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Ein Sinnbild für Nächstenliebe

23.09.2010 | 17:14 Uhr
Ein Sinnbild für Nächstenliebe
Chorwochenende in Celle, Junger Chor der Kinder- und Jugendkantorei Iserlohn, 5 nach 5

Iserlohn.Iserlohn. 803 Jahre wäre die Heilige Elisabeth von Thüringen in diesem Sommer alt geworden. Die Taten, die sie zur Heiligen und zu einem Sinnbild der tätigen Nächstenliebe gemacht haben, liegen schon ziemlich lange zurück.

Als sich Elisabeth aber gegen die Ungerechtigkeiten in ihrer Welt am Hofe auflehnte, sich gegen die Verschwendungen und den Betrug einerseits und für die Armen andererseits einsetzte, war sie aber gerade mal 19 Jahre alt. „Und gerade das finde ich so gut, dass es sich hier um eine Jugendliche handelt, in die sich auch meine Jugendlichen hineinversetzen können“, sagt Kantorin Ute Springer, Leiterin der Evangelischen Kinder- und Jugendkantorei Iserlohn.

Mit dem szenischen Oratorium „Wenn das Brot, das wir teilen . . .“ von Kurt Grahl hat sich der Junge Chor „5nach5“ dem Thema Elisabeth angenommen. Geschildert wird hier die Geschichte der Heiligen, die schon mit 24 Jahren starb, und die in ihrer nächsten Umgebung Kranke gepflegt und der Prasserei entsagt hat.

Am vergangenen Wochenende waren die 20 Jugendlichen des Chores beim befreundeten Chor in Celle, um das Oratorium einzustudieren und eine erste, sehr gelungene Aufführung zu feiern - „ein richtig gutes Chorwochenende“, wie Ute Springer im Nachhinein sagt.

Am Freitag, 24. September, ist das Oratorium, das als Mischform eines klassischen Oratoriums und eines Musicals mit szenischen Teilen und kommentieren Texten eher klassische als Popmusik bedient, um 19 Uhr in der Obersten Stadtkirche zu erleben. Den Part der Sängerinnen und Sänger aus Celle übernehmen die „MAXIs“ der Kinder- und Jugendkantorei. Weiter werden die „5nach5er“ von den jugendlichen Blechbläsern von „Iserlohn Brass“ unter der Leitung von Stefan Beumers, dem Geiger Ulrich Grünbaum und Kantor Hanns-Peter Springer an Orgel und Klavier unterstützt. Der Eintritt ist frei.

Bleibt die Frage, ob sich der Einsatz der Elisabeth von Thüringen wirklich gelohnt hat, denn trotz ihrer königlichen Stellung hat sie nur punktuell einigen, wenigen geholfen, anstatt das Problem grundlegend anzugehen und das Leben am Hof zu verändern, was ihr auch ihre Kritiker vorwerfen. „Auf jeden Fall“, lautet die Antwort, die das Oratorium gibt. Sie hat ein Umdenken eingeleitet, sie setzt auch heute noch Zeichen und ist 779 Jahre nach ihrem Tod ein brandaktuelles Thema für Jugendliche.

Ralf Tiemann

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