Erfolglose Ladendiebe zu Bewährungsstrafen verurteilt

Vor dem Amtsgericht Iserlohn wurde bereits nach zwei Stunden das Urteil gegen die Ladendiebe gesprochen.
Vor dem Amtsgericht Iserlohn wurde bereits nach zwei Stunden das Urteil gegen die Ladendiebe gesprochen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Dass die Diebstahlversuche zweier Männer stets erfolglos blieben, bewahrte sie wahrscheinlich vor dem Gefängnis.

Iserlohn..  Zu Freiheitsstrafen von zehn Monaten sowie einem Jahr und fünf Monaten, die jeweils zur Bewährung ausgesetzt sind, verurteilte das Schöffengericht des Amtsgerichts Iserlohn gestern Vormittag zwei Männer aus Georgien, die sich des Diebstahls in vier beziehungsweise fünf besonders schweren Fällen strafbar gemacht haben.

Allerdings: Streng genommen haben der 36-Jährige und sein vier Jahre älterer Bekannter lediglich versucht, als Diebe in Bau-, Elektro-, und Supermärkten in Siegen, Attendorn, Werdohl und auch mehrmals in Iserlohn erfolgreich zu sein.

Stets ertappten sie die Ladendetektive. Abgesehen hatten sie es auf Tabak, Spirituosen, Handys, Kosmetikartikel, Werkzeug, Kleidung und Lebensmittel. Die erfolglosen, Anfang des Jahres begonnenen Streifzüge durch das Sauer- und Siegerland endeten am 21. März, als bei beiden die Handschellen klickten. Einen Tag später kamen sie in der JVA Hagen in Untersuchungshaft.

Gemeinsamkeiten weisen nicht nur Herkunft und Straftaten auf, sondern auch die Biografien. Der Jüngere der beiden, ein verheirateter, dreifacher Familienvater, der vom Iserlohner Rechtsanwalt Martin Düerkop verteidigt wurde, kam vor fünf Monaten alleine nach Deutschland. In der Heimat habe er als KFZ-Mechaniker gearbeitet, doch reichte das Geld nicht aus, um die Familie zu ernähren. Die Hoffnung auf ein besseres Leben im Sauerland erfüllte sich ohne Arbeit oder Sprachkenntnisse aber auch nicht.

Drogensucht als Motiv für die Diebestouren

Ein weiteres Problem sei die Drogensucht gewesen. Über eine Dolmetscherin ließ er ausrichten, dass er seit 1997 Kokain und Heroin konsumiert habe. Stoff, der bezahlt werden will. Weil oft das Geld nicht reichte, ging er auf Diebestour – hin und wieder auch mit seinem Bekannten, der neben ihm auf der Anklagebank saß. Teilweise auch Dank seiner Zeit im Gefängnis sei er jetzt aber sauber. Nun möchte er zurück nach Georgien.

Der zweite Angeklagte, seit sieben Monaten in Deutschland, Vater eines Sohnes, entschuldigte sich zunächst für seine Taten. Auch bei ihm sei der Konsum der gleichen Drogen das Motiv für die Diebestouren gewesen. Er saß nicht zum ersten Mal auf einer deutschen Anklagebank. Wegen des Versuchs, in Aachen Jeans zu stehlen, musste er sich schon einmal vor Gericht verantworten. Gegen ihn läuft zudem ein Abschiebungsverfahren. Offenbar wird er nach Rumänien ausgeliefert – warum es ausgerechnet dorthin geht, war sowohl für das Gericht, als auch für seinen Verteidiger, den Hemeraner Rechtsanwalt Stephan Funke, ein Rätsel.

Dass er sieben Monate mehr aufgebrummt bekam, begründete die Staatsanwaltschaft mit der höheren Anzahl der Straftaten, die er begangen hatte. Zudem ist er bereits wegen Diebstahls vorbestraft. Bei der jüngeren Hälfte des Duos wurde kritisiert, dass er oft mehrere Diebstahlversuche an einem Tag unternahm. Beiden wurde allerdings zugute gehalten, dass sie Taten aus extremen Notsituation heraus entstanden. Auch die Geständnisse verhinderten eine härteres Urteil. Und letztendlich sei ja auch kein Schaden entstanden – weil die beiden ihr zwielichtiges Handwerk einfach nicht beherrschen.