Erste „Kids Climate Conference“ mit Iserlohnern

Niklas Götz und Jana Finke können es kaum abwarten: Sie sind Teilnehmer der ersten „Kids Climate Conference“ und dürfen sogar ihre Familien mitnehmen nach Medebach.
Niklas Götz und Jana Finke können es kaum abwarten: Sie sind Teilnehmer der ersten „Kids Climate Conference“ und dürfen sogar ihre Familien mitnehmen nach Medebach.
Foto: IKZ
Jana und Niklas dürfen mit 150 anderen Kindern in Medebach über Umwelt- und Naturschutz diskutieren.

Iserlohn..  Seit einigen Tagen können Jana Finke und Niklas Götz ihr Lächeln nur selten unterdrücken. Grund für die Freude der beiden Viertklässler ist die Einladung zur ersten deutschen „Kids Climate Conference“. Vom 19. bis zum 21. Juni haben die beiden die Gelegenheit, mit 150 Kindern aus ganz Deutschland im Center Parc Hochsauerland in Medebach unter dem Motto „Genug ist das richtige Maß“ Strategien zu entwickeln, wie die Umwelt geschützt werden kann.

Niederländer gab denAnstoß für die Konferenz

Ins Leben gerufen wurde die „Kids Climate Conference“ im Jahr 2012 in den Niederlanden, Initiator war Jean Henkens, Biologe und Architekt für Center Parcs. Das Unternehmen und die Umweltstiftung WWF veranstalten seitdem das Treffen für Acht- bis 14-Jährige, bisher nur in den Niederlanden, und ab sofort eben auch in Deutschland. Henkens Credo: Kinder sollen mitreden, wenn es um ihre Welt von morgen geht. Bisher haben die Teilnehmer zu „Wasser, ein kostbarer Schatz“, „Eure Zukunft geht uns alle an“ und „Die Zukunft unserer Erde“ gearbeitet. Nicht nur in der Theorie, sondern auch ganz praktisch: Experimente aus der Windenergie standen beispielsweise auf dem Programm. Eine Auswahl der Ideen und Em­pfehlungen, die die Kinder erarbeiten, wird immer auch an die Politik weitergegeben.

Im Unterricht an der Grundschule Nußberg, die Jana und Niklas besuchen, war Umwelt- und Klimaschutz bisher nur am Rande Thema. Dass sich die beiden dennoch dafür interessieren, resultiert zu großen Teilen aus ihren Elternhäusern. „Müll richtig einsortieren“ bedeutet daher für den neunjährigen Niklas, der im Hause Götz auch für die Altpapier-Entsorgung zuständig ist, eine Selbstverständlichkeit. Und Jana weiß: „Man sollte weniger Plastikmüll verursachen.“ So können die beiden nicht nachvollziehen, warum die Parallelklasse ihren Müll nicht richtig trennt. „Bei uns stehen eine Restmüll- und eine Papiertonne, in unserer Klasse funktioniert das.“ Und Niklas weiß noch: „Es sollten weniger Bäume gefällt werden, damit Tiere mehr Platz zum Leben haben.“

Mama Fink entdecktedie Ausschreibung

Auf die Idee, sich bei der „Kids Climate Conference“ zu bewerben, sind sie durch Janas Mutter, die sich als Bloggerin regelmäßig im Internet tummelt, gekommen. „Und meine Mama hat Niklas’ Mama davon erzählt, dann haben wir uns beworben“, fasst die Zehnjährige den Werdegang kurz zusammen. Die Bewerbung konnte in Form von Texten und Bildern erfolgen, alles rund um das Thema „Was mir an der Natur besonders gefällt“. Jeweils auf einer Dreiviertel-Seite haben Niklas und Jana ihre Gedanken zu Referaten zusammengefasst. „Ich mag die Artenvielfalt und die frische Luft“, sagt Jana. Niklas bevorzugt „das Watt an der Nordsee, gutes Wetter und Sonne“. Bis sie genau wussten, was sie schreiben wollen, haben sich die Grundschüler ordentlich die Köpfe zerbrochen. „Ich hatte zuerst gar keine Idee“, gesteht Niklas. Und Jana verrät: „Mama hat mir geholfen, zum Beispiel bei den Fremdwörtern.“ Anstelle von Artenvielfalt habe sie bisher von den „vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen“ gesprochen.

Nun ist das Duo, das erst seit kurzem befreundet ist, natürlich aufgeregt. „Wir haben uns total gefreut, dass wir dabei sein können“, sind sich Jana und Niklas einig. Und dass sie ihre Familien gleich nach Medebach mitbringen dürfen, ist natürlich ein besonderes Bonbon.