Feder für warme und kalte Linien

Museumsleiter Gerd Schäfer (l.) und der Zeichner Werner Ahrens präsentierten am Freitag im Haus A die Ausstellung „Illustrationen aus 50 Jahren von Werner Ahrens“, die noch bis zum 26. Juli in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf zu sehen sein wird.
Museumsleiter Gerd Schäfer (l.) und der Zeichner Werner Ahrens präsentierten am Freitag im Haus A die Ausstellung „Illustrationen aus 50 Jahren von Werner Ahrens“, die noch bis zum 26. Juli in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf zu sehen sein wird.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Im Haus A in Barendorf wird die Retrospektive des Illustrators Werner Ahrens gezeigt

Iserlohn..  Wir alle kennen Illustrationen, Zeichnungen oder auch Logos, die aus dem Stift und der Feder des in Balve lebenden und arbeitenden Werner Ahrens stammen. Doch von dem Schöpfer dieser Werke wissen die wenigstens etwas. Das soll jetzt die Ausstellung „Illustrationen aus 50 Jahren von Werner Ahrens“ ändern, die im Haus A in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf noch bis zum 26. Juli zu sehen sein wird.

„Eigentlich wollte ich diese Werkschau gar nicht machen“, erzählt Ahrens, der 1936 in Berlin das Licht der Welt erblickte, mit einem Schmunzeln. In einem Vorraum seines Ateliers hatte er schon seit gewisser Zeit einige Illustrationen eher provisorisch ausgestellt. Besucher hätten ihn dann aufgefordert, daraus doch eine größere Ausstellung zu machen. Die ist jetzt in Iserlohn zu sehen, was sicherlich auch auf eine lange Bekanntschaft mit Gerd Schäfer, dem Leiter der städtischen Museen Iserlohn, zurück zu führen ist.

Von Berlin aus ins Sauerland nach Balve verschlagen

„Was ich hier zeige, das sind zu rund 99 Prozent Auftragsarbeiten“, stellt der sympathische Künstler im Gespräch mit der Heimatzeitung klar. Sie dienten in Flyern, Büchern, Werbebroschüren zur Illustration. Deutlich wird dabei auch der humoristische Ansatz, den Ahrens in seinen Zeichnungen verfolgt. Da finden sich Motive, die in Schulbüchern verwendet wurden, aber auch Arbeiten für die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG), den Märkischen Kreis, die Balver Höhle. Auch für den Verein WasserEisenLand hat er die Logos für die Flyer entwickelt, das typische geschwungene M, welches auf den Märkischen Kreis verweist. Das in früheren Zeiten wohl bekannteste Logo, das aus der Feder von Ahrens stammt, ist das WWF, das Sendezeichen des Westdeutschen Werbefernsehen. Ältere Mitbürger werden sich gut daran erinnern können. Dass alle diese Zeichnungen auch einen direkten Bezug zu Iserlohn haben, wird im weiteren Verlauf des Gesprächs deutlich. Denn 1951 begann Ahrens seine Ausbildung als Schriftsetzer. Bereits damals arbeitete er für Zeichnungen mit den Federn von Brause aus Iserlohn. „Weil die bis heute immer noch die Besten sind, arbeite ich immer noch mit diesen Federn.“ Nur mit diesen Federn, so Ahrens, gelingt „der warme Strich“, wenn man die Feder etwas drückt und dadurch die Linie breiter wird, und „der kalte Strich“, der eine ganz klare dünne Linie erlaubt.

Ein Blick in die Lebensgeschichte erklärt auch, wie der gebürtige Berliner überhaupt den Weg ins Sauerland gefunden hat. Durch Kriegseinwirkungen zog Ahrens in die Heimat der Großmutter nach Dinkelsbühl. Da die Amerikaner aber niemanden aus anderen Zonen versorgen wollten, musste ein Ort in einer englischen Zone gefunden werden, und das war eben Balve, die Heimat der Mutter. Nach der Ausbildung folgte ein Studium an den Kölner Werkschulen. Ab 1958 arbeitete Ahrens als Grafik-Designer im Verlag J.P. Bachem in Köln, erledigte hier die Gestaltung von Druckaufträgen aus der Industrie. 1964 begann er freiberuflich in Balve zu arbeiten.