Fiese Betrugsmasche mit kleinen Welpen

Schamlose Betrüger versuchen derzeit, die Tierliebe vieler Menschen auszunutzen.
Schamlose Betrüger versuchen derzeit, die Tierliebe vieler Menschen auszunutzen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Iserlohnerin wird bei vermeintlichem Hundekauf im Internet um Geld geprellt. Nun warnt die Polizei

Iserlohn..  Eigentlich hatte sie nur einem kleinen Hund ein neues Zuhause bieten wollen, doch haben Betrüger die Tierliebe der Iserlohnerin Saskia Half offenbar schamlos ausgenutzt. Die 20-Jährige ist nun um eine Erfahrung reicher – allerdings auch um 250 Euro ärmer.

Was war passiert? Die junge Iserlohnerin hatte in der vergangenen Woche den Anzeigenbereich der Internetplattform „www.local24.de“ nach Hundewelpen durchforstet. Dort gibt es gleich mehrere Personen, die angeblich junge Hunde verschenken wollen.

Saskia Half entscheidet sich für einen Husky-Welpen und kontaktiert den Anbieter per E-Mail. Statt dem in der Anzeige angegebenen Standort Iserlohn sollte sich das Tier nun aber in Frankreich befinden – und ein Transport in die Waldstadt sowie eine davor notwendige tierärztliche Untersuchung 150 Euro kosten. Weil es ihr der kleine Hund aber so sehr angetan hatte, willigt Saskia Half ein und zahlt. Wenig später will der vermeintliche Hundebesitzer weitere 100 Euro für eine Transportbox im Flieger, der den jungen Husky nach Deutschland bringen soll. Wieder zahlt Saskia Half das Geld direkt bei der Bank ein, „auf ein ausländischen Privatkonto“, wie sie sagt.

Ein Tag vergeht, dann meldet der ominöse Welpenbesitzer erneut Geldbedarf an, diesmal sollen es 50 Euro für drei Impfungen sein. Nun wird Saskia Half misstrauisch, zahlt nicht. „Ich habe ihm dann gemailt, und es hieß, wenn ich nicht zahle, würde es Komplikationen geben“, so die 20-Jährige. Seit vergangenem Mittwoch herrscht nun einseitig Funkstille, Forderungen von Saskia Half auf Rückerstattung der gezahlten 250 Euro blieben unbeantwortet. Die Iserlohnerin will nun Anzeige wegen Betrugs erstatten.

Betrüger bieten ihre „Dienste“ auch weiter an

Genau dies rät auch Polizei-Sprecher Dietmar Boronowski Geschädigten in ähnlich gelagerten Fällen zu tun – und zwar möglichst umgehend. „So lange es keine Anzeige, keinen Geschädigten gibt, können wir auch nicht ermitteln.“

Auch am Montag noch gab es auf der Internet-Seite von „local24“ neun Personen, die angeblich Hundewelpen zu verschenken haben – allesamt unter Angabe des Standortes Iserlohn. „Ich habe nach dem Vorfall noch einige andere Anbieter kontaktiert“, sagt Saskia Half, immer mit dem gleichen Ergebnis, immer ist der Hund plötzlich angeblich im Ausland, immer fallen Kosten an. „Die Masche ist wohl immer dieselbe.“

„Es gibt eine Vielzahl solcher oder ähnlicher betrügerisch-krimineller Angebote“, sagt Dietmar Boronowski. „Im Internet gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt.“ Und: „Weil vieles vom Ausland aus abgewickelt wird, ist es schwierig, später die Ansprüche der Geschädigten durchzusetzen.“

Um solche oder ähnliche Vorfälle zu vermeiden, appelliert Boronowski nun an die Bürger: „Vermeiden Sie Vorabüberweisungen, drucken Sie dubiose Angebote aus und lassen Sie sich bei Polizei, Tierschutzverein oder Verbraucherzentrale beraten.“