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Messungen am Hohler Weg

Feinstaub: Aktionplan wohl nötig

14.04.2010 | 16:57 Uhr
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig

Iserlohn. Die Feinstaubbelastung am Hohler Weg wird zur Herausforderung für die Stadtentwicklung in der Altstadt.

„Wir haben aufgrund der sich abzeichnenden Problematik die übergeordneten Behörden, also die Bezirksregierung und das Landesministerium für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, eingeschaltet”, berichtet Baudezernent Olaf Pestl auf Anfrage unserer Zeitung.

Seit Jahresbeginn hat die vom Ministerium installierte Dauermessstation in der Straßenschlucht an 18 Tagen Überschreitungen der Grenzwerte angezeigt. Nach einer EU-Richtlinie sind auf das gesamte Jahr gerechnet maximal 35 Überschreitungen des Tagesmittelwertes von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft zulässig. Mit 18 Überschreitungen liegt der Iserlohner Messpunkt landesweit in der Spitzengruppe.

Pestl, der sich selbst überrascht zeigt über die Zahl der Überschreitungen, geht mittlerweile davon aus, dass die Marke von 35 Tagen wohl auf jeden Fall geknackt wird. Die Folge: Für den Bereich „Hohler Weg” müsste ein „Aktionsplan” zur Reduzierung der Feinstaubbelastung aufgestellt werden. Pestl: „Wir warten aber nicht ab, bis wir diesen Punkt erreicht haben. Für uns geht es darum, angesichts der absehbaren Entwicklung so früh wie möglich mit den übergeordneten Behörden zu erörtern, was zu tun ist.”

Aber was könnte zu tun sein? „Wir werden auf gar keinen Fall in blinden Aktionismus verfallen”, kündigt Dezernent Pestl an, dass jeder einzelne Vorschlag, den eine für die Erarbeitung des Aktionsplans zu gründende Arbeitsgemeinschaft von Vertretern der Stadt, der Bezirksregierung und des Ministeriums vorlegen wird, auf seine Verhältnismäßigkeit überprüft wird. „Vermutlich läuft es auf ein ganzes Bündel von Maßnahmen hinaus”, glaubt Pestl, der zudem davon ausgeht, dass der bereits beschlossene Bau eines Kreisverkehrs an der Einmündung Hohler Weg/Kurt-Schumacher-Ring zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses und damit zu einer Feinstaub-Reduzierung führt. Auch die übrigen Verkehrsplanungen im Rahmen des Projekts „südliche Innenstadt” zur Neuorganisation der Stellplatzsituation und der Verkehrsbeziehungen könnten nach Einschätzung des Baudezernenten dazu beitragen, die Werte zu senken. Auf jeden Fall sollen nun aktuelle Verkehrszählungen im Hohler Weg erfolgen, den laut der letzten Erhebung von 1998 mit 15 000 Fahrzeugen täglich eine der meist befahrenen Straßen der Stadt ist.

Das Problem allein auf den Verkehr zu reduzieren, hält Olaf Pestl angesichts bundesweiter Untersuchungsreihen indes für unangemessen. Tatsache sei, dass der Verkehr durchschnittlich nur einen Anteil von 25 bis 30 Prozent an der Feinstaub-Belastung ausmache. Um ein auf die im Hohler Weg vorhandenen Verhältnisse abgestimmtes Maßnahmen-Paket zu erarbeiten, sei daher nun zuallererst Ursachenforschung erforderlich. „Wir haben in diesem Bereich einen Bestand an Häusern, bei denen zum Teil mit Holz- und Kohlefeuerungsanlagen geheizt wird”, will Pestl nicht ausschließen, dass ein Teil der Belastung hier zu suchen und zu finden sein könnte. Vor diesem Hintergrund werde die Verwaltung umgehend Kontakt aufnehmen zur Schornsteinfegerinnung, um sich ein exaktes Bild von den Verhältnissen vor Ort zu verschaffen.

Thomas Pütter

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Kommentare
17.04.2010
15:27
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von iserlohner 80 | #14

Die Lösung liegt doch auf der Hand- und ist noch für jedermann in den Strasennamen Theodor-Heuss-Ring, Kurt-Schumacher-Ring und Konrad Adenauer-Ring zu erkennen- es sollte wohl mal ein geschlossener Innenstadtring fertiggestellt werden. Stattdessen wird eifriger Rückbau betrieben, der Bereich Westertorpassage soll für den Rückbau ja auch verschmälert werden. Da haben unsere Stadtplaner eine Möchtegern-grüne-Brille auf und wollen durch weniger Straße weg von der Verkehrsbelastung, schaffen aber genau das Gegenteil: Verstopfung, Stop and Go, Lärm und Gestank. Es gibt einige Varianten, wie man der Lage Herr werden kann, aber passieren wird nichts- Iserlohns Geld wird lieber in nochmehr Kreisel und Radwege gepumpt, und die südliche Innenstadt wird immermehr isoliert und zu sozialen Brennpunkt.

