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Jim Brandenburg

Ein tiefes Gespür für Komposition und Licht

17.11.2011 | 17:45 Uhr
Ein tiefes Gespür für Komposition und Licht
Vorbesichtigung zur Ausstellung „Jim Brandenburg“ in der Städtischen Galerie Iserlohn mit Galerieleier Rainer Danne. Foto: Josef Wronski

Iserlohn.„Ein bisschen mehr Demut und Respekt vor der Natur würde unser aller Leben um so vieles reicher machen.“ Dieses Zitat von dem berühmten Fotografen Jim Brandenburg begrüßt die Besucher der neuen Ausstellung in der Städtischen Galerie.

Hier wird bis zum 29. Januar die weltweit erste Retrospektive des 1945 in Luverne im Südwesten des US-Bundesstaates Minnesota geborenen Brandenburg unter dem Titel „A Pristine Vision“ gezeigt. Und diese Ausstellung hat den Titel Retrospektive mehr als verdient, zeigt sie sogar das erste Tierbild des damals 15-Jährigen: ein Fuchs-Porträt. Auch Schwarz-Weiß-Fotografien aus Brandenburgs Zeit als Bildredakteur bei der Zeitung „Worthington Daily Globe“ im südlichen Minnesota dokumentieren schon das große Können dieses Mannes, der im Laufe seines Lebens mit zahlreichen Preisen dekoriert wurde. Seinen Humor beweist der Schnappschuss mit einem Pferd im Pkw, aber auch bei Bränden und im ländlichen Raum war er im Einsatz.

Seinen legendären Ruf erwarb sich Brandenburg in den letzten 20 Jahren aber als Tier- und auch als Landschaftsfotograf. Herausragend dabei der ausgeprägte Sinn für Kompositionen und Licht. Das in zarten Weiß-Tönen gehaltene Bild von Trompeten-Schwänen im Flug ist dafür ebenso ein Beleg wie das Bild eines schneebedeckten Birkenwaldes im Winter. Nur zwei braune Blätter geben einen kaum merkbaren Farbtupfer hinzu. Gekonnt nutzt der Fotograf auch das lichtbildnerische Motiv des Nordlichtes im nördlichen Amerika für seine fast surreal wirkenden Aufnahmen. Auch Lichtreflexe auf dem Wasser formen in seinen Bildern einen an moderne, abstrakte Kunst erinnernden Farbraum. Vielleicht liegt es auch daran, dass Brandenburg seine Karriere während seines Kunststudiums an der Universität von Minnesota in Duluth startete. Schon früh war er für das National Geographic Magazine tätig, für das er seit nunmehr über 20 Jahren ununterbrochen arbeitet und 18 Reportagen, mehrere Fernsehbeiträge und über 19 Bücher produziert hat.

Ein weiteres großes Thema ist für Brandenburg die Prärie. Für ihn gehört dabei die Arbeit in der „Brandenburg Prairie Foundation“ daher genauso zum Leben, wie sein fotografisches Schaffen. Von seinen Bildern geht eine ganz besondere Magie aus, sie lassen sich physisch spüren, wenn er frostige Kälte, Winde, Nebel in den Fokus stellt.

Weit über Amerika hinaus ist Brandenburg mit seinen Büchern über Wölfe im amerikanischen Norden und den arktischen Weiten berühmt geworden. Manche der dabei entstandenen Bilder sind heute zu Ikonen der Tierfotografie geworden und schmücken als Plakate nicht nur die Zimmer von Wolfs-Liebhabern.

Im Jahr 2010 wählte die „International League of Conservation Photographers“ die 40 besten Naturfotos aller Zeiten aus. Vier der 40 Siegerbilder stammten von Jim Brandenburg – so viele wie von keinem anderen der ausgewählten Fotografen. Wer diese Ausstellung gesehen hat, der weiß auch warum.

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 18. November, um 19.30 Uhr. Die Begrüßung erfolgt durch den stellvertretenden Bürgermeister Thorsten Schick. In die Ausstellung führt Dr. Holger Rüdel vom Stadtmuseum Schleswig ein, wo die Retrospektive zuvor gezeigt wurde. Es wird während der Ausstellung ein Eintritt von 3,50 Euro erhoben, am Mittwoch beträgt der Eintritt nur 1 Euro.

Ulrich Steden

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