Exkursionen, Experten und besondere Themen

Das Präparieren eines Fisches kostete erst ein bisschen Überwindung, hat dann aber sichtlich Spaß gemacht.
Das Präparieren eines Fisches kostete erst ein bisschen Überwindung, hat dann aber sichtlich Spaß gemacht.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Unterricht einmal ganz anders: Das Märkische Gymnasium hat erstmalig eine Profilwoche veranstaltet.

Iserlohn..  Am Dienstag war Fischtag – für die Siebener jedenfalls. Experimente zur Funktionsweise der Schwimmblase hier, ein Expertenvortrag zur nachhaltigen Fischerei dort, das Verhalten von Goldfischen bei verschieden temperierten Wasser an einer weiteren Station und als Krönung lag sogar ein leibhaftiger Fisch auf dem Teller – roh und bereit, mit dem Skalpell auf Herz und Kiemen untersucht zu werden. Letztere Übung sorgte bei den Mädels zwar für die ein oder andere Ekelattacke, vergessen werden sie diese besonderen Biologie-Stunden aber wohl so schnell nicht mehr. Und das, was sie da gelernt haben auch nicht.

Viele Kooperationen brachten besondere Einblicke

Genau das ist natürlich der Sinn, der hinter der Profilwoche steckt, die heute am Märkischen Gymnasium endet. Mit Experimenten und hautnahen Erfahrungen, aber auch mit viel Expertenwissen von außen und Exkursionen war diese Woche voll von Inhalten und Lernmethoden, für die sonst im Unterrichtsalltag nur selten Zeit ist. Wie die Biologielehrerin Martina Haase, die die Woche für die MINT-Fächer (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) organisiert hat, bei unserem Besuch am Fischtag erklärt hat, hat das MGI bisher immer „nur“ einzelne Projekttage veranstaltet. In diesem Jahr hat die Schule aber die Ski-Freizeit der Stufe zehn, die durch den Ausfall mehrerer Lehrer ohnehin immer für Unruhe im Stundeplan sorgt, genutzt, um mit einer fünftägigen Profilwoche ganz neue Wege zu gehen. Dabei hatte jede Stufe einen eigenen thematischen Schwerpunkt. Die Fünfer haben in einer Kombination aus Deutsch, Literatur und Kunst ein märchenhaftes Schattentheater entwickelt und sich dazu auch Anregungen bei einem Besuch im Theater Hagen geholt. Bei den Sechsern drehte sich alles um Musik und Tanz – auch hier mit Unterstützung von außen in Form von Instrumentenkunde in der Musikschule Iserlohn und Tanzerfahrungen in der Tanzschule Mangelsdorff. Während die Stufe Acht eine ganze Sportwoche eingelegt hat, standen bei den Siebenern und Neunern die MINT-Fächer im Mittelpunkt: Physik, Biologie und Chemie mit vielen Experimenten, klassenweisen Exkursionen zum „School-Lab“ der Technischen Universität Dortmund und vielen Vorträgen von Wissenschaftlern, die über die Kooperation mit der „Forschungsbörse“, einer bundesweiten Forschervermittlung extra für Schulen, den Weg an den Hemberg gefunden haben. Die „Chemie zwischen 6.30 und 7.30 Uhr“, bei der alles unter die Lupe genommen wurde, was sich junge Leute morgens so ins Gesicht schmieren, ist dabei mit Sicherheit auf besonderes Interesse gestoßen. In der Oberstufe wurde es verglichen damit eher ernst. Bei den Zwölfern ging der Blick schon in Richtung Abiturprüfungen, und die Elfer lernten das wissenschaftliche Arbeiten kennen inklusive Bibliotheksbesuche in der Fern-Universität Hagen und der Landesbibliothek in Dortmund, sowie Besuche an der BiTS und der Fachhochschule in Iserlohn und berufsvorbereitenden Trainings.

Frühzeitig über Gefahren im Internet aufklären

Abgerundet wurde das Programm durch ganz besondere Angebote – etwa durch eine Einheit zu Geschlechtskrankheiten, bei der die Schüler auch mit einem AIDS-Kranken sprechen konnten, oder durch das Programm „Klicksalat“ für die Fünfer, bei dem die Kinder schon frühzeitig über die Gefahren im Internet aufgeklärt wurden.