Espelöer: „Geben Sie der Dortmunder Straße keine Macht“

Die Gemeindeversammlung mit Superintendentin Martina Espeloer im Gemeindehaus St. Michael war gut besucht.
Die Gemeindeversammlung mit Superintendentin Martina Espeloer im Gemeindehaus St. Michael war gut besucht.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Ende 2015 zieht die evangelische Gemeinde aus St. Michael aus. Die Gottesdienste und das Gruppenleben findet dann nur noch am Nußberg statt.

Iserlohn..  „Es stehen weitreichende Veränderungen an.“ Diese Worte von Frank Ivemeyer verfehlten ihre Wirkung nicht. Im Gemeindehaus St. Michael wurde es still. Der Vorsitzende des Presbyteriums hatte im Anschluss an den Gottesdienst die schwierige Aufgabe, den evangelischen Gemeindemitgliedern mitzuteilen, dass mit Ende des Jahres die angemieteten Räumlichkeiten unter der Gerlingser Kirche nicht mehr genutzt werden: „Die finanzielle Situation zwingt uns dazu.“

Mit Heizkosten zahlt die Gemeinde jährlich aktuell 16 000 Euro Miete an St. Michael. Gerade in Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen sei dies nicht mehr zu stemmen. Der Anmietungsvertrag laufe im Jahr 2016 aus und soll definitiv nicht mehr verlängert werden. Am liebsten würde man schon Ende 2015 aus dem Vertrag herauskommen, darüber muss aber auf Vermieter-Seite noch entschieden werden. Doch auch wenn der Vertrag nicht vorzeitig gekündigt werden kann, sollen Ende des Jahres „alle Kräfte am Nußberg gebündelt werden.“ Ivemeyer stellte klar: „Das ist das ausdrückliche Ziel des Presbyteriums. Wir wollen zusammenwachsen.“ Heißt im Klartext: Die Gerlingser müssen bald auf Gottesdienste und Gruppenaktivitäten in ihrem Stadtteil verzichten. Ein Fakt, der bei vielen Zuhörern am Sonntag große Sorgen hervorrief. „Ich habe Angst, dass es Auflösungserscheinungen gibt“, hieß es unter anderem aus den Zuhörerreihen. Superintendentin Martina Espelöer konnte die Bedenken verstehen: „Veränderungen sind das, was uns als erstes erschreckt. Trotzdem muss diese Entscheidung getroffen werden.“ Diese will sie aber vor dem Hintergrund der evangelisch-katholischen Kooperation in Gerlingsen nicht falsch verstanden wissen: „Diese Entscheidung ist keine gegen die Ökumene. Das ist eine rein finanzielle Entscheidung für die Zukunft.“

Für die Johannesgemeinde ändert sich in Zukunft also einiges. Hinzu kommt, dass Pastor Werner Tiffert nach Pfingsten in den Ruhestand geht. Für seine Stelle sucht das Presbyterium im Moment Ersatz, bislang gibt es lediglich zwei Bewerber, darunter auch Ulrike von Mayer, die aktuell eine halbe Stelle besetzt.

Mut machten die Nußberger den Gerlingsern in Person von Küsterin Heidemarie Hebbinghaus: „Sie sind keine Gäste. Wir sind eine Gemeinde. Es ist auch Ihr Zuhause“