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Finn-Ole Heinrich: Schockieren und doch sensibel

29.09.2009 | 16:54 Uhr
Finn-Ole Heinrich: Schockieren und doch sensibel

Iserlohn. Als Kind wollte er Weihnachtsmann werden, dann Schauspieler, und nun produziert er Ideen und bringt sie zu Papier: Finn-Ole Heinrich ist Schriftsteller, Filmemacher, Hörbuchproduzent und Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz 2009.

Als solcher befindet sich der talentierte Erzähler zurzeit auf Lesetour durch den Kreis. Den Zuhörern begegnet dabei ein junger Mann, bei dem es fürwahr spannend ist zuzuhören. Das merkten auch Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 des Märkischen Gymnasiums. Die MGI-Werkstatt hatte ihn kürzlich zu einer Lesung in die Schulbibliothek eingeladen, die von den Lehrern Thomas Brenck und Katharina Schmidt moderiert wurde.

Finn-Ole Heinrich las dabei aus seinem Debütroman „Räuberhände”. Die Geschichte handelt von der Freundschaft zwischen Janik, Sohn zweier Oberstudienräte, und Samuel, Sohn einer Alkoholikerin. Eine Freundschaft, die sehr intensiv, fast zu intensiv ist und die die beiden jungen Männer auf eine Reise nach Istanbul führt.

Finn-Ole Heinrich hört man gern zu. Das liegt zum einen an seiner unaufdringlichen, warmen und einfühlsamen Stimme. Zum anderen aber auch an den spannenden, oft schockierenden und gleichzeitig sensiblen Texten, die aus klaren, leicht wirkenden und tatsächlich doch anspruchsvollen Sätzen bestehen. Der 27-jährige Heinrich würzte die Lesung zudem noch mit einem selbstgedrehten Trailer zu seinem Buch und ebenfalls selbst hergestellten Hörbuch-Elementen - eine abwechslungsreiche Veranstaltung, die noch dazu mit dem Heinrich'schen Kurzfilm „Herr Possalla wird's schon richten” ergänzt wurde.

Die Lesung war eigentlich für ältere Schüler oder Erwachsene konzipiert, doch Lehrerin Schmidt hatte ihre Schüler gut vorbereitet. Anfangs zögerlich stellten die Schüler Fragen, dann wollten sie gar nicht mehr aufhören.

So wollten sie beispielsweise wissen, wann Finn-Ole Heinrich mit dem Schreiben angefangen hat. „Mit 17, bis dahin fand ich Bücher eher blöd.” Aus Langweile las er in Büchern seiner Eltern, schnell kam der Wunsch auf, selbst zu schreiben. Seine Geschichten seien erfunden, allerdings greife er auf „sein immenses Archiv an Erfahrung” zurück, mit dessen Hilfe er die Geschichten auskleide. Meistens schreibe er über Themen, die ihn interessieren. Seine Bücher und Filme sollen vor allem irritieren und nachdenklich machen. „Mich reizt es, von Welten zu erzählen, in die man sonst keinen Einblick hat.”

Eine weitere Frage der MGI-Schüler lautete, welcher Preis, den er bisher bekommen hat, der tollste sei. „Der, wegen dem ich gerade hier bin. Der Knüller. Man ist ein Jahr lang frei von Druck, kann viel arbeiten. Meine alten Studienfreunde fahren alle Taxi oder verkaufen Popcorn im Kino.” Arbeit hat Finn-Ole Heinrich reichlich. Während des Stipendiums, das im Januar begann, hat er bereits ein Drehbuch für einen Kurzfilm geschrieben (der seine Premiere bei der Berlinale hatte), hat die Arbeit an seinem neuen Erzählband „Gestern war auch schon ein Tag” abgeschlossen und ein Hörbuch mit seinen Erzählungen produziert. Zurzeit schreibt er an seinem ersten Drehbuch für einen „Langfilm”, der 2012 in die Kinos kommen soll. Im April war er schon einmal mit einer Lesetour im Kreis unterwegs, mindestens eine weitere Tour ist geplant, am liebsten würde er auch noch eine Veranstaltung mit den beiden anderen Stipendiaten (Bildende Kunst und Musik) machen.

Finn-Ole Heinrich wurde in Schleswig-Holstein geboren und lebt in Hamburg. Wie er im Interview mit der Heimatzeitung erzählte, stammen seine Eltern aus dem Ruhrgebiet, weswegen er den Märkischen Kreis zumindest vom Hörensagen kannte. Ein Studium der Bildenden Kunst (Schwerpunkt Film) schloss er im August 2008 mit Diplom ab. Mittlerweile hat er mehrere Bücher und Kurzfilme geschaffen und ist zudem bekannt in der „Poetry-Slam”-Szene. Er hat zahlreiche Preise bekommen und war als Stadtschreiber in Erfurt tätig.

Katja Hofbauer

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Kommentare
30.09.2009
15:24
Finn-Ole Heinrich: Schockieren und doch sensibel
von Bogus_Trumper | #2

@ 1
Wieso? Der sieht doch gut aus! Wohl zu lange am Spießertopf gerochen, was?

30.09.2009
09:22
Finn-Ole Heinrich: Schockieren und doch sensibel
von Kurt | #1

Wie sagte doch einst Herr Beck:
Der soll sich waschen und rasieren ... dann bekommt man auch nen Job!

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