Eine Garantie will niemand geben

Eigentlich soll das 25. Iserlohner „Friedensfestival“ im Juni an seinem angestammten Platz an der Bauernkirche stattfinden. Die Großbaustelle Altstadt könnte den Organisatoren jedoch einen Strich durch die Rechnung machen.
Eigentlich soll das 25. Iserlohner „Friedensfestival“ im Juni an seinem angestammten Platz an der Bauernkirche stattfinden. Die Großbaustelle Altstadt könnte den Organisatoren jedoch einen Strich durch die Rechnung machen.
Foto: IKZ
Die Baumaßnahmen in der Altstadt gefährden das Friedensfest an der Bauernkirche.

Iserlohn..  Dass die Großbaustelle für die beiden Kreisverkehre in der südlichen Innenstadt mit dem Baubeginn im März starke Einschränkungen und Belastungen mit sich bringen wird, wird Baudezernent Mike Janke nicht müde zu erklären. Bei jedem öffentlichen Auftritt weist er darauf hin, dass der Weg zu mehr Lebensqualität phasenweise auch ein sehr steiniger sein kann. Dass nun auch das „Friedensfestival“ auf dem benachbarten Fritz-Kühn-Platz, der als Lager für Baustoffe und Maschinen dienen soll, wegen der Baumaßnahmen auf der Kippe steht, überrascht die Organisatoren vom Verein Friedensfestival Iserlohn hingegen sehr. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr, in einer Phase, da die Planungen für die 25. Auflage des Festes so gut wie abgeschlossen und die Verträge mit den Bands größtenteils unterschrieben sind, erwischt sie die aktuellen Entwicklung ihr Festgelände betreffend sehr unvorbereitet.

Vorbereitung für die Freilegung des Baarbachs

Denn eine Garantie dafür, dass der Fritz-Kühn-Platz im Juni für die Ausrichtung des Friedensfestes bereit stehe, könne niemand geben, sagt Mike Janke. Im Gegenteil: Wie Iserlohns Baudezernent gegenüber unserer Zeitung ausführt, stehe die eigentliche Umgestaltung des Platzes zwar erst später an, die Vorbereitungen für die Freilegung des Baches würden aber schon vorher getroffen. Zudem sei davon auszugehen, dass die Errichtung der beiden Kreisverkehre an der Schlacht als größtes innerstädtisches Bauvorhaben der vergangenen Jahre überhaupt, auch den Fritz-Kühn-Platz erheblich beeinträchtigen wird. Die schwersten Bauarbeiten sollen im Idealfall zwar Ende Mai schon erledigt sein. „Eine verlässliche Grundlage für die Planung des Friedensfestes am Fritz-Kühn-Platz ist das aber nicht“, so Janke. Sich darauf zu verlassen, dass der Platz im Juni frei und in einem für die Durchführung des großen, dreitägigen Open-Air-Festivals geeigneten Zustand ist, sei also höchst fahrlässig.

Daher, das bestätigte Klaus-Peter Knops als Leiter des zuständigen Ressorts, habe man auch bisher keine Genehmigung für das Friedensfest auf dem Fritz-Kühn-Platz erteilt. Gleichwohl sei man sich durchaus bewusst, dass das bunte multikulturelle Fest eine Iserlohner Institution sei und man bei einer entsprechenden Anfrage seitens des veranstaltenden Vereins Friedensfestival Iserlohn sofort helfen wolle, eine gute Lösung an einem anderen Ort zu realisieren. „Es wäre sehr schade, wenn das Fest ausfallen müsste“, sagt auch Mike Janke.

Die Veranstalter treffen solche Gedankenspiele indes vollkommen unvorbereitet. „Wir sind davon ausgegangen, dass im Jahr 2016 die Umgestaltung des Festplatzes gegebenenfalls Konsequenzen für unser Fest hat“, erklärt Detlev Paul vom Verein Friedensfestival Iserlohn auf Anfrage.

Bislang keine Rede von ernsthafter Beeinträchtigung

Von einer ernsthaften Beeinträchtigung schon in diesem Jahr sei bisher noch nicht die Rede gewesen. Von Seiten des Ordnungsamtes habe es lediglich vor etwa einer Woche den Hinweis gegeben, sich mit dem Bauamt in Verbindung zu setzen, wo seine Nachfrage bisher aber noch keine konkreten Erkenntnisse gebracht habe. „Unser Kenntnisstand war bisher, dass die Baustelle für den Kreisel Ende Mai beendet ist, und dass es für die Freilegung des Barbaches erst noch eine Bürgerbeteiligung geben soll“, so Paul. Und selbst wenn es an den Kreiseln zu Verzögerungen kommen sollte, sei man davon ausgegangen, dass der Fritz-Kühn-Platz lediglich als Lager für Material und Maschinen genutzt werde, was der Durchführung des Friedensfestivals nicht im Wege stehe. „Wir haben auch schon auf Planen und Mulch gefeiert“, erinnert er etwa an das Jahr, als die große Freitreppe gebaut worden ist.

Von den Bedenken, die nun seitens der Stadtverwaltung geäußert werden, sei der Verein wie vom Donner gerührt. Sollte es in der Tat ernste Probleme geben, habe der Verein ein noch ernsteres, denn es habe bisher keine Veranlassung gegeben, sich um einen Plan B zu kümmern. „Man nimmt uns mal eben unseren Platz weg“, so Detlev Paul.

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