Eisige Welt im radikalen Wandel

Noch bis zum 7. Juni ist in der Städtischen Galerie die Ausstellung „Ragnar Axelsson - Faces of the North“ zu sehen.
Noch bis zum 7. Juni ist in der Städtischen Galerie die Ausstellung „Ragnar Axelsson - Faces of the North“ zu sehen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Ausstellung „Faces of the North“ bietet eine Auswahl von 60großformatigen Fotografien des Isländers Ragnar Axelsson aus der Arktis.

Iserlohn..  Eine eisige, für uns Mitteleuropäer unwirtliche Welt im radikalen Wandel dokumentieren die Fotografien des Isländers Ragnar Axelsson, die in der neuen Ausstellung „Faces of the North“ in der Städtischen Galerie gezeigt werden. 25 Jahre lang besuchte Axelsson die entlegenen Dörfer der Inuit auf Grönland und in der Arktis, beobachtete die einheimischen Fischer und Jäger bei ihrer Arbeit, zeichnet aber auch ein beeindruckendes Bild der rauen und entbehrungsreichen Lebenswelt, in der trotz allem Kinder spielen, Menschen ihr Zuhause haben.

Es ist ein harter Alltag, den der 1958 in der Nähe von Reykjavik geborene Dokumentarfotograf mit seiner Kamera begleitet. Die rund 60 großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen vor allem vor allem Porträtaufnahmen von Jägern in Grönland und Kanada, in deren Gesichtern sich eindrücklich die Härte des Lebens in der eisigen Kälte widerspiegelt.

Eröffnung heute Abendum 19.30 Uhr in der Galerie

Die Fotografien erzählen die Geschichten der Menschen in den lebensfeindlichen Gebieten der Arktis, berichten von ihrem Alltag und geben einen Einblick in ihren Kampf mit der Natur. Es sind die fremden Lebenswelten der Inuit sowie der Fischer, Hirten und Jäger, die eine besondere Faszination ausüben. Die unbeschreibliche Kälte und das immerwährende Eis zeigen sich in den Bildern von ihrer grausamsten Seite und fesseln gleichzeitig den Blick des Betrachters durch ihre atemberaubende Schönheit vor kolossalen Landschaftskulissen.

Doch dieses Leben befindet sich in einem radikalen Wandel. Bisher haben die Inuit mit der Natur harmonisch im Einklang gelebt. Sie jagen nach Walen, Haien, Robben und Polarbären, doch nur um ihre eigene Ernährung sicher stellen zu können. Aber diese Welt ist bedroht, die Auswirkungen der Zivilisation und der damit zusammen hängende Klimawandel sorgen für Veränderungen, die immer offensichtlicher werden und somit auch die Lebensgrundlage der dort lebenden Bevölkerung bedrohen. Ragnar Axelsson möchte daher die letzten Jäger der Arktis mit seinen Dokumentationen würdigen, bevor diese jahrhundertealte Kultur ihrer Lebensgrundlagen und -formen endgültig beraubt wird.

Nicht nur wegen dieser Bilder gilt Axelsson inzwischen als einer der besten Dokumentar-Fotografen unserer Zeit. Davon zeugen nicht zuletzt die zahlreichen internationalen Preise, mit denen er bereits ausgezeichnet wurde, darunter der renommierte „Grand Prize de Photo de Mer“. Seine Arbeiten erschienen in den bekanntesten Zeitungen und Zeitschriften der Welt, so in der New York Times, Le Figaro, Newsweek und National Geographic sowie im Time Magazine und im Stern.

Axelssons Bilder werden weltweit in Museen ausgestellt. Sowohl in London als auch New York, in Mailand, Moskau, Berlin, Paris und Hamburg wurden bereits seine Arbeiten präsentiert.

Eröffnet wird die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Deutschen Zeitungsmuseum Saarbrücken präsentiert wird, am heutigen Freitag um 19.30 Uhr. Die Einführung erfolgt durch Galerieleiter Rainer Danne. Ragnar Axelsson wird anwesend sein.