15.04.2010
20:42
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von tierasyl17 | #13

Holz- und Kohlebefeuerungsanlagen, aber die Autos sind schuld. Das ist doch wieder eine Masche um Autofahrer abzocken zu können. Ich war mal stolzer Iserlohner. Jetzt bin ich froh in Hemer zu wohnen. Iserlohn ist nur noch sch.....

15.04.2010
14:35
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von Smartdriver | #12

Nachdem was mir Ende der 80er Jahre in der Schule vom Waldsterben erzählt worden ist, frage ich mich was das überhaupt für grünes Zeugs im Wald ist, Bäume können es ja nicht mehr sein!

Nun steuern wir auf den Klimakollaps zu.
Das hat sich dieses Jahr in der Form geäußert, das die Städte nichtmal mehr genug Streusalz hatten und mit den Frostschäden vollkommen überfordert sind.

Feinstaub? Stimmt, dieses Blütenzeugs geht mir auch auch die Nerven! Vor allem bei einem frische gewaschenen Auto ;-

15.04.2010
14:29
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von gullideckel | #11

Die armen Leute die da wohnen und den scheiss Lärm und den Feinstaub ertragen müssen.
Würde mich mal interessieren was die Autofahren, die dort jeden morgen durchfahren sagen würden, wenn bei Ihnen vor der Haustür die meist befahrenste Strasse Iserlohns läge.
Verkehrsberuhigte Zone daraus machen. Zone 30 und am besten noch zusätzlich Anlieger frei!

15.04.2010
11:35
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von Ulf Draack | #10

Wann wird endlich dreistreifig mit Linksabbiegespur ausgebaut. Dann bliebe der Verkehr flüssig und die
Straße wäre besser durchlüftet.
Ulf Draack 25.04.2010

15.04.2010
11:13
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von John1984123 | #9

Hier der Bericht ist von 2002 und hat damals schon Defizite aufgezeigt.
http://iserlohn.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Verkehr/VEP_ZwBericht.pdf

15.04.2010
11:12
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von John1984123 | #8

http://www.lanuv.nrw.de/luft/immissionen/aktluftqual/eu_pm10_akt.htm

Die Werte sind eindeutig.

Aber es schon richtig, der Hohler Weg ist hauptsächlich eine Abkürzung und könnte umfahren werden

15.04.2010
10:56
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von DrehtAmRad | #7

Ich gehe eher da von aus das sich Iserlohn nicht mehr die einträgliche Geldquelle Feinstaubplakettensünder entgehen lassen will und da kann kein Argument blöd genug für sein.
Das ist auch der Grund wieso man den Autoverkehr , der den kleinsten Anteil am Feinstaub aufkommen hat vorschieben muss. Eine Messstation in der Nähe etwa einer Giesserei würde schon wenige Tage nach Inbetriebnahme den Geist aufgeben weil sämtliche Messwerte die Skala sprengen.
Übrigens in anderen EU-Ländern fegt man einfach öfter die Strasse um die Messwerte niedrig zu halten. Da könnte sich die Stadt mal ein Beispiel dran nehmen !

15.04.2010
09:47
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von rwmeilen | #6

FEINSTAUBEXPERTEN MIT GEZINKTEN KARTEN:
Es erstaunt immer wieder aufs Neue, wie unverfroren die Feinstaub-Hysterie von der Umweltzonenlobby geschürt wird. Nach den geltenden EU-Richtlinien 1999/30/EG und 2008/50/EG sind nämlich Feinstaubmessungen an den Fahrbahnrändern gar nicht zulässig resp. dürfen nicht zum Vergleich mit den EU-Grenzwerten herangezogen werden. Das macht auch Sinn, gibt es doch unmittelbar am Strassenrand weder eine Vegetation zu schützen noch hält sich dort jemand ohne Unterbruch während 24 Stunden im Tag auf.

15.04.2010
08:50
Feinstaub: Aktionplan wohl nötig
von Dr. Ecksack | #5

Niemand muß durch den Hohler Weg fahren, das ist einfach nur eine bequeme Abkürzung.

Aber mit LKW-Verbot und endlich einer Ampelsteuerung, die den Namen verdient, sodass man nicht mehr an *jeder* Ampel stehen muß, wäre sicherlich schon viel getan - und preiswert dazu.

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