Eine Demonstration von Frauenpower
09.03.2008 | 15:28 Uhr 2008-03-09T15:28:00+0100
Einen herrlich unterhaltsamen und informativen Streifzug durch das bewegte Leben der Frauen seit den 50er Jahren bis heute boten am Samstag Ronny und Monika Badtke zum Internationalen Frauentag vor 600 Besucherinnen in der Parkhalle.
Ihr Bogen spannte sich von der Hausfrau über die Rebellin zur „neuen Frauenklasse". Natürlich durfte auch in diesem Jahr die herrliche und unnachahmliche „Änne aus Drüpplingsen" nicht fehlen. Monika Badtke und ihre köstliche Kunstfigur sind seit Jahren mit den Veranstaltungen der Gleichstellungsstelle eng verknüpft. Sie setzte wunderbare komödiantische Glanzlichter voll aus dem Leben und provozierte immer wieder Lachsalven und Freudentränen im begeisterten Publikum.
Weiterer Höhepunkt des Abends war die schräge Musikkomödiantin „Minna Mezzo” mit den hochstehenden Zöpfen. Uta Minzberg gewährte als Operndiva mit Charme, schrillen Gesten und herrlichem Minenspiel urkomische Einblicke in den gnadenlosen Opernbetrieb. Im figurbetonten roten Samtkleid nahm sie sich selbst und ihre Rubensfigur auf die Schüppe: „Wir suchen den Typ elegant und nicht Elefant, hat mal ein Agent zu mir gesagt.” Und dann stopfte die Diva mit den Figurproblemen mechanisch Kekse in sich rein.
Die starke Iserlohner Kleinkünstlerin erwies sich als wandlungsfähige Sängerin und versinnbildlichte mit der Hosenrolle des Grafen von Orlowski aus der „Fledermaus” die Emanzipation der Frau auf der Bühne. Köstlich auch ihre Verkörperung der „Venusfalle”, der leidenschaftlichen Carmen, die sich vom Technik-Mischpult einen schmachtenden Don José auf die Bühne holte. Ihr gesangliches Können spielte sie besonders überzeugend in Mozarts „Königin der Nacht” aus; auch hier wieder mit einem Augenzwinkern, als sie eine Hupe einsetzte.
Weitere Glanzlichter setzten die „Teddybears” mit atemberaubenden, akrobatischen Tanzeinlagen. Mit sinnlicher Stimme sang Andrea Ziemann ein wunderbares Jazz-Medley von George Gershwin.
Gleichstellungsbeauftragte Mechtild Beike ging auf die Situation der Frauen im Erwerbsleben ein und beschrieb die klaffende Lücke zwischen dem Gleichberechtigungsanspruch und der bitteren Wirklichkeit. Sie verwies auf die guten Qualifikationen von Mädchen und Frauen und kritisierte ihre seltene Berücksichtigung in Führungspositionen. Auch beleuchtete Mechtild Beike den hohen Frauen-Anteil bei den Beziehern von Sozialleistungen. Sie lieferte dafür auch Erklärungen: Die Schwierigkeiten von Frauen hängen damit zusammen, dass sie ihre Familie zugunsten der Berufstätigkeit nicht aufgeben wollen. Zudem ging Mechtild Beike auf die Frauen ein, die aufgrund ihrer Karriere auf Kinder verzichten. Rollenklischees weisen ihnen immer noch Haushalt, Kinder und pflegebedürftige Angehörige zu.
Mit großem Applaus begleitete das Publikum die Iserlohner „Frauenpower-Demonstration” der Gleichstellungsbeauftragten des Finanzamtes, Dana Reiling, der Frauenhausleiterin Anna Müller, der Gleichstellungsbeauftragten Mechtild Beike und ihrer Mitarbeiterin Helena Haack mit Hula-Hoop-Reifen.
Kompliment auch an die türkischen und griechischen Frauen, die mit ihrem fantastischen Büffet die anregende und gelungene Veranstaltung abrundeten. Eine Fotostrecke vom Internationalen Frauentag in der Iserlohner Parkhalle finden Sie unter www.ikz-online.de
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