Ermutigenden Ansatz nicht zerreden

Superintendentin Martina Espelöer schloss in das Tischgebet die Toten der Terroranschläge von Freitag und ihre Familien mit ein. Die „Gewalt unermesslichen Ausmaßes“ mache deutlich, wie verletzlich das Leben sei.
Superintendentin Martina Espelöer schloss in das Tischgebet die Toten der Terroranschläge von Freitag und ihre Familien mit ein. Die „Gewalt unermesslichen Ausmaßes“ mache deutlich, wie verletzlich das Leben sei.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Wie sehr der blaublütige Festredner und seine unternehmerischen Pläne derzeit im Fokus des lokalen öffentlichen Interesses stehen würden, konnte der IBSV bei der Einladung von Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg für das Traditionsessen am Samstag in der Parkhalle nicht ahnen.

In seinen „Gedanken zum Stellenwert adliger Familien in der heutigen Zeit“ spielten dann auch die vier geplanten Windkraftanlagen auf dem Schälk eine Rolle (siehe Letmathe). Bevor der Fürst aber in seinem 35-minütigen Vortrag Einblicke in die Geschichte seines fast 1000-jährigen Hauses, in aktuelle Aufgaben, Verpflichtungen und Ansichten und die Adelswelt allgemein gab, nutzte IBSV-Oberst Hans-Dieter Petereit seine Begrüßungsworte für ein Statement zum Thema Parkhalle.

Allerdings nur ein ganz kurzes, denn da der IBSV parteipolitisch neutral sei, so der Vereinsvorsitzende, lasse er mit Blick auf die Bürgermeisterwahl im September die „Dauerthemen“ Sicherheitskonzept beim Schützenfest, „Gängelung des Ehrenamts“ oder Zukunft der Alexanderhöhe diesmal bis zum Neujahrsball 2016 liegen. „Vergessen sind sie jedoch nicht und nach dem Wahltag jederzeit wieder abrufbar!“ Nur seine Zustimmung zum Konsens der beiden großen Fraktionen zu einer Parktheater-Erweiterung, die auch „Freiluft-Events“ wie das Schützenfest zulasse bzw. unterstütze, äußerte Petereit. Und die Hoffnung, dass „dieser ermutigende Ansatz nicht wieder im parteipolitischen Geplänkel zerredet wird.“

Auf die Unterstützung von Dr. Peter Paul Ahrens kann er dabei wohl bauen: „Ich kann Ihnen versichern, dass ich als Bürgermeister diese Pläne gerne und mit Nachdruck weiter verfolgen werde. Denn Sie als IBSV, jeder Einzelne von Ihnen, ist mir wichtig.“ Und es sei ihm, so Ahrens, „ein großes Anliegen, das Schützenfest als Leuchtturm und eine der traditionsreichsten Veranstaltungen der Stadt auch in den nächsten Jahren hier auf der Höhe zu finden.“ Daran, und das sage er ganz deutlich, „wird nicht gerüttelt“. Und das sei auch schon beim Ratsbeschluss am 21. April klar betont worden, bei dem unter anderem auch schon die Verwaltung den Auftrag bekommen habe, einen Ergänzungsbau für das Parktheater zu konzipieren. Den gemeinsamen CDU-/SPD-Antrag, der auch den Erhalt der Parkhalle bis zur Fertigstellung der neuen Feierstätte fordere, betrachte er persönlich, so Ahrens, „auch als Wertschätzung Ihrer ehrenamtlichen Vereinsarbeit, und vor allem als Zeichen, dass das Gute, was der IBSV für die Stadt leistet, auch in Politik und Bevölkerung eine hohe Anerkennung findet.“

Landrat Thomas Gemke nutzte sein Grußwort zum Werben für ein „bisschen mehr Vertrauen in den Staat und seine Institutionen“ und für die Arbeit der Verwaltung. Dazu zitierte er zunächst aus den Microsoft-Datenschutzbestimmungen, denen wohl fast jeder klaglos zustimme, auch wenn damit zum Zwecke der Erhöhung der Effektivität von Werbung die Erfassung aller Nutzerdaten (Wer hat wann welche Internetseite besucht?) einhergehe. „Es kann doch aber nicht sein, dass wir so viel freiwillig hergeben, und es auf der anderen Seite ziemlich heftige Gegenwehr gibt, wenn der Staat bei der Vorratsdatenspeicherung zehn Wochen lang lediglich die Verbindungen festhält, um damit Verbrecher zur Strecke zu bringen“, sagte Gemke. Der Blick nach Griechenland zeige indes, dass ohne eine „ordentliche Kommunalverwaltung samt Katasteramt, ohne funktionierende Finanzverwaltung ein Staat nicht läuft.“