Friedensfest startet mit lauten und auch leisen Tönen

„Ein Sturm zieht auf“: So jedenfalls verspricht es der Sänger von „Punch ‘n’ Judy“ eingangs des Auftritts der Band – und behält recht.
„Ein Sturm zieht auf“: So jedenfalls verspricht es der Sänger von „Punch ‘n’ Judy“ eingangs des Auftritts der Band – und behält recht.
Foto: Tim Gelewski
Was wir bereits wissen
Zum Auftakt spielte erstmals eine Coverband, dazu gab es Metal und auch ein Gedenken an den verstorbenen Winfried Spanke

Iserlohn..  „Born To Be Wild“, „Just A Girl“ oder „Proud Mary“. Alles bekannte Songs von Rock- und Popgrößen, die so eigentlich nicht auf dem Friedensfestival, das für selbstgemachte und authentische Musik steht, gespielt werden. Wäre da nicht die große Freundschaft zum Wispa-Verein. Und so machten die Veranstalter für die 25. Auflage des Festivals eine einmalige Ausnahme.

Die „Hauskappelle“ des Wispa e.V., der Bueno Wispa Social Club, durfte als erste und gleichzeitig letzte Coverband auf der Bühne stehen und machte damit den Auftakt zu dem Festival, das vor 25 Jahren als kreativer Protest begann und sich mittlerweile zu einer Traditionsveranstaltung entwickelt hat – für Jedermann und alle Kulturen.

Doch bevor das „bunte und runde Treiben“, wie es Mitveranstalter Detlev Paul beschrieb, auf dem Gelände vor der Bauernkirche so richtig ins Rollen kam, wurde es erst einmal andächtig. Zusammen gedachten alle Anwesenden dem verstorbenen Winfried Spanke, besser bekannt unter dem Namen „Wispa“. Viele Worte brauchte es nicht, um den „bunten Vogel, der immer mit viel Spaß durchs Leben ging“, zu beschreiben. Doch die wenigen, die Anne Heß-Müller, Vorstand des Wispa-Vereins, wählte, fanden großen Anklang beim Publikum. Zu Ehren des Verstorbenen wurde zusammen mit Weizen angestoßen. Dann folgte die Premiere: die erste Coverband auf der Bühne des Friedensfestivals. Doch gerade die altbekannten Klassiker kamen beim Publikum gut an. Schnell wurde lautstark mitgesungen. Und das beweist: Das Friedensfestival ist kein reines Punk-Event mehr – die Zielgruppe geht weit darüber hinaus.

Weiter ging es mit dem Crossover-Folk von „Punch ‘n’ Judy“, die aber auch nicht vor Metal inklusive Double-Bassdrum halt machten. „Ein Sturm zieht auf“, verkündete der Sänger der Band, der aussah wie ein Pirat, auch wenn die Band für sich eigentlich Mittelalter-Einflüsse geltend macht. Vor der Bühne tummelte sich die „U10“ der Festivalgäste – für potenzielle Besucher der 50. Auflage des Festivals in 25 Jahren scheint also gesorgt. Es folgten noch „La Confianza“, alte Bekannte beim Friedensfest und Anachist Academy, Gründungsmusiker des Fests, die mit politischem Hip-Hop begeisterten und dem Publikum so eine weitere musikalische Facette in einem sehr gemischten Programm boten.