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Erfolgreicher Polizei-Einsatz gegen Temposünder

12.02.2012 | 19:59 Uhr

Iserlohn.(jk)Auch in Iserlohn lief von Freitag zu Samstag die landesweite Aktion zum Geschwindigkeitskontrollmarathon. Mit Erfolg, so das Fazit der Polizei, die an fünf Stellen mit Messgeräten und an der Dortmunder Straße mit einer Präventionskampagne im Einsatz gewesen ist.

„Ist ‘was Schlimmes passiert?“ Mit großen Augen steht eine Frau mittleren Alters im Foyer des „Burger King“-Schnellrestaurants an der Dortmunder Straße. Sie steht vor fünf Uniformierten, vier Polizisten und ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes. Das Großaufgebot macht Eindruck: Viele der nächtlichen Tankstellen- und Restaurantbesucher fragen nach, andere treten lieber dezent den Rückzug an.

Mit ihrem Sondereinsatz im Rahmen des landesweiten Geschwindigkeitskontroll­marathons wollen die Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizeibehörde an diesem Abend gezielt die jungen Fahrer ansprechen, um sie über die Gefahren des Rasens aufzuklären. „Im vergangenen Jahr hatten wir im Kreis 12 Unfälle mit 13 Getöteten, wovon vier Unfälle mit fünf Getöteten von jungen Fahrern verursacht wurden“, erklärt Polizeioberrat Bernd Scholz. Er ist mit sieben Kollegen an diesem frostigen Abend im Einsatz, sieben THW-Helfer sorgen für Licht und heiße Getränke. Auf einem Laptop haben die Verkehrssicherheitsberater Schockvideos vorbereitet, noch mehr Aufsehen erregt allerdings der Unfallwagen: Ein Corsa, den ein Fahranfänger vor wenigen Wochen auf einer geraden Straße in Menden gegen einen Baum gesetzt hat, zeigt, wie es nach einem Unfall ausschauen kann. „Dass der da überhaupt lebendig rausgekommen ist. . .“, macht Andrea Günther ihrer Verwunderung Luft. Sie gehört mit 38 Jahren zwar nicht mehr zur Zielgruppe der Präventionskampagne, hat aber dennoch Interesse und später viel dazugelernt. „Ich habe sowas noch nie gesehen, für junge Leute finde ich das gut“, sagt sie. Eine Mittzwanzigerin, die lieber anonym bleiben möchte, erklärt dagegen: „Klar sieht so ein Crash-Auto krass aus – aber meine Bekannten wird es nicht davon abhalten, weiter aufs Gas zu treten.“

Solche Reaktionen bleiben in dieser Nacht allerdings die Ausnahme, die meisten Heranwachsenden zeigen sich beeindruckt bis schockiert. Nur ein junger Fahrer ist besonders unbelehrbar: Kurz, nachdem er sich die Unfallszenerie an der Dortmunder Straße angesehen und Infos darüber bekommen hat, fährt er mit 17 Stundenkilometern zu schnell in die nahe gelegene Lasermessstelle. Den Kontrollbeamten präsentiert er folgende Ausrede: „Ihre Verkehrssicherheitsberater haben mich so lange aufgehalten, da musste ich schneller fahren!“ Nachdem er die 30 Euro Verwarngeld gezahlt hat, darf er seine Fahrt mit gedrosseltem Tempo fortsetzen.

Die Aktion an der Dortmunder Straße ist, so Scholz, nur ein Baustein eines ganzen Präventionskonzeptes, das im Jahresverlauf fortgesetzt werden soll. Unter anderem wollen die Beamten alle Schulen im Märkischen Kreis besuchen, um dort die Fahranfänger zu sensibilisieren.

Insgesamt wurden in Iserlohn 2668 Fahrzeuge gemessen, 135 davon waren zu schnell unterwegs. Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung lag bei 28 Stundenkilometern. Und auch bei den Kontrollen ist die Aktion noch längst nicht beendet, so Scholz, der bereits weitere Kontrollen zu nächtlichen Uhrzeiten angekündigt hat.

Jennifer Katz

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