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Europäisches Programm zum Orgelsommer-Start

02.09.2009 | 18:01 Uhr
Europäisches Programm zum Orgelsommer-Start

Einen im wahrsten Sinne des Wortes meisterhaften Auftakt des diesjährigen Orgelsommers erlebten am vergangenen Sonntag die zahlreichen Besucher in der Johanneskirche am Nußberg.

Es konzertierten Matthias Grünert, Kantor an der Frauenkirche in Dresden, sowie die Trompeter Prof. Peter Lohse von der Staatskapelle Dresden und Philipp Lohse, der bei der Robert-Schumann-Philharmonie in Chemnitz spielt.

Vater und Sohn Lohse sowie auch Matthias Grünert gehören schon seit Jahren zur „Konzertfamilie” am Nußberg, entstanden doch die ersten Kontakte, so berichtete Dr. Besler bei der Begrüßung, bereits kurz nach dem Mauerfall 1989. Die Musiker brachten daher bewusst ein europäisches Programm mit und musizierten auf ihren Instrumenten unter anderem auch Werke der Jubilare Händel, Haydn und Mendelssohn.

Schon die strahlenden Fanfaren im ersten festlichen Stück, einer Suite in D-Dur von Händel, zogen in ihren Bann - und machten hier wie auch später deutlich, wie wirkungsvoll gerade Händel die Bläser einzusetzen wusste. Es folgten weitere Duos wie eine typisch frühbarocke Sonate von Franceschini, Werke von Rameau und Purcell, stets mit Leichtigkeit und brillantem Klang auf Piccolo-Trompeten vorgetragen. Der sie begleitende Grünert war dabei des Öfteren herausgefordert, an der Orgel ein ganzes Orchester zu ersetzen. So auch bei einem anspruchsvollen Choral aus einer Bachkantate, in der die beiden Bläser die in der Tiefe volleren C-Trompeten zur Hand nahmen und ihre virtuose Technik unter Beweis stellten.

Zwischen den Trompetenstücken spielte Grünert Werke für Orgel solo. Ein abwechslungsreiches, betont akzentuiert interpretiertes Konzert in F von Rinck machte hier den Anfang. Lieblich gelangen die Flötenuhrstückchen von Haydn, meditativ das berühmte „Largo” von Händel. Aber vor allem die Sonate VI von Mendelssohn, ruhig und präzise genommen und die Bandbreite der Klangmöglichkeiten ausschöpfend, sowie Präludium und Fuge in H-Moll von Bach gerieten zu einem besonderen Hörgenuss. Spannend war es dabei, den Musiker bei der Arbeit am Instrument zuzusehen - der Puls der bachschen Musik durchfloss den ganzen Körper, die Strukturen der genialen Komposition erschlossen sich durch den so klaren Vortrag. Hier war Grünert denn auch ganz bei sich selbst.

Vater und Sohn Lohse beeindruckten bis zum Schluss durch ihr meisterhaftes Können und ihr natürliches Zusammenspiel. Sehr reizvoll war die Kombination der beiden etwas unterschiedlichen Instrumente, zumal die beiden Musiker die Rollen als erster und zweiter Trompeter auch tauschten, was dem Publikum immer wieder neue Höreindrücke bescherte. Insbesondere Peter Lohse, klanglich etwas heller und leichter als Sohn Philipp, verlieh durch seine strahlenden Spitzentöne dem Vortrag bis zum letzten Ton einen wunderbaren Glanz.

Mit einer zweiten Zugabe, dem als „Eurovisions-Melodie” bekannten Präludium aus dem Te Deum von Charpentier, verabschiedeten sich die drei hochkarätigen Musiker - bis zum Orgelsommer 2010.

Rahel Schöttler

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