Vorgeschmack auf ihr „Toto“-Programm, mit dem sie im kommenden Jahr auf Tournee gehen. Atemberaubende, suggestive Bilder lieferte Vicky Lewis-Thumm, das „Supertalent der Herzen“ mit ihrem hinreißenden Serpentintanz „Visiona“. Er ließ Erinnerungen wach werden an das Motto der Landesgartenschau in Hemer, „Zauber der Verwandlung“.

Live-Gespräche mit Prominenten rundeten den maritimen Weihnachtsabend ab. Am Telefon sagte der beliebte Wetterfrosch Sven Plöger den Iserlohnern ein weißes Weihnachtsfest vorher. Der Iserlohner Wissenschaftsastronaut Prof. Dr. Ulrich Walter schickte aus München weihnachtliche Grüße in seine Heimatstadt und berichtete von seinen Ausflügen ins Weltall, bei denen er Gott näher gekommen sei. Und der Hoteldirektor der MS Deutschland, Wolfgang Frank, meldete sich von der Antilleninsel Barbados.

G. G. Anderson eroberte das Publikum im Sturm. Foto: Dirk Karthaus

Schlagerstar G.G. Anderson eroberte sein Publikum im Sturm mit Hits wie „Eine kleine Kneipe“ und „Eine Stunde dein Mann zu sein“, das gerne mitsang, auch bei besinnlicheren Liedern wie „Heitschi Bumbeitschi“.

Die vielen Darsteller und die Zuschauer bewiesen eine außergewöhnliche Kondition, das stellte auch der Vortragskünstler Wilfried Glatzeder fest. Dennoch bleibt festzuhalten: Weniger wäre mehr gewesen. So schön gerade seine von Ephraim Kishon und Friedrich Wolf dargebotenen Weihnachtsgeschichten waren, in diesem Rahmen war es schwierig, so lange zu folgen Zuviel des Guten waren auch die „Speellüüd“, die in der Pause im Foyer und der Galerie aufspielten. Beide Programmpunkte wären bei Einzelveranstaltungen angemessener zur Geltung gekommen.

Allen Beteiligten, auch dem kreativen Theater-Team um Johannes-Josef Jostmann ein großes Kompliment für diese beiden Abende der Superlative! Am positiven Gesamteindruck hat das Theaterteam besonderen Anteil, das sowohl die Bühne, aber auch das gesamte Theater mit viel Liebe zum Detail weihnachtlich geschmückt hat.

Für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sammelten die Theaterbesucher am Freitag 1620 Euro und am Samstag 1765 Euro, macht zusammengenommen 3385 Euro.Christian Stipeldey zeichnete Moderator Thomas Reunert mit der silbernen Ehrennadel der DGzRS aus, weil unter seiner Regie bei bisherigen „St.-Niklas“-Veranstaltungen über 25000 Euro gesammelt wurde.

Cornelia Merkel

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