Figuren voller sarkastischer Doppeldeutigkeit

Federica Fazio aus Argentinien konnte gestern schon einen Blick in die Ausstellung von Laura Ford in der Villa Wessel werfen. Hier begutachtet sie die Figurengruppe „Love/Hate Girls“ aus dem Jahre 2014 und die Bronzefigur „Skinny Hyana“, die ebenfalls 2014 entstand.
Federica Fazio aus Argentinien konnte gestern schon einen Blick in die Ausstellung von Laura Ford in der Villa Wessel werfen. Hier begutachtet sie die Figurengruppe „Love/Hate Girls“ aus dem Jahre 2014 und die Bronzefigur „Skinny Hyana“, die ebenfalls 2014 entstand.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
In der Villa Wessel präsentiert die walisische Künstlerin Laura Ford ihre vielschichtigen Arbeiten

Iserlohn..  In eine Welt zwischen ambivalenten Kindheitserinnerungen, Träumen, Ängsten und Märchen kann der Besucher der neuen Ausstellung in der Villa Wessel eintauchen. Gezeigt werden Arbeiten der 1961 im walischen Cardiff geborenen Künstlerin Laura Ford, deren Werke in internationalen anerkannten Museen wie der Tate Gallery, London, dem Shanghai Sculpture Park in China und natürlich dem National Museum and Galleries of Wales in Cardiff präsentiert werden.

Ausstellung wird am Freitag, 17. April, um 19 Uhr eröffnet

Aus den unterschiedlichsten Materialien kreiert Laura Ford skulpturale Collagen in Form von Tier- oder verfremdeten Kindergestalten, die häufig wie große Lumpenpuppen erscheinen – auch dann noch, wenn sie für die Installation im Außenraum in Bronze gegossen wurden. Diese fantasievollen Figuren wirken zunächst verspielt und entwaffnend, erweisen sich jedoch auf den zweiten Blick stets als tiefgründig und kritisch, indem sie in teils sarkastischer Doppeldeutigkeit auf Armut und Obdachlosigkeit, Verletzung, Gewalt oder Krieg anspielen. Ironisch interpretiert die Bildhauerin oft auch alte Kinderreime um, ohne die darin vorkommenden „Helden“ wirklich zu zitieren.

In Deutschland ist Laura Ford, die in einer Schaustellerfamilie aufwuchs, durch ihre mehrmalige Teilnahme an der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ und durch die parallel zu „Blickachsen 7“ gezeigte Ausstellung ihrer Werke im Museum Sinclair-Haus bekannt. Im Jahre 2011 gewann Laura Ford den Künstlerwettbewerb des Landes Baden-Württemberg „Kunst am Bau – Universitätsfrauen- und Hautklinik Heidelberg“ mit dem Vorschlag einer Installation aus mehreren Figuren, der 2012 realisiert wurde. Die größte Figur ist dort eine lebensgroße Giraffe. Ein kleineres Exem­plar, „Small Giraffe“ aus dem Jahre 2012, ist in der Ausstellung in der Villa Wessel zu sehen. Auf die im Volksgarten aufgestellte „Katze“ nimmt die sechsteilige Figurengruppe „Anxious Cats“ direkten Bezug.

Die in London lebende Künstlerin präsentiert in der Villa Wessel neben ihren skulpturalen Figuren auch mehrere Zeichnungen, zumeist mit Bleistift und Aquarell auf Papier gebracht. Auch sie werden von Fabelwesen dominiert, die aus einer düsteren, fernen Welt zu stammen scheinen. Eröffnet wird die Ausstellung, die noch bis zum 21. Juni zu sehen ist, am Freitag, 17. April, um 19 Uhr. Die Einführung erfolgt durch Dr. Johannes Janssen, Direktor Museum Sinclair-Haus, Altana Kulturstiftung, Bad Homburg. Laura Ford wird anwesend sein.